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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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Snfpection. n.

jetoer Slaffe, Selgrbüdger :c. einig geworben ift, fo geigen fid; bodg infolge ber SB er»fdgiebenlgeit ber Sitbioibualitäten in SBelganblung »on ©djülern unb Selgrgegenftänbennodg fo oiele ©ioergengen, ja SBiberfprüdje, baff babttrd; baS Srreidgen eines Igarmoni»fdgen ©efammtrefultats enttoeber gelginbert ober bodg beeiuträdgtigt erfdgeint. ®iefefennen gu lernen itnb gu lieben, ein hanttonifdjeS Snehtanbergreifen ber oerfdgiebenenSe^rfräfte attgubalgnen, worin eine ©rttnbbebingung beS ©ebeilgenS einer Slnfialt liegt,bieS ift wefentlidg ©adge beS ©irectorS, ©adge feiner perfonlidgen Sinwirlüng aufSeigrer unb ©djiiler, ©adge feiner unauSgefejgten fpecietlen Snfpection, unb biefe Srlennt»niS ift eS, in ber beut Sirector ooit ber Sßelgörbe nidgt nur bie unauSgefefete 3nfpec=tion gur SPflidgt gemalt, fonbern aud) in SBegielguitg auf 9liiweifitng unb 3lnorbnunggegenüber oon ben eingelnen Selgrerit ein meit größerer Spielraum gegeben ift, alsbem außerhalb ber ©dgule fteljenbeu Snfpector. Sr ftelgt in feiner Snfpection bem ein»gellten Sebjrer nidjt bloß als übergeorbneter SBeamter, fonbern als Sftepräfentant bergangen Slnfialt gegenüber.

©egeitüber »on biefer Sluffaffung loerben bie Simoiirfe berer, weldge in ber 3n=fpection bttrdg ben SMrector ober in ber perfönlidgen Sinntifdgung beSfelben in bie Set;r=tlgätigleit ber eingelnen Seigrer nur eine unfruchtbare, Igemmenbe SBeläftigmtg ber letzterenfeigen unb fie beStoegen entweber gang aufgelgobett ober bod; loefentlid; befdgränft wiffenlooHen, fid; als unhaltbar ertoeifen. ©aß ein SBorftaub babei große unb fd;äblid;eDJtiSgriffe utadgen fann, ja baff lein SÜgdll feines SBerufeS ntelgr Satt unb Unbefangenheit»erlangt, fofl. uid;t geläugnet loerben. Slber überall loirb eine unbefangene 33etradgtunggeigen, baff alle Sinloiirfe entloeber nur halb richtig finb, ober baß fie bloß bie Sßerfon,nidgt bie ©adge fetbft treffen, unt> baff biefe Slhätigfeit beS ©irectorS, loenn fie richtigausgeübt loirb, nidgt bloß int Sntereffe ber ©adge unb ber SInftalt, fonbern aud; inttooblöerftanbeneit 3ntereffe ber Seigrer fetbft liegt. SS loerbe mit ber Sttfpection, fageitmanche, leidgt bem fftedgte ber 3nbioibualität gu nahe getreten. ®8 ift bamit einäußerft loidjtiger Spund berülgrt. Sffioßte matt bem Seigrer überall oerfdgreiben, loaS unbloie er lelgren, loantt unb loie er [trafen ober belohnen ober überfelgcn fode, gewiß, manWürbe bamit baS eigentlidge Sßefen ber ©dgule oernidgtett. 3h« ^auptgWecf ift ja, int©dgiiler bie Äraft ittbioibuellen Empfangend gu wedEett. 9?ttr bann aber wirb biefer gweeferreidgt, nur bann fann ber ©eift beS SehrerS belebettb auf ben beS ©djülerS loirfen,wenn jenem Freiheit beS ©elftes unb greilgeit ber SBirffamleit foweit es möglich ift, gu»geftanben loirb. SS muß alles inbioibttell geridgtet fein, was inbioibtteU foH empfangenWerben. Unb für eine gange SHuftatt wirb nidgtS erfprießlidjer fein, als unter ihrenSehtertt möglidgft oiele inbioibnelle SBerfdgiebeitheiten gu Igabett; bettn itt ber mannigfal»tigen Sinwirlüng oerfdgiebener 9?aturen auf bie ßöglinge liegt baS befte Mittel gegeneinfeitige ©reffur uttb mafdginenmaßige SBelganblung. Slber fo gewiß bieS alles ift, fofidger ift audg, baß baS 9fedgt ber Snbioibualitat feine natürlidge ©dgrante hat in beutber anbereu Snbioibuen, neben bie matt gefteüt ift unb mit benen man gufantmengtt»Wirten Igat, unb an bem ©efammtgwed ber Slnftatt, weldger tuan bient, unb eS ift bieSum fo Widgtiger, je mehr bie Srfalgrnng lehrt, baß Sßefdgränfuitg ittbioibueUer Slnfidgten,ffteftgitation unb Unterorbnuug unter ein ©angeS eben leine Igetworftedgenbe SigeitfdgaftbeS SelgrerflaitbeS ift.

Slber Wenn man aud; bie UJotlgWenbigleit ber Ueberwachuitg, ber Sonfrole, berperfönlidgen Sinwirlüng beS ©irectorS gugebe, bie XtnWefenlgeit be8felbem»6eim Unterridgtefei unbequem felbft für ben pflidgttreuen, feines ©egenftanbeS oollfommen mächtigenSehrer, fie Wirte beengenb unb laffe bie ©tgätigfeit beS SelgrerS in feiner Slaffe nidgtimmer fo erfdgeinen, wie fie loirflid; fei, uttb bagu loerbe babttrdg bie Sluctoritat beSSehrerS in bett Slugett ber ©dgüler beeintradgtigt. ®a8 Srftere ift ooHlomnten ridgtig.SBon griebridg 3acob, bem SDirector beS SatlgarineumS in Siibed, g. SB. fagt Klaffen(griebridg Sacob, ©irector beS SatlgarineumS in Sübed, in feinem Seben unb Sßirlenbargefteüt oon 3. Klaffen. ©. 58 .): „er lannte bie ftörenbe Sinwirlüng eines fremben