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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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§um6otbt, SB. 0.

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mit ber abfdjtießenben ©inridjtung beg neuen Mufeumg gu Berlin betraut Worben mar.$te fd>netle unb gtücftidje ©rtebigung biefeS Auftrages mürbe mit ber Berteiljung beSfcfjwargen ActerorbenS belohnt, immerhin ein erfreitlidjeS 3^«*, baß ber König trogaller wedßetnben SBiitbe, Wetdje über feie Begeiferung ber BefreiungSfriege gingegangenwaren, beg Berbienfteg beg Mannes nid)t uneingeben! war. Im liebften aber War §.in biefen legten Safyren mit fidt felbft beschäftigt, um feine ffedjnnng mit bent Siebenabgufdfießen unb bem natyenben ©obe mit Dotter SRut;e unb Klarheit in bag Auge [ebengu fönnen. ©ie fprechenbften ßeugniffe feiner Stimmung in biefer ßeit finb bie So*nette, in melden er in gewohnter 3Beife bie ffefuttate feiner Setbftbetradftung nieber*{egte, welchen man eg anfietjt, baß fie nur für ben Berfaffer felbft, nicht für bag S)3u=blicunt niebergefdjrieben ftnb, in weldjen aber fein reiner, ebter Sinn unb fein reichesinnereg Sieben tief unb ftar fid) abfpiegeht. Am 8. April 1835 ftarb fp. im faft ootl*enbeten ad;tunbfed)Sgigften SlebenSjahre. ©g ift für feine Sßerfonlidjfeit unb fein fyarni*lienleben charafteriftifd;, baß ber gewohnte täglidje ©ang beg fid) fdfon unwohl güt)=lenben gur tljeuren ©rabftätte ber ©attin ber Anlaß feineg ©obeg geworben ift.

2Bir Ijaben §unächft einen ffütfbticf auf bie ©fätigfeit gu werfen, welche ! q . birectber Sßäbagogif im höheren Sinne guwanbte. Befannttid) hatte gidjte in feinen gewat*tigertSReben an bie beutfdje Stfation bag Speit Dor altem in einer tüchtigen BolfSer*jieljung gefudjt unb Wieberum bie ©runblage einer folgen in ber ißeftatoäjifchen Me*tfiobe gefnuben. Snfofern gewiß mit fiedjt, alg Ißeftaloggi, anftatt eineg äußerlichenMehreng unb Abrichtens gu beftimmten äußeren ^Weden, eine Hebung unb Bitbungber inneren Kraft beg 3ögüngg felbft forberte unb baburth neben einem wahrhaft leben*feigen SBiffen gugteid) bag Können unb bie perfönticfie Selbftänbigfeit unb ©iidjtigfeit guförbcrn fudjte. 3n biefem Sinne hatte Stein ber neuen Metljobe nachgerühmt, baß fiebie Sctbftthätigleit beg ©eifteg erhöht, ben retigiöfen Sinn unb alte ebleren ©efühtebeg Menfdien erregt, bag Sieben in ber 3bee beförbert, unb ben fpang gum Sieben im©enuß minbert unb ihm entgegenwirft'', unb Don berfelben Auffaffung geleitet, hi e ©and) fp. bie ipeftaloggifdje Mettjobe eineg eingehenben StubiumS unb alter BeachtungWerth: bag unter 3 e Uerg Sleitung in Königgberg gegrünbcte ißeftatoggifdje SfJormat*inftitut hatte fid) feiner befonberen ©unft gu erfreuen. ©igentlid; aber wieg ihn bod)fein gangeg Söefen nidjt auf bie ©tementarergiehung, fonbern auf ben höheren wißen*fdjaftlidjen Unterricht hin. gier feine Seiftungen auf biefem ©ebiete ift in 9tuboIf KöpfeSSdjrift über bie ©rünbung ber Unioerfität gu Berlin eine neue Duette eröffnet (®ie©rünbung ber Königlichen ?5riebrich=2BitheImg=UniDerfität gu Berlin. Sieb ft Anhängenüber bie @efd)id;te ber Snftitute unb ben Sßerfonalbeftanb. Berlin. 1860. 4).SS gab,fagt ber SJSerfaffer (S. 61), feinen ©harafter, in bem bie feltene Bereinigung Derfdße*bener ©ugenben in höherem Maße Dorfanben, mehr gu einem glitdlidfen ©angen ge*Worben Wäre, alg in SBithetm oon fpumbotbt. giir biefen Mann war biefe Aufgabe.6r hat ben lang gehegten ©ebanfen gur ©tjat erhoben unb mit ftarfer fpanb geleitet,big bie fernere ©ntmicfetung eigener Kraft übertaffen werben fonnte. 6r Dermirftidjteben Man feineg SugenblehrerS ßngel; aber wie weit überragte aud) hier ber Schülerben Slehrer! tpumbolbt war Staatsmann unb gugteid) Mann ber 2Biffeufd)aft, wie egihrer wenige gab. Unter ber ©inmirfung ber beutfdjen Sliteratur unb neuen -ßhü 0 *fcphie herangebitbet, warb er fetbft ein Führer ber geiftigen Bewegung; er, nicht An*hänger, fonbern geborener Mitarbeiter Kants, ein tiefer Kenner ber Sliteratur beSAltertums, mit bem er uermanbt war burdj bie natürtid;e güHr ber SebenSfraft unbmehr nod) burch ben Sinn für bie Ausprägung ber Sbee in ber reinen Kunftform, inbiefen Stubien »erbunben mit 2BoIf, ein gleichberechtigter ©rftärer ©öttjeg, ber oertrauteSreunb SdjitterS, enbtid; ein tiefer fjrorfdjer auf bem ©ebiete ber Spradje." Unb Steingab ihm im SDfärg 1810 baS 3euguiS:Preußen hat bie Sleitung feiner ©rgiehungg*unb wiffenfd)afttichen Anftatten einem Mann anoertrant, ber einen oorgügtidjen ©eiftunb ®rünblid)feit beS ©harafterS befigt, unb ber biefe ©igenfdjaften mit ruhmboKer