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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
Entstehung
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637
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§umani$mu§ unb fftcaltSmuS.

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gerabe barurn ber jüngere Sekret ber ©efaljr, in feiner ©hätigfeit beibe ©ebtete ineinanber fließen gu laffen, in ^obeni ©rabe auSgefegt fei. 3nbeS mußte bagegenbemerlt werben, baß bie jüngern Seljrer tgre Befähigung burd) eine ißrobegeit auSgu»weifen haben, beöor fie in eine mit eigner S3erantwortlid)teit oerbunbene ©tedung ein=rüden, unb baß biefe in ber Siegel nidjt eine foldje gu fein pflegt, in melier es auf bieSnterpretation eines ©djriftwerts anfommt. ferner war bie ©djäblicpleit ber pl)iloIo=giften SOiettjobe nur in bem gatte gugugeben, wenn fie barin beftanb,eingefammelte©eleljrfamfeit" ogne bie notpwenbige Bejahung gu bem ©djriftmevteauSguframen";war bagegen bas Slbfefjen barauf gerietet, auf ©runb eigner ©tubien unb tieferbringenber SrfenntniS gortn unb 3npalt in iprer Harmonie nacpgutoeifen, ben gort=fdjritt unb 3 u fnmmenhang ber ©ebanlett bargutegen, ßuftänbe unb ißerfonen ber 3n=tention beS ©cgriftftederS gemäß Bor baS Sluge gu rüden, bie Steile wie baS ©angebeS ©djriftwerts gur Slufdjauung gu bringen u. f. w., fo modjte man ein fotcpeS 58er*fahrenphilologifd)e SWetljobe" nennen, UebteS tonnte man ipm nid)t nadjfagen. ©cmteinmal ift es nur auf bie Stufgabe ber Snterpretation, b. I). Sieprobuction beS ©d)rift=Werts foweit fie im Streife ber ©djute möglich gerietet, regt ade empfänglichen©emütljer an unb wirtt, fobann aber trägt es fein SDiaß in ftd) felbft unb ift corUeberfdjreitung ber rechten ©rengen gefiebert. Snbtid) hätte man allgemein, wie manes hie unb ba t^at, ben Unterfcbieb gwifdjen ftatarifdjer unb curforifd)er Seetüre alsgang unberedjtigt gurüdweifen fotlen. ©a bie Slufgabe ber Seetüre nur baS möglich fteingeljenbe BerftänbniS beS ©djriftwerts fein barf, fo h<*t biefetbe offenbar ftetSgweierlet ins Sluge gu faffen, einmal bie 93efdjaffentteit beS ©djriftwerts felbft unbbann bie gaffungStraft ber Sernenben in ihrem befenbern BerljältniS gu jener 33efdjaf=feuheit. ©ieS BerljältniS ift befanntlid) niebt immer gleich, ohne baß burd) baS ©djwan»feit beSfetben gerabe eine oeränberte SBaljl ber gu lefenben ©djriftwerfe nothwenbigwürbe: nothwenbig aber wirb eS Biedeidjt fein, eine ©teile ober ein ©tüd, baS }egtcurforifdj geiefen wirb, mit bem nädjftenSahrgange ftatarifdj gu lefen. Stber baoongang abgefehen, wirb beiberlei Verfahren bei jebem ©djriftwerfe, je nach ber Befdjaf=fenheit ber eben norliegenben ©teilen, eintreten müßen unb t>on oornherein Bon berSBahl beS einen für biefen, beS anbern für jenen ©djriftfteder mit ©runb ntdjt bieSiebe fein fönneit. SBaS bie biemit gufammenhängenbe Siüge beS geringen Umfangs berSeetüre angieng, fo Würbe fie einfad) burd) bie Bewertung guriidgewiefen, baß eS bodjmeljr barauf anfomme, wie, als wie biel geiefen Werbe, baß übrigens Bon Siömentunb ©riechen bie Hauptrepräfentanten in ben ©attungen ber Siteratur gur Betrachtungfommen unb wenn audj nidjt alle in ihrem gangen Umfange, wie Homer, hoch immerWohl gange ©tüde beljanbelt Werben, unb baß bieS eben ben Sieden beS Hum an iS =muS genüge.

©och um ade gegen bie SDiethobe ber ©pmnafien gerichteten Angriffe auf einenStuSbrud gurüdgufiil)ren, fo War eS Bielfad) nidjts anbereS, als gormatiSmuS, 2)ied)a=niSrnuS, ©djematiSmuS, was man ihnen Borwerfen gu müßen glaubte. ®S hatte nidjtfeiten ben SInfdjein, als hätte man bagu in bem eignen, Bielfad) laut geworbenen Be»fenntniffe berfelben gu bemformalen ißrincip" bie Bode Berechtigung. Dh nc gu er=Wägen, baß bieS guerft Bon ißeftaloggi eingeführte, bann bem ißhilantljropiSmuS unbeinem latitubinarifdjen SieatiSmuS gegenüber geltenb gemadjte,auf bie SBedung, ©tär=fung unb buwnonifdje Bilbung alter ©eifteSfräfte" geridjtete i)3rincip baS pofttioeSBiffen nicht auSfchließen, fonbern nur oermittelft beSfetben an fein ßiel gelangentonne; ohne gu beachten, baß man biefem in ber H an b feiner Vertreter gWar feljr wirt=famen, aber in feinen legten ßonfequengen gu ffl iSgriffeit nerleitenben unb jebenfadSSföiSoerftänbniffen leicht auSgefegten principe feineSWegS adgemein bie H e ^rfd)aft gu=geftanb; ohne gu fehen, baß ber Humanismus im Bewußtfein feines UrfprungS unbfeiner Herfunft ben burdj ben Sauf ber ®efd)id)te gegebenen realen Bebürfniffenhöherer Bilbung Befrtebigung gu fd)affen ernftlidj bemüht War, mußte ber Stame