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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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635
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•fSumaniSmuS unb SlcaliSmuS.

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fdjichte, bie Behandlung ber ®idjter ber neuer« 3 e it unb bie baran gefnüpften Auf=gaben für eigne ißrobuction u. a. ®od; tonnten fie nicht unbemerft Xaffen, baß bieForderungen gu fpät tarnen, »eil ihnen an fet»r nieten Drten im »efentlichen längftgenügt würbe, unb baß ber in Frage ftef>enbe Unterricht überall nicht fowohl eines Neu=bauS, als einer Aufbeffernng unb Grgangnng bebürfe. Oleidjtooljt finb bie über biefen©egenftanb gepflogenen Berhanblungen nidjt ohne großen Sinken gewefen. GS ift auS*gefprodjen mtb anertannt worben, baß ber beutfc^e Unterricht in jebem ©hmnafium einebebentenbe ©teile einnehme; eS ift ferner baburdj wohl in bie Anftalten ber oerfdjiebenenSander mehr ©leichmaßigteit gebradjt worben, als oorher beftanb, non ben befoubernwidjtigen metljobifdjen fragen, bie babei gu größerer Älarheit geführt Worben finb,gang abgefehen.

©ehr ftreng war baS Urtheit, baS über ben Humanismus »egen beS in ben ®hm=nafien mangelhaften unb ungenügenden naturwiffenfchaftlidjen Unterrichts ergieng. 3Ba8berfelbe öon befdjreibenber Naturgefdjidjte in ben untern unb mitttern, oon ißhhftf * nben obern Gtaffen umfaßte — benn baß berfelbe gang fehle, ließ ficf) nid;t nachweifen—befriedige, fagte man, gerechte Gr»artungen nicht, »eher im Ipiublid auf ben Auffdjwung,ben bie Naturwiffenfdjaften genommen, nod) bie Bedeutung, weldje fie für bie attge=meine Bildung überhaupt unb baS ©tubium ber übrigen befoubern SZBiffenfdjaften er=langt hätten. ®en »argenommenen ÜJiangel in biefen ®isdplinen, gegenüber ben fürbie eifrigfte Betreibung berfetben taut redenden ©rünben, führte man oorgugSweifeaudh auf bie baS gange ©ebiet nicht fennenben unb barum neradßenbengurüd unb »ußte itjuen auch bon biefer ©eite öiel fdjlinuneS nadjgufagen. dagegenerfdjien eS als eine gerechte Forderung, ben Unterridjt fo gu geftatten, baß „bie Sernen=ben einen Begriff non bent gegen»ärtigen ©tanbe biefer 2Biffenfd)aftenerhielten, namentlid; im ©egenfaße gu ben frühem 3e*ten." GS fottte berfelbe demnachnietet mehr „als eine untergeordnete unb beiläufig gu betreibende ©adje, fonbern als dem©prachftubium unb ben übrigen SehrgWeigen eollftänbig gtcidhbered)tigt unb ebenbürtig"betrachtet unb behandelt »erben, ©elbftoerftänblich mußte 3 00 l D g», Botanit unb Nti=neralogie, Bhhf^ u >rb Ghemie Gingang finden, bagu aber auch Anthropologie, ^3fh<ho=logie, ©eognofie, Aftronomie, furg, leine ber Naturwiffenfdjaften durfte gangausgefdjloffen »erben. Als bie „materielle Aufgabe" begeidjnete man „bie @efefc=maßigfeit im StßeltaU »ie im Naturlauf aufguWeifen." ®ie Niethobe bagu toar bie inbuctioe,»eiche bie formal bildende Äraft ber eingelnen ®iSciplinen in SBirtfamfeit treten laßen,auf ben höl;ern ©tufen immer mehr bie epacte, ftreng »ißenfchaftlidje werben foHte. Bier©tunben in jeder Glaffe und ein freier Nachmittag gu Gpcurfionen »ar baS geringfte3eitmaß, baS man dafür erforberlid) glaubte. ®iefe Forderungen unb ber gegen bieNiängel, denen bie Berwirllichung berfeiben abhelfen foHte, gerichtete ®abel fanben beieinem guten ®h e ^ e be8 fßublicumS eine nidjt geringe ©tü(je, fo baß bie „Bh^^°8 en “bielfach faum nur fchüchtern SBiberfprud; Wagten; gar mancher ließ ßdj auch durch bieböUig beredjtigte Grhebnng ber glangenben fjortfdjritte in ben Naturwiffenfdjaften unbdurch baS ©eltenbmachen t>eS NuljenS, „welchen bie ÄenntniS berfelben dem ®h eo *°9 cn— 3uriften, SDiebiciner u. a. nicht gu ertoähnen — gewahre, fo gängtid; blenben, baß er fidjfelbft gum ©ch»eigen »erurtheilte. 2Bo man fi<h jedoch durch foldje Aücffidßen nichtimponiren ließ, mußte man com ©tanbpuncte ber Ißäbagegit aus ben Reformern er=Widern, baß, wollte man felbft alles gum Sobe ber Naturwiffenfdjaften Borgebrachteals gegründet anerlennen unb fidi bie in AuSfidjt gefteUten äBirtungen berfelben auf bieBildung ber Sugenb fichern, man außer ©tanbe fei ben Forderungen nadjgulommen,Forderungen, denen bie Äraft ber lernenden theilS »egen ber SNaffe beS ©toffS, theilS»egen ber Anfprüdje ber 2Biffenf<haft in teiner SBeife gewadßen fei. ®agegen habe biehumaniftifdje Sehranftalt aHerbingS bie Aufgabe, auch für baS ©ebiet ber Natur baS3nte reffe gu »eden unb ben 2Beg gu weifen, dies Sntereffe gu befriedigen, fte thuedies auch durch ben Unterricht in ber tefdjreibenben Naturgefd;id)te unb in ber Bhbßf,