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©tjmnaftum, fein S8«bältni$ jum ßfjuftcntfmtn tc.
bilbet, mit £ülfe bereit eS fo leicht ift, fid) eieleS, maß in ber (Schule nicf)t gelehrtWürbe, im Men angueignen. 9?id)t in ber 33ielfeitig!eit beS 333iffenS liegt baS @e»heimniS, Woburdj bie ®t)mnaften ©roßeS geleifiet ^aben, fonbern in ber metljobifdjen3udjt, burdj meiere ber jugenblid)e ©eift an einer befdjränften 9tuSWal)l non Stoffengeübt unb gefdjmeibigt, geftärft unb geftä^It wirb. *) ®iefe 3u<ht h at feinen geringem3wed, als bem ©eifte unb bem (Stjaratter biejenige gerat ju geben, weldje il)n burcf)eine auSgebilbete unb geübte freie 33ewegtid)!eit in ben Stanb feßt, fid) in allen @e=bieten ber SQSiffenfdjaft unb beS Sehend mit Seidjtigfeit guredjt gu finben. ^DiejenigenSchulmänner, bie ©elegenb;eit hatten, Sdjulen beiber Kategorien gu leiten, haben un=parteiifd)e unb offene ©eftänbniffe barüber gemacht, wie bie realiftifch gebilbeten 3°9=linge an Sernfäljigfeit unb Setoeglidjfcit beS ©eifteS ben hutnaniftifchen offenbar nadj=ftanben, 3m ©efdjäftsleben haben praftifdje unb unbeirrte Scanner oft gang biefelbenUrtheüe gefällt unb bie ©hmnafialfdjüler megen ihres ©efdjideS unb ihrer 3lnfMigfeitin praftifdjen ÜDingen ben 9tealfd)üleru Borgegogen. ®ie ©hmnafialbilbung ift, nad)biefer Seite betradjtet, redjt eigentlich eine Silbung guni Können unb beruht auf bem^Principe ber Selbftthätigleit.**) 3118 ber geeignetfte Stoff bagu gelten bie SprachenbeS clafflfd)en SlltertljumS, geftüfst auf ftreng grammatitalifdje ÜJfetljobe beS Unterrichts,bie mit ben mannigfaltigen ®enf=, Siebe- unb Sdfreibübungen ben ©eift formt, baSSDenten orbnet, ben 2luSbrud regelt unb bur<h fold^e Strenge unb ©efehmäßigfeit ebenfofreie 33eweglid)feit beS ©eifteS, wie eine fittliche 3tt'd)t M SljaratterSetaffifefje Sllterthuni h at behufs einer SSitbung für baS Seben noch eine befonbere 33 e*beutung, bie in Cent 333efen ber grembe unb ber gerne liegt. „333er nicht I)ittau8=Jomrnt, fommt nid)t heim," fagt baS Sprücfjwort. (Jg ift ein Sah Bon unumftößlidjer@ewißl)eit, baß 33ilbung nur baburd) erworben Werben fann, baß man auS fid) h crfl uS=geht, fid) in ein frembeS ©eifteSleben hineinlebt unb baSfelbe auf fid) gurüdwirfeit läßt.6rft wenn man fid) an eine frembe 333elt hingegeben hat, lehrt man bewußter gur eignen333elt wieber gurüd. 33on gleich widriger 33ebeutung ift aber aud) bie gerne. „SDianfleht ben 2Balb üor lauter Säumen nidjt,“ fagt ein anbereS Sf>rüd)Wort. Siur wasnad) fftaum unb 3 e >t entfernt ift, ift im Stanbe, uns ein ©efammtbilb gu gewährenunb ftatt ber @ingetl)eiten, bie in ber 9?äl)e oft unfern 531id oerwirren unb am UnWi<h=tigen fefthalten, ben Gtinbrud ber Sinffeit gu oerfchaffen. Silles gefd)id)tlidj gerne hataußerbent noch bra 33orgug beS gertigen unb 3lbgefd)loffenen unb läßt fich beShalb flarerüberfdjauen, als alles nod) 333erbenbe unb in ©ährung unb SeWegnng ^Begriffene.®arauf mögen fid) biefenigen befinnen, bie fo oiele Seforgniffe hegen oor ber 6in=führung in eine frembe 333elt unb alle Kultur unfrer Sugenb, um fie für baS praftifdjeSeben oorgubilbeit, auS neuerer 3 £ it unb auf heimatlichem S3oben fuchen. ®ie niebere33ot!Sbilbung, bie jenes fßrincip auf wiffenfchaftlichem 333ege nicht ebenfo wie baS @t)m=nafiurn gur ©eltung bringen fann, h at fid) beSfelben auf prattifdje 393eife bemächtigt.®er 333anberburfd) gieht in bie grembe, um bewußteren ©eifteS in bie fpeimat gurüd=gutehren, unb erft bie 9lnfd)auung unb GsrfenntniS einer fremben SBelt unb frember
*) gür ben Befonbereu SebensBeruf beS ©ingetnen OorBereiten fann feine Schüfe, auchbie Sftealfchule nicht, bie es anfangs berfmht hat; bie Schule muß bem (Sangen bienen unb baSthut fte, inbern fte bie gäljigfeit wedt unb fiöcft, in {eben S^eig beS SlßiffenS eingubringen. StileKeitntniffe aber, bie mehr ober weniger wiffenfchaftlidjen ©harafter haben, oertaugen ein flareSBegriffliche« ®eitfen, baS gu feiner ©utwidluug unb giyirung bie Siebe, bas iffiort als fein ©e»Wanb, ja afs bie Sebinguitg feines Seins unb SBerbenS Bebarf, unb baraitf Beruht bie ®ere<hti»gung ber Sprache gitm allgemeinen höhern Unterricht. 33gf. §offmann, Sicht Sdjufreben überBäbagogifche tjeitfragen: über bie Stellung ber höheren Schufanftalten gum Seben ber ©egenwart.
®. Sieb.
**) ®aß bie Belferen Slealfcbulen biefeS 3'ef ebenfalls ins Stuge gu faffen, beSgfeidjen baßfie bas ffSrincif) beS ©elbmacfjenS abgufehnen angefangen haben, fott nicht geleugnet werben. SBirOerweifen auf ben Strtifet Slealfchitfe, $. Sieb.