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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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©pmnaftum, fein 23crljcittnie junt (Shrijtcntfjum ic.

ffönig unb 25aterlanb!" beutfdjed Sattb «nb beutfdjeS ßrbe ju »ertljeitigen. 2Bie tiefbeutfdf» Sehen unb ßmpfinben weljt in unfern Sßaßaben unb Siomaujen, tu unfernParabeln unb Segeuben, in unfern gabeln unb ©nomen! SSor allem bietet unfere Spritben herrtidjften Sfteidjtfjum beutfdjen ©emütljdlebend, beutfdjer grömmigteit unb beutfdjerStreue, beutfdjen SWutljed unb beutfdjer Äraft. fpier gilt ed bie Seele ber 3ugenb mitbiefem ßbelftein ju fdjmüctett unb ihren SDiunb ju offnen, baff fie in taufenb 3 UIt S enunb mit taufenbfadjem SJiunbe finge unb preife bed SBaterlanbed 9tuljm unb ßljreunb fidj fammele um ben unerfdjöpften Sieberquell, ber beutfdje grömmigteit unb 3ud?t,SBahrljeit unb Streue, greub unb Sdjtnerg, Seljnfudjt unb Droft audftrömen läßt inbie Sanbe. ÜJtan felje fid) nur einmal um in ber töjtlidjen Sammlung, bie Sßf). 3Bader=nagel in feinerStrBfieinfamfeit" jufammengeffetlt hat, aber man lefe aud) bie »onSBeljmutl) unb ^eiligem 3°rn eingegebene SSorrebe, in ber er tlagt, baff ed nidjt tneljrfo Hinge, toie eljebem, unb baff itnfer Sangedljort hier befdjmu(}t unb oergiftet, bort»erratljen unb »erlauft ift. 9?ur »erftehe man und nidjt fo, ald ob unfere beibettgrößten SDidjter, bie gerabe burd) eine über bie nationale Sdjranfe Ijittaudreidjenbellnioerfalität bed ©eifted fo Ijer»orragen, nur burd) bad fqjectfifd) SBaterlänbifdje in il)renSDidjtungcn geeignet Wären, nationaler 33ilbitng ju bienen. 3ftl)igenie unb Staffo finbburd) bie Snnigleit unb SSiefe beutfdjen ßmpftnbend, mit bem fie ber beutfd)e SängerouSgeftattet fiat, unfer getoorben, t»ie Sdjißerd Jungfrau unfere Jungfrau ift, bie ge=ftanjert unb geriiftet leibhaftig erftanb unb in ben heiligen Ärteg für bad unterbrüdte53aterlaiib führte. SDodj idj gefje nid)t weiter auf bad Sinjelne ein, rebe aud) nid)tWeiter »on ben »aterlänbifdjen Stoffen, bie unfere Sßrofa birgt. 33teled »on bem falltoljnebied bem Unterrid)t in ber ©efdjidjte anheim. 3$or allem müjfen unfere SDidjterlebenbig Werben, wie einft ,^otner unter ben @ried)en lebte unb bie claffifdjen SDidjterber Staliener, 33ritten unb grangofen ein jeber in feinem Sanbe. So Wollte eg fdjon§erber »on Uj unb fiafler, Steift unb Älopftocf u. a. Unb welch ein reidjerSangcdfdjah ift feitbem baju gefommen, Werth, baß er in boßem Slange »on ben Sippenbeutfdjer Sugenb wiebertöne! Sßeldj ein mächtigeg 23anb nationaler Sinljeit unfereSDidjter finb, barüber hat erft jüngft bie großartige geier, bie bem ibealften aßet SDidjter,unferem Sdjißer bargebrad)t würbe, auch bem größten 3t»dfler ©ewißheit gewährenmüßen. 2ludj unfere SDidjter finb ein fpeildpfanb unferer ©röße, bad ju jeber 3eit imStaube ift, bie S3ädje aud aßen Säubern jufammenjuleiten 31 t einem einigen großen23oItdftrom, ber ungeteilt unb ftolj in ben großen Dcean menfdjlidjer ©eiftedbilbungmünbet. fliur erwarte man nidjt, baß hie» aßed burd) Unterridjt gelehrt unb erläutertwerben mäße. SDie Sd)ule rege nur an unb gewähre bie fpülfdmittel unb traue unfererSugenb nodj biefelbe Sbealität 3 U, mit ber fie einft in unmittelbarer Eingebung jebedneue Sieb unb jebe neue SDidjtung aud bem SDiunbe ihrer Sdjöpfer empfieng. Sin eblerSBetteifer treibe unfere Säuglinge, bad SSefte bem @ebäd)tnid einguprägen unb 3 umGsigentljum für ©eift unb ^lerg ju madjen. SDie beittfdie gamilie fomme mit ihrer^audbibliothef 3 U §iilfe unb fammte in Slbenbftunben bie Sinber um ben häudlidjenSDifd), bamif fie Später unb STfutter ersäljien ^bren unfre Sagen unb ÜDiären unb bieSDh«ten unfrer ©efdjidjte unb fidj erheben unb erfreuen an ben Älängen unferer SDidjter.

SDem Unterridjte in ber »aterlänbifdjen ©efdjidjte hat man für bie nationale33ilbung unferer Sugenb mit fftedjt eine befoubere 23ebeutung beigelegt. 9lber ed iftnidjt 31 t »ertennen, baß man gerabe hiebei bem ©ijmnafium oft falfdje unb ihm fernliegenbe 3iele »orgeftedt hat. SDem 3«ge ber 3eit fotgenb foßten bie Sdjulen befonberdpolitifdje SBilbung burdj bie ©efchidjte erftreben, bamit bie Sdjüler burch Äenntnid bermobernen Staatdeinridjtungen befähigt würben, bie bereinftigen gunctionen eines Staatd»bürgerd audsuüben. SJiit foldjen Stoffen ber neueften 3eitgef<f)idjte hat ed bie Sdjulenidjt 3 U tljun unb ber »on jenen 3ugenbfreunben ftatuirte 3t®ecf ber Sdjule fern.SDie neuefte ©efdjidjte aber gehört iljr überhaupt nidjt an, ba über biefelbe bad UrtljeÜnodj nidjt abgefdjloffen ift unb ed $u ihrem wahren unb boßen SSerftänbnid an Dbjec=