©hmrtajtum, fein SBctljäWttB jum ©httftentljutn ;c.
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©er Humanismus ifi Bei uns nicht wie bei anbern SBBtlern mehr ein IccibenS, fonbentbie ©ubftanz ber Nationalität. (Er gehört 31 t unfern angeftammten (Sigenfdjaften unbbewährt ftc^ atS bie Äraft, in bem pemben ba§ wahre SBefen ju erfaffen, bie ernanntenSSorjiige in bie eigenen SBerfe t)ineinjubitben unb felbft bei Nadjfchöpfungen, wenn fieaud) lange nur Nachahmungen bleiben, gütest bem, wag fogar in ber eigenen Heimatnicht jur Neife gelangen fonnte, eine boüenbete ©eftalt ju geben." ©o (EtjolebiuSin bem gebanfenreidjen Schlußwort feiner „©ef<hi<hte ber beutfdjen ißoefie uad) ihrenantifen (Elementen" (S?eifogtg 1856). pr bie ißrajiS ber ©chule folgt barauS, baß baSclaffifdje Slltertljum mit feinem Humanismus, mit bem eg bem (Elji'iftenthum guftrebtunb in ihm enbtidj feine (Erfüllung finbet, ein ewiges SWoment einer beutfdjen ©eifteS»bilbung bleiben muß, baß aber baneben baS inbioibueü Nationale, um in bem pembenbaS wahre SSSefen nidjt ju oerlieren, gerabe bei ben ©eutfdjen einer befonberen pflegebebürfe.
(ES tarnt nicht zweifelhaft fein, baß bie SSebeutung beg claffifdjen 3111erthumSfür unfere nationale 33ilbung fidj befonberS in gwei Nichtungen offenbart. (Einmal iftbaS claffifdhe Slltertljum jnr (ErtenntniS unfereS nationalen ©eifteSlebenS in Kunft unbSBiffenfdjaft eine unentbehrliche SBorftufe, fobann ift eS für bie oaterlänbifdje 23ilbungunferer 3ugenb, inSbefonbere für (ErtenntniS öffentlicher unb ftaatlidjer ßuftänbe, wiefür (ErWedung fatriotifdier ©efinnung eine uuerfdjöpflidje pnbgrube.
©er beutfche SJollSgeift ift langft burch Aufnahme ber berfdjiebenften (Elemente jueinem ©ammelpla(se aller anbern SSolfSgeifter geworben. Unfere ganze Siteratur iftbafür ein rebenbeg .geugnig, ®ie SSorliebe, mit ber man frembe ©toffe im ÜNittelalterbearbeitete, ber (Einfluß ©Ijatfpeareg, bie Uniberfalität eines ©öthe unb ©djiller, beneitman gewiß nid^t nadjfagen lann, baß fie fpecififdj beutfdj finb, wenn nicht iljrbeutfdjeSSffiefen gerabe in jener ibealen Uniberfalität beftänbe, baS ©treben HerberS, NüdertSunb anberer, bie ©timmen aller Söller in unferer Literatur berneljmbar 31 t machen,geigen, wie burd) Aneignung beS pemben unfere Literatur ju ihrer gegenwärtigen ©e=ftaltung gelangt ift. Sor allem aber ift eS ber (Einfluß beS claffifdjen UterthumS ge»wefen, ber unfere äöiffenfdjaft unb unfere Äunft zur S3lüte unb SoHenbung geführthat, fo baß beibe ohne (ErtenntniS ber Sorftufen unb ber S3ebingungen, unter benen fieentftanben fxnb, nicht grünblidj erfannt Werben tonnen. 2Bie unfern großen H e *°enfelber an ben griechifdjen ÜNeifterWerten baS Siuge für bie ©djönljeit aufgegangen ift,Wie fie bon Homer unb ben ©ragitern bie SBeilje ber ißoefie emffiengen, fo lernt unberfahrt unfere 3 ugenb, bie wir 3 U einem tieferen Serftanbniffe unferer Literatur führenwollen, ben (Seift unb ©egen edjter ißoefie noch ^ eute ÖDlt beit ©riedjen. pr ba§Serftänbnig beutfdjer )Ph^°f D h^ e mirb griedjifdje ©peculation, für bie Wir in faß»baren (Elementen bereits auf bem ©hntnafium borbereiten, eine ewige SBorljatle bleiben.©aSfelbe gilt bon ber ©efdjidjtsfcfjreibung unb bon ber SSerebtfamfeit. ®od) id) gehenicht näher ein auf bie einseinen ©attungen ßoetifdjer unb profaifdjer Sunftfdjöpfungen,für bie alle bie Sitten unbergleidjliche Ntufter aufgeftetlt hüben. lud) unfere plaftifdjeÄunft h<it befanntlich bie Sinien ber ©d)önl)eit unb beS NlaßeS jenen ©ebitben abge»laufdjt, für beren SerftünbniS baS Sitterthum beutfdjer 33ilbung fort unb fort unent»behrlid) ift. 2ßie Wenig eS fid) hier um eine Slbljängigfeit, Wie eS ftd) bielmehr um einen©ieg über baS pembe ifwnbelt, wie feljr ©eift in ©eift übergegangen ift, bafür genügeeS an ©ötlje’S 3fhi8 e bie 3 U erinnern. „Sludj biele phNofohhif^ unb Wiffenfdjaftlidje©djriften ber claffifdjen ißeriobe finb nicht allein (Erjeugniffe ber nationalen Äraft, fonbernauch ber ©eiftes» unb ©efdjmadSbilbung, bie bem Silterthum entfprang, unb bod) iftba leine Stbljängigteit ertennbar. ©enn eS ift nidjt baS pembe aufgenommen, bieeigene Sraft ljnt fid) nur an ben SNufterbilbern einer glüdüdjeren geit entfaltet. 2Biethöricht wäre ber ©tolg, lieber NtangetfjafteS 3 U leiften, als bon foldjen SNufterbilbernju lernen. SSeber ber (Einzelne noch bie Nationen fönnen unb foßen fid) abfdjließen;fie alle befteljen nur burch unb für einanber, unb baS SSortrefflidje hot buS Ned)t, zu