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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
Entstehung
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©tafer.

3nbetn ©r. bei ben wiffenfdjaftlidjen ®artegungen ber -ßrincipien ber ©rgiehungd=unb Unterridjtdlehre öon ber ißeftiminung bed SDSenfdjen atS foldjen unb Oon bem©ebartfett audgeljt, baß jeglidje Sljättgfeit auf biefem Selbe nur beit 3rced verfolgenfönne, bad tu jener Siegenbe ju »ertoirflid^en, hat er eine einheitliche, ridjtige unb fol=genreidje ©runblage für feine ©ntwictlungen unb Sludführungen gefunben. ©djabe, toafjbie nähere Sludeittanberfefeung biefer 2Bal;rljeit oielfad) anftatt auf U)iffenfd)aftlid)=antfyro=pologifcfjen, öon djriftlicbem ©elfte getränften, Slnfdjauungen $u rul;en toie fd;on obenbemerft öon gum ©l;eil ungenießbaren ©peculationen befyerrfdjt unb eingeengt wirb,in ihren Sludführungen mager unb unbefriebigenb bleibt, unb in einer etwad unbefyohfenen mit bem ©ebanlen ringenbcn SDarfteKung erfolgt.Die SSeftimmnng bed Sienfc^enin ber SBett ift" aberbie oorgüglidie ffteprafentation bed göttlichen ©eind im Sferhält=nid gu ben übrigen ©attungen ber SBefen. ©ie ift baljer SHüinität b. I). bie 3)ten=fdjen foHen burd; ein ©elbftfein ober burd) ein mit ihrer 3bee ibentifdjed Sebeit oberein mit eignem ©elfte unb eigner ©fyatigfeit burd;and unb ftetd beftimmted ©ein,bad Slbbilb bed göttlichen ©eind oorgugdweife barftellen." 3nbem fofort ©rgiehuugunb Unterridjt gur ©rfülluug jener hinleiten foHen,haben fle bermittelft ber ©inwirfnngber reifen fDienfdjen ben berantoadifenben SJicnfdjen in berfRidjtung 31t unterftü^en, baßfeilt ©efammtoermögen, fein ©ein gu begrünben, um fo seifiger unb fidjerer ^erOor=fomuie." §iebei legt nun aber ®r. ben größten SBertf) barein, baß ber ©i-gieper beifeinem @efd)äfte sloarloegen ber eiuselnen mannigfadjen 93egiehungen bed menfd)lid)eitSehend itt ber SB eit bie ntenfdjlidjeu Anlagen unb Äräfte ftdj öereinjelt benfen, aber inihrer Sludbilbung ftetd sugleid) ald ein ©efammtoermögen nehmen feile. 3nwiefcrn eralfo jum S3el)uf feiner ergieherifdjen ©l;atigfeit bie Sludbilbung ber eiuselnen Stnlagenübernehmen will, muß ed nicht nur bloß in harmonifdjer wechfelfeitiger S3erbittbunggefcljehen, fonbern wahrhaft in ununtcrfdjeiDbarer ©inheit, um ein menfd^lidjed SBefenSn bilben." 3n fjolge biefer ©runbanfdjauungen geljt bei ihm einmal ein fpauptbeftrebenbahin, ber ergiehenben unb unterridjtenben ©hätigleit eine aHfeitige, ben gangen 3Jten=fdjen ind Singe faffeube Sludbilbung ber phhfifd;eit, intellectucllen, äßhetif^en, moratifchenSrafte (Sntwidlnng ber Seibed= unb ©eelenftärfe: ©ugcnb, Äuitft, SSernunft) 31t fidjern(nameutlid) aud;ber Unterricht muß in jebem SOiomente total bilbenb fein"), ©d hängtaber bamit and; bad SBeitere gufammen, baß ihm jebe Sefdjränfung ber 3bee ber SOien=fdienbitbung unb ber uöthigen SJiittel für biefeu 3mecf ald bad größte Unrecht erfdjeint,cd giebt ebenbarum and; neben allen Sefonberheiten unb eigenthümlidjen 33ebiirfniffeneinen ewigen, allgemeinen ©rgieljungd» unb Sehrplan," unb ed ift baljer aud)eine wahreSJerfünbignug an ber SDienfdjheit, wenn man entweber aud unöerjeihlicher SBiüfür oberaud 33efehränftheit unb bod) lieblofer Slnntaßung beitäDtenjdjett irgenb einen ihnen ge=bührenbeit Sehrgegenftanb oorenthalten will. Sein gürft barf gebieten: ÜJiein S5oll foUnur bied nnb bied miffen unb in meinen ©djulett foll nur bied unb bied oorfom=men; fonbern bie ©ottljeit nur l;at hier gu gebieten unb hat geboten, ©ie hat edbeftiuimt, Wad ber fDJenfdj ald ÜDtenfd) wiffen ntüße unb folglich ift bie 33efd)ränfitngbed 9)tenfd)enunterrid)td aud; wahrhaft eine ber himntelfdjreienben ©ünben gegen benheiligen ©eift." ©taube man nidjt, baß ®r. burch bad gefttialten foldjer ©runblagein oage 2)teiifd)heitdbilbitngötraume hineingeführt Werbe. ®aöoit hat ihn ber ihm eigenehöhere biüinatorifd)=praltifd)e S3tid bewahrt, oermöge beffen er neben bem 3' e ^ ber aH=gemeinen üBtenfdjheitdergiehung bad 33ebürfniö ber befonbern ©tanbederjiehung nicht bloßanerfennt, fonbern einer ber erften fßäbagogeu ift, Weld;er bie gerabe hier fidj gettenbniachenben Unterfd)iebe aUerbingd halb mit mehr halb mit Weniger ©lücE auf bie ridj=tigenPrittcipien gurütfguführett fudjt. grageit wir nun aber in SSegiehuitg auf bie @ntwicf=tung ber ntenfd;Iid)en firafte naher, weldjed bad 3iel ber edjt menfd)lid)en Sludbilbungfei, fo befteht ed nad) @r. in ber Befähigung 1)bad ntenfd)lid;e ©ein felbft gu be=grünben" unb 2)ed 51t begrünben in ber rechten gorm" b. h- in freier, felbftbewußter,ceruünftiger ©elbftbeftimmnng. ®aburd) conftituirt fid; nadj einer ©eite (bie anbere