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©ötßc’S Scctüre.
allein finben fömtten in ber öoUlommenen Harmonie, Welche baS Sljriftenti;um ergeugtals ber „DrpfyeuS, ber baS S^ier im SDrenfdjen gäljmt unb eerwanbelt" (Doftergee,©öthe'S Stellung gum ß^riftent^um), als ber ßriebenSbote, ber auf baS SSergänglidjeunb Srbifdje baS Sonnenlicht eines Unöergängtidjen, eines ©ottlidjguten unb ©ebenenhereinfalleit läßt, Slber mir mäßen nod) Weiter gehen unb eS fogar für einen 3rrtl;umunb ein SSorurtheil erllären, wenn man baS ©roße einer ißoefie, wie ber ©öthe’S, alsbaS GcrgeugniS ber reinen SSienfdjennatur betrauten unb biefe ebenbamit in ihrem SBertheunb in ihrer Äraft bem ßfiriftentlmm unb feiner öermeintlidjen SluSfdjIießlidjfeit entgegen»[teilt, als wollte man fagen: fietje hier, WaS ein äftenfdj, ein wahrer, echter SKenfcßift unb fdjaffen lann, auch trenn er fein Efjrift, fein befonberS gefärbter unb auS=fdjließüdjer ßfirift ift. Sin 3rrtl;um unb ein SSorurtheil ift baS, benn, um eS miteinem SBorte 31 t fagen, gerabe baS SSefte unb ©djönfte biefer weltlichen ißcefte ift ebengleifd) üont gleifdje beS (Sljriftent^umS unb SSeiit bon feinem S3eine; unb Wenn ©öthefelbft, wie Wir hörten, bagegen fwoteftirt: alle föftlidjen gebern ber taufenbfadfen S3egelunter bem [pimmel ißnen, als wären fie ufurpirt, auSguraufen, um ben ißarabieSbogelbe§ ShriftentfiuniS auSfddießlid) bamit gu fdjmüden, fo fagen wir ißm unb aKen, bieiljn bergöttern, ittS SIngefidjt: bie fdjBnften ßebern, mit welken bu beiite Slunftwerlefdjmüdft unb bie S31öße ber 9?atürli<hfeit bebedft, finb bem fßarabieSöogel beS Sfwiften»thumS, an beffen febenbigem Seibe fie geWadjfen finb, aitSgerauft, Wenn aitdj ofgieSBiffett unb SBiHen auSgerauft. üDtau hat ©Btlje’S 3f>l)igenia eine djriftlidje SIRabonnagenannt, mau hat baran erinnert, baß ©ßthe ben iitnern ßwiefpalt im menfdjlidjenbergen an gauft nidjt.fo wahr unb treffenb hätte fc^ilbern fönnen, wenn ihm nidjtbaS Gcbangetium bie gadel ber ©elbfterfenntniS borgehalten hatte, unb SSitmar fagtunübertrefflich fdjön, baß bie aitS ber SÜefe ßerauSgeWadjfene Sidjterblüte ©ötße’S gleidtber SBafferlilie, bie bon ben SBettcn hin* unb hergefdjaufelt wirb, mit ihren SBurgetnfeftgeWadjfen War auf bem ewigen ©runbe, ber gelegt ift, ehe ber SB eit ©runb gelegtWar, unb fo glauben wir and) mit SS., „baß man, fnnabfteigenb an bem Schaftebiefer Silie, au ber SBitrgel berSßflange bie ißerte finben fönne, Welche fößlidjer ift, alsalle ©d;ä( 3 e, weldje in ben Schiffen unb ©djifflein t)in= unb hergeführt Werben überbie mtfidiern Sßege." •— 3n ber SUfat Wollte man nur in boHer Unparteilidifeit, ohnegweierlei SJfaß unb ©ewidjt angitWenben, einmal genau abwägen, was bie üordjrifttidjeSBelt unb gWar in bem, was nadj ©öthe felbft feinen 351ütefninct bilbet, im ©riedjen»•thmn wirflid) erreicht hat, unb WaS bagegen baS ßh r ift en thum, aufgefaßt in ber gangenSiefe unb SBeite feines fßrincipS, ift unb gewirft hat, unb wollte man bann weitermit beibem »ergleid)eu, WaS man an ©öthe am meiften beWunbert unb am häuftenfreist, fo müßte man erfennen, wie bie großartigften ©ebanlen, bie fd)önften färben,bie lieblidjfteu £öne ©öthefdjer ©idjtung aus bem ßh r 'f te nthnm ftammen, gWar aller»bingS nicht immer unmittelbar auS feinem gefdjicbtlidjen 33ud)ftaben, aber aitS bemßhrtftenthum, Wie e§ in ber weltgefdjidjtlidjen Sntwicflung fein inneres SBefen mehrunb mehr hewutSfehrenb gleidjfam gu einem unfießtbaren, geiftigen ßluibum geworbenift, baS bie gange SlnfdjaitungS» unb SnipfinbungSWeife ber mobernen SBelt burdjbringtunb beherrfdjt. Sinleudjtenber mag biefer ßnfammenhang mit bem Slwiftenthum bei©d)iKer erfdjeineit, beffen hbdjftrebenber fittlidjer 3bealiSmuS, wie immer, itt feinemfelbftgenügfamen ©tolge fidj in birecteu ©egenfafj ftettt gum ßh r 'f ten thnm als einerffteligion ber SSerföhnung unb Srlöfung, nidjt weniger als ber h™melftürmenbebhilofoßhifä ) 2 SbealiSmuS ber neuern ßeit feinen Urfprung genommen hat auS einerenergifdjen ßinlehr beS ntenfdjlidjen SSewußtfeinS in fidj felbft unb auS ber SoSreißungbeS SBiHenS oon allem nur natürlichen unb äußerlichen, Wie fie in bem SJtaße unbin ber Slrt innerhalb ber oordmftlichen SBelt fid; niemals gebilbet Ijnben, bagegen abermit ber djriftli^en ©rnnbanfdjanung bem innerften unb tiefften ©runbe nach Wefentlid)gufammenhäitgt. 3it SBahrheit aber treibt baS ßh r >f* c nthum, wenn ich fo fagen fotl,ben Äeit in bie üftitte jwifchen ben ©chillerfdjen 3bealiSmuS unb ©öthefdjen Realismus,