©ßtlje’6 ßcctürc.
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Statt angucrfeniten, bajj baS G.!)riftentl)um beit fdjon uorljanbenen fftijj inS Sidjt gefteHthat, aber and) bie Teilung bafür barbietet, preist er bie 3 e >t ber ©riedjen mit beitbegeidjnenben SBorten: (1 9 Jed) fanb fid) baS @efüt)l unb bie 33 etrad)tung nid)t jerftiidfeit,nod) toar jene famit heilbare £remtitng in ber gefmtben äRenfdjenfraft nod) nichtoorgegaugen."
9 Dcit biefem Urtl)eil, baS mir über ©ötlje’S 33 ert)ältni 8 jur fittlidjeu 2 Bettanfd)aitungfällen müfeit, ift nun audi fdjon Wefentlid) baS Urttjeil über feine Stellung jum Sl)ri=ftenttjum inSbefottbere attSgefprocben. ©ötlje mar ju fel)r nidjt nur SDienfdjenfettner,foubern felbft ÜRenfd), unb ein 31t großer £>id)ter, als bafj er grunbfäfclid) dtle unbjebe 3 Bal)rl;eit ber Religion l)ätte oerwerfen fönnen unb Wollen. -Rennt er fid) aud)felbft ein Söeltünb, fo fefjt er ljinju, baß biefeS SBeltfinb bod) aucf) eine Seite Tratte,bie nadj bent fpiinmlifdjen beutete. SEBenn er ferner and) fagt: „idj glaube aud) aus ber2 Bal)rt)eit 31t fein, aber auS ber Sßalirfeit ber fünf Sinne, fo mar bodj fein ©eift jutief angelegt unb feine ’pfantafie 31t reid), als baff fie mit einer materialiftifdjen,öoltairifdjen, popularphitofophifdjen SJerläugnung ober Su§l)öl)Iung ber Religion fid)Ratten befreunben fonnett (man oergl. feinen SluSfprud) über bie tpopularpl)ilofopt)ieunb bie religiöfe Slufflärung bei gall ©• 381 ), unb nid)t oielmebr 3U einem einigenunb abfoluten ©runb aller ®inge aufgeftiegen mären unb im Dicidje ber 9 tatur miebeS ©eifteS eine lebenbig mirfenbe unenblidje SRadjt unb SSernunft an3nfd)auen unb 31tfüllen gefudjt Ratten. Sein wiffenfdjaftlidjeS, fein poetifdjeS unb fein pcrfönlid) ntenfd)=lidjeS, ja and), mentt man fo fagen wiK, fein religiöfeS Sntereffe haben fid) bafyer baringttfammengefunben, beut Spinoja ben Prang ju reifen, 3toar nid)t fo, baff er bantitbaS pl)ilofopl)ifd)e Spftern Spinoga’S unb alle feine Sonfequengen fid) fyatte aueignenunb aud^ nur fiar gnnt Sewußtfein bringen motten, fagt er bod) felbft: man benfeaber nidjt, baß id) feine Sdjriften l)ätte unterfdjreiben unb ltttd) ba3U budjftäblid) be=fenuen mögen; mit metapI)t)ftfdjen -Problemen modjte er fid) nur menig befaffen, miegalt bemerft, „benit bie gludjt beS Ueberfinnlidjen loar mit ihm geboren unb baS Reid)ber (Erfahrung 30g it;n gang auSfdjließenb an," —■ fonbern mit Spinoga mill er fid)nur 311m fßantfjeiSmuS als einer gemiffeit SEBeltanfdjauung überhaupt befennen, fofernbaS enge 3 ufarantenfd)Iingen beS Unenblidjen unb Gsnblidjen nid)f nur eine lebenbigereunb geiftigere Slnffaffitng ber -Ratur 31t förtern fdjeint, fonbern and) in SSerbinbungmit bent begrifflichen §ellbuufel, baS beut ißanthciSinuS eigen ift, ber iPfantafie unbbent ©efiifyle einen mpfteriöfen ipintergrunb Bereitet, meld)er fomol)l bie bidtterifdje 9 ln=fd)attung als religiöfe Stimmungen gulaßt unb begünftigt, obwohl bei ©ötl)e baS3 utrauett 3U Spino3a, mie er fagt, nod) inSbefonbere auf ber frieblidjett Sßirfuugrufte, bie er in il)ttt l)eroorbrad)te, b. I). auf beut 3 )etermini 8 mu 8 feines eine ftrengeSRotljwenbigMt oerfiiubigenben SpftemeS, weldjer einerfeitS eitt ntajflofeS Strebengügclte, anbererfeitS baS Sittliche bent ‘Ratürlidjen näher rüdte unb ben fategorlfd)eitSmperatiö 3111- 9 htl)e roieS. Religion unb Sl)riftentl)um fanbett bal)er bei @otl)e eineStelle eigentlich nur als Sadje ber -Phantafie unb beS ©efiiljlS, nidjt aber ober meitmeniger fofern fie eine fittlidje Erhebung unb einen fittlidjeu Pantpf forbern. füeblid),fagen mir mit Stfjolud: (bermifdjte Sdjriften S 3 attb II. S. 369 ), erfdjeiut il)in Religionunb Sittlidjteit, ja baS innertidjfte unb märmfte djriftlidje Streben, fobalb eS fampfioSfid) barfteltt als Erzeugnis einer fd)önen Sßatur unb an foldjen ©emütl)ern, bie, meiteS ebenfo iljre Ratur ift unb fie fid) ihrer fdjönett Stimmung nur als einer ©abe unbnicht als eines Erworbenen bewußt finb, attdj jebent anbern bie Irt gönnen, 31t fein,Wie er ift, unb in großer SRilbe unb SSielfeitigfeit gewähren laffeit, maS irgenb in berSRenfdjenWelt fid) regt, gleidjmie fie gewähren laffen, maS im Sdjoße ber Ratur fid)erzeugt l) a i- ©Btlje’S Sßlid ruht mit SBohtgefaHen auf religiöfen Raturen, wenn biegrümmigfeit in ihnen baS erzeugt, ma§ er fo djarafteriftifdj eine „fdjöne Seele" nennt(mie bei bem fprättlein »01t Plettenberg in ben Sefenntniffen einer fdjönen Seele, bentPönig Sttbmig Rapoleon, galt S. 165 ), jenen mitben ^rieben, jene fid)ere 9 hthe unb