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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Musterung -

mehr als 10ÜA wiegen; auch müssen an jedem Packet!äußerlich nicht nur die Anzahl der Muster, sondern!auch die Fabrik- oder Geschäftsnummern angegebensein, unter welchen die Muster in den Geschäfts-büchern des Urhebers oder seines Rechtsnachfolgerseingetragen sind. Die Eröffnung der versiegeltenPackete erfolgt nach S Jahren. Von dem Muster-registcr und nicht versiegelten Mustern darf Jeder-mann Einsicht nehmen. Die Schutzfrist beginnt mit^ dem Tage der vorschriftsmäßigen Anmeldung undNiederlegung eines Exemplars. Der die Anmeld-ung u. Eintragung in das Musterregister bewirkendeRichter hat in der Regel nur die Disposirionsfähig-keit u. die Identität des Anmeldenden zu prllsen, zuwelch letzterem Zwecke der AnmeldenLe, wenn ernicht persönlich bekannt ist, bei persönlichem Erschei-nen einen Necognoscenten mitzubringen hat. Vgl.Landgraf, Musterrecht u. M., Lpz. 1875; Kloster-mann, Das Urheberrecht an Schrift u. Kunstwerken,Mustern u. Modellen, Berl. 1876; Dambach, DasM.-Gesetz erläutert, ebd. 1876. i.

Musterung, 1) die Besichtigung eines Truppen-theils in Bezug ans Bekleidung, Bewaffnung u. Aus-rüstung sowie Controls über die Verwaltung u. Er-gänzung der Bestände an Bekleidungs- rc. Stücken,sowie über die Verwendung der hierfür bewilligtenGeldmittel, daher auch ökonomische M. genannt;sie wird abgehalten von einem höheren Commandenr(gewöhnlich dem Brigade.Commandeur), welchemein Jntendanturbeamter beigegeben ist; beide zu-sammen bilden die M-scommission. 2) So v. w.Aushebung (s. d.).

. Musterweberei, s. Weberei u. Gewebe.

Musterwirthschaften nennt man solche Wirth-schäften, welche Lurch vorzügliche Einrichtungen undrationellen Betrieb gut rentiren u. zur Nachahmungdienen. Durch Bcwirthschaftung nach geeignetemSystem finden die einzelnen Theile der Äirthschaft:das Düngerwesen, die Bestellung der Felder, derAnbau der Gewächse u. die Ernte derselben, der Wie-^ senbau, die Viehzucht, die Fütterung der Hansthiere,

! die Haus- u. Hofwirthschast, die mit derselben ver-bundenen technischen Gewerbe, die Buchführung rc.genügende Beachtung, so daß sie durch zweckmäßiges! Jneinandergreifen ein harmonisches Ganzes bilden.Die Wahl des Betriebssystems richtet sich nach loca-len Verhältnissen n. wird musterhaft genannt, wenndurch konsequente Durchsührung desselben der größteReinertrag erreicht wird od. zu erwarten steht. Wirth-schaften,die durch sinnreiche Einrichtungen dem Augeschmeicheln od. durch ausgefllhrte Meliorationen undAnwendung größerenCapitals gehoben werden, abernicht rentiren, sind keine M., sondern Luxuswirth-schaften. In letzter Zeit sind kleinere M. vom Staatunterstützt od. eingerichtet worden, um als Vorbilddes. für den kleinen Landwirth zu dienen. Rhode.

Musterzeichenschulen (im engeren Sinne),

) Anstalten, in denen das Zeichnen und Erfinden vonMustern gelehrt wird. Zweierlei Richtungen sind beidem systematischen Unterricht in denselben zu beobach-ten: einmal die Verschiedenheit der Anwendung derMuster, in Bezug ans die verschiedenen Gewerbe,sodann die damit zusammenhängende Verschiedenheitder Stile. M. in diesem engeren Sinne gibt es alsösfcmliche Anstalten eigentlich nicht, sondern meisten-theils nur in den Fabriken selbst, wo sie aber gewöhn-

Mutation.

! lich, da sie nur auf ein Gebiet, z. B. Teppichweberei,! sich beschränken, mir einseitig sich gestalten. Die heut-zutage in fast allen größeren Städten unter dein Na-men Knnstgewerbeschulen eingerichteten Anstaltenhaben eine viel umfassendere Bedeutung, da darinaußer Musterzeichnen auch Modellireu, sowie zahl-reiche technische Disciplinen gelehrt werden. Schasl-r.

Mnstcrzcichuen, Zeichnen, bezw. Erfinden vonDessins sür verschiedene Gewerbe, namentlich Tep-pichweberei, Tapcteufabrikation, Gobelinmauufac-tur, Porzellanmanufactur -c. Das Muster unter-scheidet sich vom Modell dadurch, daß es nicht wiedieses ein körperlich gestaltetes, sonder» nur ein flä-chenmäßiges Vorbild bedeutet. Das M. hat neuer-dings eine große Bedeutung gewonnen u. wird syste-matisch in darnach benannten Anstalten (s. Muster-zeichenschulen) gelehrt.

Mnsteschar (arab.), der oberste Rath in dentürk. Ministerien, Staats-od.Generalsecretär, Stell-vertreter des Fachministers.

Mustoxydis, Andreas, neugriech. Gelehrter,aus dem Geschlechts der Chrysoloras, geb. 1785 inKorfu; studirte in Pavia Jurisprudenz, wurde aber,nachdem er 1804 eine historische Schrift über seinVaterland in italienischer Sprache herausgegebenhatte, von dem neuerrichteten ionischen Senat zumHistoriographen der ionischen Inseln ernannt. Erlebte längere Zeit in Mailand, hatte 1821 eine An-stellung bei der russischen Gesandtschaft in Turin,wurde 1828, nachdem Kapodistrias Präsident vonGriechenland geworden war, von demselben zur Leit-ung des öffentlichen Unterrichts u. zur Aufsicht überdie Alterthümer des Landes berufen und kehrte nachder Ermordung Kapodistrias'nachKorfu zurück, wo eranfangs Mitglied der Gesetzgebenden Versammlungu. Archont für den öffentlichen Unterricht war, dieseStellejedoch später niederlegte u. 17. Juli 1860 starb.Er sehr.: Illustramoni Ooroirosi, 181114,2 BLe.;bixposö cies ckaits, gui onb prsescks et sulvi 1a ess-8iouäe?arAa, 1820; Gonsiäoramons sullaproseutslinZua ckoi Orsoi, Vened. 1825; Rsnsoi^nsmeuts8ur 1a 6reos st sur l'aäiuinistratiou cku oomts La-poäistrias, Par. 1833; gab ferner während seinesAufenthaltes in Griechenland eine wissenschaftlicheZeitschrift, eine Sammlung mittelgriechischer Texterc. heraus u. übersetzte den Anakreon (Ven. 1817) u.Herodot ^Mail. 1819 ff.) ins Italienische. Kelchner.

Mnsürus, Marcus, griech.Gelehrter ausRe-timo auf der Insel Candia; lehrte seit 1453 griech.Sprache in Padua, dann in Rom u. Venedig, wurde

1516 Erzbischof von Malvasia(Epibaurus) u. starb

1517 in Rom. Er gab heraus den Aristophanes,zahlreiche Reden des Demosthenes, Platon, Aristo-teles, HesychioS u. a. griechische Schriftsteller (Aldi-nische Ausgaben), ferner; Lpiotolae äivsrsorumplülosoplrorum, Ven. 1499. Seine Loirolia insaoum liegen als Mannscript in der Nationalbiblio-thek in Paris.

Mut, ägypt. Göttin, die Gattin Amuns (s. d.),Herrin der Finsternis; genannt, trug im Bilde denKopf des ihr heiligen Geiers.

Mutse (latein., d. i. stumme), die Laute, bei derenBildung die Mundhöhle geschlossen ist. Llnta vuiulignicia, Verbindung eines stummen (muta) mit einemflüssigen (lignicla) Laute, z. B. tr, ^r, pl rc.

Mutation (v. Lat.), 1) Veränderung, Wechsel;