Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
289
Einzelbild herunterladen
 

289

Muskingum

IxLtere Zeit erhalten hat u. gegenwärtig noch in derPrenß. Armee für alle Infanteristen, die nicht zu denErenavieren oder Füsilieren zählen, gebräuchlich ist.

Muskingum, 1) (M. River), 176km langerNebenfluß des Ohio im Nordamerika», tluionsstaatOhio, ist etwa ISO km weit schiffbar u. mündet beiMarietta; von Dresden ab führt auch ein Seitcn-kanal nach dein Ohio-Kanal. 2 ) County im Nord-amerika». Unionsstaat Ohio, 40° n. Br., 82" w. L.;44,886 Ew. Hauptort: Zancsville.

Muskogies (Muskoghees), mit den Seminolen(Flüchtlinge) zum appalachischenJudianerstamm derCreeks gehörige Indianer im SO. der VereinigtenStaaten von NAmerika, nördl. von Florida sitzend,csetzt sind die M. in das Indian Territory verpflanzt.^ Muskül, s. u. Muhsklll.

Aiusöne, zwei Flüsse in Italien: 1) (sonst Mi-seus), in den Prov. Ancona und Macerata; 60 kmlang, eine Strecke schiffbar, fällt einige Meilen vonLoreto ins Adriatische Meer; 2 ) in Venetien, ent-springt südl. von Asolo in der Prov. Treviso, ist ineinem Arm kanalifirt oberhalb Dolo in die Brentageleitet, während der andere Venedig gegenüber indie Lagunen mündet.

MllsontUs, Casus M. Rufus, röm. Ritter,aus Volsinii in Etrurien, Stoiker; lebte im l.Jahrh.n. Chr.; er wurde von Nero nach der öden InselGyaros verwiesen, weil er sich au der PisoninijcheuVerschwörung betheiligt haben sollte; als Vespasianzur Regierung kam (69 n. Chr.), war er aber bereitswieder in Rom u. wurde, als die Philosophen ausRom vertrieben wurden, allein daselbst geduldet.Fragmente seiner philosophischen Schriften, in denener Lehren der praktischen Philosophie in der Weisedes Xenophon populär behandelte, herausgeg. vonPeerlkamp, Haarlem 1822; vgl. Baltzer, M., einCharakterbild, Nordh. 18*1. Eichhoff.

Muspell (Muspellsheimr), in der nord. Mytho-logie die im äußersten S. gedachte Feuerwelt. DieBewohner vonM. hießenMuspellssöhne. DaherMuspilli, ein von Schmeller, seinem ersten Her-ausgeber (München 1832), also benanntes althoch-deutsches Gedicht, das nach christlicher, biblischerWeissagung, aber ganz vom altgermanischen Heiden-thum durchdrungen, den Untergang der Welt durchFeuer (muspilli, wie die Germanen den Weltbrandnannten), besingt. Es ist wahrscheinlich zu den Zei-ten Karls d. Gr. von einem Bayern in alliteriren-den Versen, au deren Stelle aber öfters schon derReim tritt, verfaßt. Was uns davon erhalten ist, istnur ein Fragment aus einem größeren Gedicht, undda sich dasselbe in einem Ludwig dem Deutschen (gest.876) gewidmeten Buche findet, so vermuthet man,daß es von diesem selbst auf die leeren Blätter undRänder ans der Erinnerung uiedergeschrieben sei.Vgl. Vetter, Zum Muspilli und zur altgermanischenAlliterationspoesie (Wien 1873, und Pfeiffer, Ger-mania 16, 121 f.). Rahmann.

Musschenbroek, Peter van, berühmter Phy-siker, geb. 1692 in Leyden; wurde 1719 Professorder Philosophie und Mathematik an der damaligenUniversität Duisburg, 1723 in Utrecht, wo er vielePhysikalische Untersuchungen anstellte, 1740 Pro-fessor der Philosophie u. Mathematik in Leyden, woer sich bes. um die Elektricitätslehre verdient machte,und st. 19. Sept. 1761 daselbst; er schr.: Rii^sioasVierers Universal-ConversationS-Lexilon. K. Aufl. Xlt

Muffet.

sxpsrimeutalis st xsomstricas äissertatiouss,Leyd. 1729, Wien 1757; übersetzte die Isntaminasxpsrimsutorum natural, in -Lvaäsmia ckel Oi-msuto aus dem Italienischen, Leyden 1731, Wien1757; Rlsmsnta pkg-sioas, Leyd. 1734, u. als In-stitutionss xll^sieas, lateiu. u. holländ., ebd. 1746,deutsch von Gottsched, Lpz. 1747; Introäuetio inplnlosoplliam nat., von Lnlof herausgegeben, Leyd.1762, 2 Bde. r.

Muffelburgh, Stadt in der schock. GrafschaftEdinburg, an der Mündung des Esk in den Firthof Forth, Eisenbahnstation; Fabrikation vonSegel-tuch, Roßhaarzeugen u. Leder, Branntweinbrennerei,Bierbrauerei, Seebad; 1871: 7517 Ew. Auf demJnverneßhllgel im S. der Stadt sollen die Römereine Station gehabt haben. Bei M. siegten 1547 dieEngländer über die Schotten (Schlacht von Pinkie).

Musselin (Mousselin, Nesseltnch), locker gewebte,glatte, feine baumwollene Gewebe, genannt nach derStadtMossul, wo sie zuerst gewebt wurden, ehedemnur in Bengalen u. auf der Küste Coromandel ge-fertigt, später in Europa übertrosfen. Man bringtin einem glatten M-grunde wolauch geköperte Strei-fen u. mancherlei andere gewebte, gestickte od. durch-brochene Muster an u. erhält so gestreiften, geblüm-ten, gegitterten, brochirten, genähten, gedrucktenM. rc. Die englischen, französischen, deutschen mWschweizerischen zeichnen sich bes. aus; auch Neapelliefert einen guten M. Die feinen Sorten heißenauch Vapeur, die allerfeinsten aber Zephir; elftereenthalten 16002000, letztere bis 2500 Kettenfädenaus 1 Elle Breite. Sind in der Kette in regelmäßigenAbständen dickere oder mehrfache (gewöhnlich nn :gezwirnte)Fäden, soheißtderM.Schnürchen-Nt.od. Schnürchenvapeur. Musselinets, weiße,baumwollene Gewebe mit glattem Grunde, od. amygeköperte mit verzierten Streifen, Atlasstreisen rc.;kamen früher nur aus England, werden aber jetztauch häufig in Sachsen, Berlin rc. verfertigt.

Mitsscron, s. Blätterschwamm.

Muffet, 1)Paul Edme de, geb.7.Nov.1804;er schr.: Lamusl, Par. 1833; I-» takle äs nuit,sguixses parisisuuss, ebd. 1833; Imumm, ebd.1835, n. v. a. Romane. 1848 übernahm er die Re-Laction des dramatischen Feuilletons im Rational.2) Louis Charles Alfred de, hervorragenderfranz. Dichter, Bruder des Vorigen, geb. 11. Nov.1810 in Paris; war unter der Jnlirevolution Bi-bliothekar im Ministerium des Innern, wurde 1848abgesetzt, 1852 Mitglied der Akademie, 1853 Bi-bliothekar im Ministerium des öffentlichen Unterrichtsund st. 2. Mai 1857 in Paris. M. gehörte zu denextremen Romantikern (bataillon saorso) und warhochbegabt, voll Schwung und Leidenschaft, überausgeschickt in derBehandluug dsrForm u. der Sprache,aber ohne philosophische Anlage, ohne sittlichen Haltu. ohne Sinn für psychologische Wahrheit. Uber seinberühmtes Verhältniß zur George Saud, mit der er1833 u. 1834 in Italien reiste, lese mau: G. Sandin der Revue äss äsux lllouäss, 1834; M-s Oou-ksssiou ä'un snkaut äusisols, 1836; G. Sand, Rll:st Imi, 1859; Paul de M., Imi st Rlls, 1859 (nachA. de M-s Papieren); Louise Sollet, Öui. Bergt.Lissaragay, L. äs ill. äsvant la jsuussss; Paul LeM., L,. äs Kl., 1877; P. Lindau, L,. äs U., Berl.1876. Von seinen Werken sind hervorzuheben: Ronl. Band. 19