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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mongolen.

machen die M. fähig, die größten Strapazen zu er-tragen; dagegen fehlt ihnen die active Energie, sichanderer als der gewohnten Thätigkeit anzupassen.Ihre älteste Religion, von welcher sich noch Vieleserhalten hat, war der Schamanisinus, in welchemzwei Hauptbestandtheile, Natur- u. Geisterdieust, znunterscheiden sind. Als oberste Natnrmacht wurdeder Himmel verehrt, welcher den M. vorzugsweiseGott war, so daß auch in der Sprache die Bezeich-nung für beide (Tegri) zufammenfällt; danebenSonne, Mond u. Sterne, die Berge, Flüsse u. Ele-mente. Auf der anderen Seite glaubten sie an dieEinwirkung der Dämonen airf den Gang der Natur-ereignisse, aus das Wohlergehen u. die Gesundheitdes Menschen u.derHausthierc; ihrePriester (Kami)verstanden sich auf deren Beschwörung u. Bannung,auf Zauberei und Weissagerei mancherlei Art. DieGeister der Vorfahren galten als wohlthätige Haus-götter, als Schützer des Herdes u. der Heerden (dieOnggod); man fertigte Bilder derselben ans Filz,Leinwand oder anderem Stoff, hängte dieselben andie Zeltwände, verehrte sie durch Opfer u. aus an-dere Weife, wie dies noch alles gegenwärtig ge-schieht. Frühzeitig scheinen die M. jedoch schon mitanderen Culten in Berührung gekommen zn sein,wie mit dem Feuerdienst, wie u. a. der dem Tegribeigelegte Name Chormuzda (d. i. Ormnzd) bezeugt;auch das (Nestorianische) Christenthum u. der Islamwaren ihnen nicht unbekannt. Gegenwärtig bekennensich die M. zum Buddhismus, welchen sie von Tibetaus in der Form des Lamaismus (s. d.) erhielten.Obgleich schon die ersten Nachfolger Dschingis-Khansihm günstig waren, so erhielt er doch erst durch Knb-lai-Khan (s.d.) seine eigentliche Begründung. Als inden Stürmen der folgenden Jahrhunderte der neueGlaube bis aus wenige Spuren untergegangen war,erfolgte eine zweite u. vollständige Bekehrung unterdem Dalai-Lama Sodnam Dschamtso (seit 1543);als eigentlicher Apostel der M. gilt Arik oder Aschik,welcher 1566 als Gefangener des Großkhans Altan(gest. 1583) nach der Mongolei gekommen war.Dieser Fürst einigte sich persönlich 1577 mit demDalai-Lama wegen Annahme des Buddhismus; dieM. erhielten einen Kutuktn oder Chutuktn (s. La-maismus, S. 10) zu Kukuchoto als Stellvertreterdes tibetanischen Kirchensürsten, ein oberstes Patri-archat für die Mongolei wurde jedoch erst 1604 mitdem Tempelkloster zu Urga errichtet. Die Spracheder Kirche u. des Cultns bei den M. ist das Tibe-tanische; über ihre eigene Sprache s. MongolischeSprache u. Literatur; über ihre Literatur s. ebendas.Die M. zerfallen in die beiden Hauptstämme, dieKalla- (Chalka- oder Khalkha-M., welche imnördlichen Theil der Wüste Gobi u. die Scharra-M., welche im südlichen wohnen. Politisch stehen sieseit Ende des 17. Jahrh. unter der Herrschaft derChinesen, welche ihren Fürsten Selbständigkeit inder inneren Verwaltung gelaffen, sie aber zugleichunter strenge Oberaufsicht der Behörden von Pekinggestellt hat. Das ganze Volk zerfällt in vier Stände:Fürsten, Edellente, Geistlichkeit u. das niedere Volk,von denen der letzte, ähnlich den Kosaken, zugleichbürgerliche u. militärische Pflichten zu erfüllen hat.Die Fürsten selbst, deren Würde nur auf den älte-sten legitimen Sohn vererblich ist, zerfallen in sechsRangstufen u. stehen an der Spitze der Aimakate,

>in welche das ganze Land getheilt ist u. welche wie-der in eine Anzahl Choschnnate, d. h. Banner- zerfallen. Sie führen die innere Verwaltung undcommandiren die Truppen derselben, unterliegenaber der Bestätigung des Hofes von Peking , demsie Geschenke darbringen müssen. Die Verhandlungäußerer Angelegenheiten steht allein bei der chinesi.scheu Regierung; für Ausrechterhaltnng der Autori-tät sind von ihr Gouverneure (mit dem Titel Am-ban) bestellt. Jeder M. ist bis zum 60. Jahre mili-tärdienstpflichtig u. muß sich auf Verlangen derchi-ncsischen Regierung ans eigene Kosten ausrüsten u.stellen (sie stellen nur Cavalerie). Die Rechtspflegewird nach einem Gesetzbuch ansgenbt. Die Strafenbestehen in Tod, Geldstrafen, Degradation der Edel-lente und Prügelstrafen für das gewöhnliche Volk,werden übrigens sehr willkürlich verhängt.

Geschichte. Die ältere Geschichte der M. ist ver-worren und dunkel; ihr Name selbst (Mungkn,Monghol) erst seit dem 11. Jahrh. bei den Chinesengenannt. Wie weit eine Notiz eines früheren Vol-kes Moho oder Mokho sich mit ihnen in Zusammen-hang bringen läßt, in welchem Verhältniß sie zn denTata oder Thatha (Tataren), womit die Chinesendie kriegerischen Völker an der NGrenze ihres Rei-ches bezeichneten, stehen, welche Rolle endlich sie inden sich ablösenden Reichen u. Kämpfen der Khitan u.Kin (s. d.) spielten, ist nicht festgestellt. In einzelnenHorden unter Stammesfürstcn als nomadisirendeHirten, lebten die M., der Oberherrschaft der zeit-weise gebildeten Reiche unterthan, in politischer Un-selbständigkeit, als gegen Ende des 12. Jahrh. esTemndschin gelang, ihre schlummernde kriegerischeKraft zn erwecken und zur gewaltsamen und blu-tigen Erschütterung Asiens und Europas zu sam-meln. Dieser (besser bekannt unter seinem späterenNamen Dschingis-Khan, s. d.), der Sohn eineskriegerischen Fürsten eines kleinen Stammes, unter-warf sich unter blutigen Grausamkeiten und vielenGefahren die anderen Stämme, ließ sich 1206 aufeinem Reichstage an den Quellen des Onon zumGroß-Khan ernennen und trug von nun an, dieneunzipfelige Fahne als Symbol der mongolischenStammeseinheit entfaltend, unter unsäglichen Ver-wüstungen seine siegreichen Waffen nach allen Nicht-tungen hin. Im O. machte er sich die Stämme derheutigen Mongolei u. NCHinas, die Uiguren, Kir-gisen, Kin, Hia n. a., und Korea zinspflichtig, ver-nichtete das Reich der Naiman-Tataren von Kara-khitai, dnrchstürmteKharesm u.Khorasan n. wandtesich gegen Indien, an dessen Grenze ihn aber 1225ein seinem Aberglauben unglücklich erscheinendesVorzeichen zur Rückkehr bewog. Daneben befestigtenund erweiterten andere Heere unter seinen Söhnenseine Eroberungen in Kharesm, Iran und in denSteppen nördl. des Aral-Sees u. Kaspischen Meeres;eines drang über Astrachan bis zum Dnjepr vor n.siegte 1224 an der Kalka oder Kaltschik über diePo-lowzer und den mit ihnen verbündeten Großfürstenvon Kiew. Dschingis-Khan selbst unterwarf undzerstörte noch 1226 das Reich Tangut; inmittenneuer Eroberungspläne starb er 1227. Er hinterließals Erben seines Reiches, das sich vom Hoanghobis zur Wolga, wenn auch einzelne Theile noch inloser Abhängigkeit, erstreckte, drei Söhne: Dschaga-tai, Oktai u. Tulei; der älteste, Tuschi oder Tschu-