Kummer der Alten. Tobias 10. 11. Tobias kommt heim. M
Hanna/ seine Hausfrau / und weineten beyde/daß ihr Sohn auf die bestimmte Zeit nicht wiederheim kam. * c. 9 , 4 .
* Und seine Mutter weinete / -l- daß sie sichnicht wollte trösten lassen, und sprach:
* t. 3/ 23. -j- 1 Mos. 37/ 33.
5. Ach mein Sohn, ach mein Sohn, warumhaben wir dich lassen wandern, unsere einigeFreude, unser einiger Trost in unserm Alter,unser Herz und unser Erbe.'
6 . Wir hätten Schatzes genug gehabt, wennwir dich nicht hätten weggelassen.
7. Und Tobias sprach zu ihr: Schweige undsey getrost; unserm Sohne gehet es, ob Gottwill, wohl; er hat einen getreuen Gesellen mit sich.
8 . Sie aber wollte sich nicht trösten lassen, undlief alle Tage hinaus und sah auf alle Straßen,da er her kommen sollte, ob sie ihn etwa ersähe.
9. Raguel aber sprach zu seinem Eidam Tobia:Bleibe bey uns, ich will einen Bothen schickenzu Tobia, deinem Vater, und ihn wissen lassen,daß dirs wohl gehet.
10. Und Tobias sprach: Ich weiß, "daß meinVater und Mutter jetzund alle Tage und Stun-den zählen und sind meinethalben hoch bekümmert.
* e. 9/ 4.
11. Und als Raguel * mit vielen Worten To-biam bath, und er es in keinem Wege willigenwollte; befahl er ihm Saram , und gab ihm die* Hälfte aller seiner Gäter, an Knechten undMägden, an Vieh, Kameelen und Rindern,und viel Geld, und ließ ihn gesund und fröhlichvon sich ziehen, und sprach:
* 1 Mos 24/ 33. -f- Tob. 8/ 23.
12. Der heilige Engel des Herrn sey bep dirauf dem Wege und bringe dich gesund wiederheim, daß du deine Eltern gesund findest; undGort gebe, daß meine Augen mögen eure Kindersehen, ehe ich sterbe.
13 . Und die Eltern nahmen die Tochter, undküsseten sie, und ließen sie von sich, und vermah-neten sie, daß sie ja wollte ihres Mannes El-tern ehren, als ihre eigene Eltern, ihren Mannlieben, das Gesinde fleißig regieren, und sichselbst züchtiglich halten.
Das 11. Capitel.
Die Eltern des jungen Tobias werden durch seine Ankunft höchlicherfreuet.
i.llnd auf dem Wege, da sie gen Haran ka-
* men, welches auf halbem Wege ist genNinive, am eilfren Tage,
2. Sprach der Engel: Tobia , * mein Bruder,
du weißt, wie wir es mit deinem Vater verlassenhaben; *«. 9 /1.
3. Wenn dirs gefiele, so wollten wir vorhjn-zieherr und dein Weib so gemach lassen hernachziehen mit dem Gesinde und Vieh.
Und als Tobia solches gefiel, sprach Raphael:Nimm zu dir 'von des Fisches Galle, denn duwirft ihrer bedürfen. * c. 6 /10.
s. Da nahm Tobias des Fisches Galle zu sich:und zogen also vorhin.
6 . Hanna aber saß täglich am Wege auf einemBerge, daß sie konnte weit um sich sehen. Undals sie an dem Ort nach ihm sah, ward sie ihresSohnes gewahr von ferne und kannte ihn vonStund an, und lief hin, und sagte es ihremManne, und sprach:
7 . Siehe, dein Sohn kommt. Und Raphaelsprach zu Tobia: Bald, wenn du wirst insHans kommen, so bethe, und rufe zum Herrn,und danke ihm, und gehe darnach zu deinemVater, und küsse ihn.
8. Und alsbald salbe ihm die Augen mit derGalle vom Fisch, welche du bey dir hast; sowerden von Stund an seine Augen geöffnet wer-den, und dein Vater wird wieder sehend undsehr froh werden.
9. Da lief der * Hund vorhin, welchen sie mitsich genommen hatten, und wedelte mit seinemSchwanz, sprang und stellete sich fröhlich.
* c. 6 / 1.
10. Und fein blinder Vater stand eilend auf,und eilete, daß er sich stieß. Da rief er einenKnecht, der ihn bey der Hand fuhrete, seinemSohne entgegen.
11. Dergleichen that die Mutter, und küssetenihn, und weineten beyde vor Freuden.
12. Und als sie gebethet hatten, und Gottgedanket, setzten sie sich zusammen nieder.
13. Da nahm Tobias von der Galle des Fi-sches, und salbete dem Vater seine Augen. Under litte das fast eine halbe Stunde.
iL. Und der Staar ging ihm von den Augen,wie ein Häutlein von einem Ey.
15. Und Tobias nahm es, und zog es vonseinen Augen, und alsbald ward er wieder sehend.
16 . Und sie priesen Gott, er und sein Weibund alle, die es erfuhren.
17. Und Tobias sprach: Ich'danke dir, Herr,du Gott Israels, daß du mich gezuchrtgel hass,und doch wir wieder geholfen, daß ich meinenlieben Sohn wieder feben kann»
* Ps. 11 ü/ 21 . Ps. 119 , 71 .