_ Des Jüdischen VolksKlag lieder 1. Jammerstand. 739
gefähret war, am fünf und zwanzigsten Tage 33 . Und wandelte ihm seines Gefängnisses Klei-des zwölften Monaths, erhob EvilMerodach, der, daß er * vor ihm aß stets sein Lebenlang.der König zu Babel, im Jahr, da er König * 2 Sam. 9,7.
ward, das Haupt Jojachins, des Königs Juda, 34 . Und ihm ward stets seine Unterhaltungund ließ ihn aus dem Gefängniß ; vom Könige zu Babel gegeben, wie es ihm Ver-
bund * redete freundlich mit ihm; und setzte ordnet war, sein ganzes Lebenlang, bis anseinen Stuhl über der Könige Stühle, die bey sein Ende,ihm zu Babel waren; * 1 Mos. 34,3.
Die Klaglieder I e r e m i ä.
Das 4. Capitel.
Des Jüdischen Volks Zammerstand.
1. ^Hie liegt die Stadt so wüste, die voll-xD Volks war? Sie ist wie eine Witwe.
Die eine Fürstinn unter den Herden und eineKöniginn in den Ländern war, muß nun dienen.
2. Sie weinet des Nachts, daß ihr die Thra-
kien über die Backen laufen; es ist ' Niemandunter allen ihren Freunden, der sietröste; alleihre Nächsten verachten sie, und sind ihre Feindegeworden. * Ps. 69 / 21.
3 . Juda ist gefangen im Elend, und schwerenDienst; sie wohnet unter den Heiden, und findetkeine Ruhe; alle ihre Verfolger halten sie übel.
4 . Die Straßen gen Zion liegen wüste, weilNiemand auf kein Fest kommt, alle ihre Thorestehen öde, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauensehen jämmerlich; und sie ist betrübt.
5 . Ihre Widersacher schweben empor, ihrenFeinden gehet es wohl; denn der Herr hat sievoll Jammer gemacht, um ihrer großen Sün-den willen; und find ihre Kinder gefangen vordem Feinde hingezogen.
6 . Es ist von der Tochter Zion aller Schmuckdahin. Ihre Fürsten sind wie die Widder, diekeine Weide finden, und matt vor dem Treiberhergehen.
7 . Jerusalem denkt in dieser Zeit, wie elendund verlassen sie ist, und wie viel Gutes fie vonAlters her gehabt hat; weil alles ihr Volk dar-nieder liegt unter dem Feinde, und ihr Niemandhilft; ihre Feinde sehen ihre Lust an ihr, undspotten ihrer Sabbathen.
8 . Jerusalem hat sich versündiget, darum mußfie seyn, wie ein unreines Weib. Me, die sieehrten, verschmähen fie jetzt, weil fie ihre Schamsehen; sie aber seufzet, und ist zurück gekehret.
9 . Ihr Unflath klebet an ihrem Saum. Siehätte nicht gemeiner, daß es ihr zuletzt so gehen
würde; sie ist ja zu gräulich herunter gestoßen,und hat dazu Niemand, der sie tröstet. AchHerr, siehe an mein Elend; denn der Feindpranget sehr.
10. Der Feind hat seine Hand an alle ihre
Kleinodien gelegt; denn sie mußten zusehen, daßdie Heiden in ihr Heiligthum gingen, * davondu gebothen hast, fie sollten nicht in deine Ge-meine koMMeN. "3 Mos. 23 , 3 .
11. Alles ihr Volk seufzet, und gehet nachBrot; sie geben ihre Kleinodien um Speise,daß fie die Seele laben. Ach Herr, siehe dochund schaue, wie schnöde ich geworden bin.
12. Euch sage ich allen, die ihr vorüber gehet:Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerzsey, wie mein Schmerz, der mich getroffen hat.Denn der Herr hat mich' voll Jammer gemachtam Tage seines grimmigen Zorns. * Ps. «s, 4 .
13. Er hat ein Feuer aus der Höhe in meineBeine gesandt, und dasselbige lassen walten.Er hat meinen Füßen ein Netz geftellet, undmich zurück geprellet; er hat mich zur Wüste ge-macht, daß ich täglich trauern muß.
14 . Meine schwere Sünden sind durch seineStrafe erwachet, und mit Haufen mir auf denHals gekommen, daß mir alle meine Kraft ver-gehet. Der Herr hat mich also zugerichtet, daßich nicht aufkommen kann.
i Z. Der Herr hat zertreten alle meine Starken,so ich hatte; er hat über mich ein Fest ausrufenlassen, meine junge Mannschaft zu verderben.Der Herr hat der Jungfrau Tochter Juda eineKelter treten lassen.
16. Darum "weine ich so, und meine beydenAugen fließen mit Wasser, daß der-k Tröster, dermeine Seele sollre erquicken ferne von mir ist.Meine Kinder sind dahin, denn der Feind hatdie Oberhand gekriegt. " s-r. ii, 17. 1- Ps. 69 ,21.
17. Zion streckt ihre Hände aus; und ist doch
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