538 Bußgebeth. Psalm 38. 39. Sterbegedanken.
3. Denn * deine Pfeile stecken in mir, unddeine Hand drücket mich. * Hiob 6/ 4.
<4. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibevor deinem Drohen, und ist kein Friede in mei-nen Gebeinen vor meiner Sünde.
5. Denn " meine Sünden gehen über mein
Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zuschwer geworden. * Kiagl. i, i4.
6. Meine * Wunden stinken und eitern vor mei-ner Thorheit. * Esaj. 53,
7. Ich gehe krumm und sehr gebückt, den gan-zen Tag gehe ich traurig.
8. Denn meine Lenden verdorren ganz, und istnichts Gesundes an meinem Leibe.
9. Es ist mit mir gar anders, und bin sehrzerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.
10. Herr, vor dir ist alle meine Begierde, undmein ' Seufzen ist dir nicht verborgen.
* Ps. 6, 7.
11. Mein Herz bebet, meine*Kraft hat mich
verlassen, und das Licht meiner Augen ist nichtbey mir. * Ps. 22,16.
12. Meine "Lieben und Freunde stehen gegen
mir, und scheuen meine Plage, und meine Näch-sten treten ferne. "Hiob 19,14.
13. Und die " mir nach der Seele stehen, stel-
len mir nach; und die mir übel wollen, reden,wie sie Schaden thun wollen, und gehen miteitel Listen um. *Matth. 25,4.
1^. Ich aber muß seyn wie ein Tauber, undnicht hören, und ' wie ein Stummer, der seinenMund nicht aufthut. " Esaj. 53, 7.
15. Und muß seyn wie einer, der nicht höret,und " der keine Widerrede in seinem Munde hat.
* 1 Ptt. 2, 23.
16. Aber ich harre, Herr, aufdich; du, Herr,mein Gott, wirft erhören.
17. Denn ich denke, daß sie ja sich nicht übermich freuen. Wenn mein Fuß wankte, würdensie sich hoch rühmen wider mich.
18. Denn ich bin zu Leiden gemacht, und meinSchmerz ist immer vor mir.
19. Denn ich " zeige meine Missethat an, undsorge für meine Sünde. *Ps. 32,5.
20. Aber meine Feinde leben, und sind mäch-tig; die mich unbillig hassen, find groß.
21. Und die mir' Arges thun um Gutes, setzen
sich wider mich, darum, daß ich ob dem Gutenhalte. ' Ps. Zs, 12.
22. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, seynicht ferne von mir.
23. * Eile mir beyzustehen, Herr, -r meine Hülfe.
' Ps. 40/ 14. -t- Ps. 35, 3.
Der 39. Psalm.
Gebeth um die rechte Sterbekunst/ als eine gewisse Arzcney widerAcrgcriiiß.
1. Ein Psalm Davids, vorzusingen " für Iedu-
thllN. * 1 Chr. 17, 4i. 42. c. 26, i. 3. 2 Chr. 5, 12.
2. ^ch habe mir " vorgesetzt, ich will mich^ hürhen, daß ich nicht sündige mit meiner
Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weilich muß den Gottlosen so vor mir sehen.
* Ps. 17, 3. 4. Ps. 141, 3.
3. Ich bin" verstummet und still, und schweigeder Freuden, und muß mein Leid in mich fressen.
* Ps. 38, 14.
Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe,und wenn ich daran gedenke, werde ich entzün-det ; ich rede mit meiner Zunge.
5. Aber, Herr, lehre" doch mich, daß es einEnde mit mir haben muß, und mein Lebenein Ziel hat, und ich davon muß. * Ps. so, 12.
6. Siehe, meine Tage sind einer Hand breitbey dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir.Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch sosicher leben! Sela.
7. Sie gehen daher wie ein Schemen (Schattenbild),und machen ihnen viel vergebliche Unruhe; sie" sammeln, und wissen nicht, wer es kriegen wird.
* Prcd. 2, 18. 21. Luc. 12/ 18.
8. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? "Ich
hoffe auf dich. * Ps. 2-, 2.
9. "Errette mich von aller meiner Sünde, undlaß mich nicht den Narren ein Spott werden.
* Ps. 79, 9.
10. Ich will schweigen, und meinen Mundnicht aufthun; Du wirst es wohl machen.
11. Wende " deine Plage von mir; denn ichbin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.
* Matth. 26, 39.
12. Wenn du einen züchtigest um der Sünde
willen ; so wird seine Schöne verzehret, wie vonMotten. Ach " wie gar nichts sind doch alleMenschen! Sela. "Ps. 62,10.
13. Höre mein Gebeth, H§rr, und vernimmmein Schreyen, und schweige nicht über meinenThränen ; denn " ich bin beydes dein Pilgrim ,und dein Bürger, wie alle meine Väter.
* 1 Mos. 35/ 27. 3 Mos. 25/ 23. 1 Chr. 30/ 15. Ps. 119/ 19.
2 Cor. 5/ 6. 7. Phil. 3/ 20. 1 Pet. 2/ 11. Ebr. 11/ 13.
1-4. " Laß ab von mir, daß ich mich erquicke,ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hier sey.
* Hiob. lv, 2.