314 Amnon stellet sich krank, 2 Samuelis 13. und schändet Thamar.
Schwester, die hieß Thamar; und Amnon , derSohn Davids, gewann sie lieb.
2. Und Amnon stellete sich krank, um Tha-mar , seiner Schwester, willen. Denn sie wareine Jungfrau, und dauchte Amnon schwer seyn,daß er ihr etwas sollte thun.
3. Amnon aber hatte einen Freund, der hießJonadab, ein Sohn * Simea, Davids Bru-ders ; und derselbe Jonadab war ein sehr weiser
MaNN. * i Chr. 2 , 13.
-4. Der sprach zu ihm: Warum wirst du somager, du Königssohn, von Tage zu Tage?Magst du mir es nicht ansagen? Da sprachAmnon zu ihm: Ich habe Thamar, meinesBruders Absaloms Schwester, lieb gewonnen,s. Jonadab sprach zu ihm: Lege dich auf deinBette, und mache dich krank. Wenn danndein Vater kommt, dich zu besehen, so sprich zuihm: Lieber, laß meine Schwester Thamar kom-men, daß sie mich ätze, und mache vor mir einEssen, daß ich zusehe und von ihrer Handesse.
6. Also legte sich Amnon, und machte sichkrank. Da nun der König kam, ihn zu besehen,sprach Amnon zum Könige: Lieber, laß meineSchwester Thamar kommen, daß sie vor mirein Gemüse oder zwey mache, und ich von ihrerHand esse.
7. Da sandte David nach Thamar in dasHaus, und ließ ihr sagen: Gehe hin in dasHaus deines Bruders Amnons, und macheihm eine Speise.
8. Thamar ging hin in das Haus ihres Bru-ders Amnons, er aber lag zu Bette. Und sienahm einen Teig, und knetete, und sötte es vorseinen Augen, und kochte ihm ein Gemüse.
9. Und sie nahm das Gericht, und schüttetees vor ihm aus; aber er wegerte sich zu essen.Und Amnon sprach: Laßt Jedermann von mirhinaus gehen. Und es ging Jedermann von ihmhinaus.
10. Da sprach Amnon zu Thamar: Bringedas Essen in die Kammer, daß ich von deinerHand esse. Da nahm Thamar das Gemüse,das sie gemacht hatte, und brachte es zu Amnon,ihrem Bruder, in die Kammer.
i i. Und da sie es zu ihm brachte, daß eräße; ergriff er sie, und sprach zu ihr: * Kommher, meine Schwester, schlaf bey mir.
* 1 Mos. 39, 12.
12. Sie aber sprach zu ihm: Nicht, meinBruder, schwäche mich nicht, denn so thut man
nicht in Israel; thue nicht eine solche * Thorheit.
* 3 Mos. 22, 21.
13. Wo will ich mit meiner Schande hin? Unddu wirst seyn wie die Thoren in Israel. Redeaber mit dem König, der wird mich dir nichtversagen.
i^. Aber er wollte ihr nicht gehorchen, undüberwältigte sie, und schwächte sie, und schliefbey ihr.
iZ. Und Amnon ward ihr überaus gram,daß der Haß größer war, denn vorhin dieLiebe war. Und Amnon sprach zu ihr: Machedich auf, und hebe dich.
16. Sie aber sprach zu ihm: Das Uebel istgrößer , denn das andere, das du an mir gethanhast, daß du mich ausstößest. Aber er gehorchteihrer Stimme nicht,
17. Sondern rief seinen Knaben, der seinDiener war, und sprach: Treib diese von mirhinaus, und schließe die Thür hinter ihr zu.
18. Und sie hatte einen bunten Rock an;denn solche Röcke trugen des Königs Töchter,weil sie Jungfrauen waren. Und da sie seinDiener hinaus getrieben, und die Thür hinterihr geschlossen hatte;
19. Warf Thamar * Asche auf ihr Haupt,
und zerriß den bunten Rock, den sie anhatte,und legte ihre Hand auf das Haupt, und gingdaher, und schrie. * Hiob 2,12.
20. Und ihr Bruder Absalom sprach zu ihr:Ist dein Bruder Amnon bey dir gewesen? Nun,meine Schwester, schweig stille, es ist dein Bru-der , und nimm die Sache nicht so zu Herzen.Also blieb Thamar ledig in Absaloms, ihresBruders, Hause.
21. Und da der König David solches alleshörete, ward er sehr zornig. Aber Absalomredete nicht mit Amnon, weder Böses nochGutes.
22. Aber Absalom ward Amnon gram, darum,daß er seine Schwester Thamar geschwächethatte.
23. Ueber zwey Jahre aber hatte Absalom *Schafscherer zu Baalhazor, die unter Ephraimliegt; und Absalom lud alle Kinder des Königs,
* 1 Sam. 23 , 2.
2^. Und kam zum König, und sprach: Siehe,de-in Knecht hat Schafscherer; der König wollesammt seinen Knechten mit seinem Knechte gehen.
25. Der König aber sprach zu Absalom: Nicht,mein Sohn, laß uns nicht alle gehen, daß wirdich nicht beschweren. Und da er ihn nöthigte,