Druckschrift 
[2] (1821) Das Neue Testament unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

418

Fußwaschen.

Der Juden Unglaube. Johannis 12. 13.

36. Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt,auf daß ihr des * Lichtes Kinder seyd.

* Eph. S.

37. Solches redete Jesus, und ging weg, undverbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solcheZeichen vor ihnen that, glaubten sie doch nichtan ihn;

38. Auf daß erfüllet würde der Spruch desPropheten Jesaja, den er sagt: * Herr, werglaubt unserm Predigen? Und wem ist der Armdes Herrn geoffenbaret? * Eiaj. n, i. Rom. io, i6.

39. Darum konnten sie nicht glauben, denn *

Jesajas sagt abermahl: * Luc. 8, io.

-40. * Er hat ihre Augen verblendet, und ihr Herzverstocket, daß sie mit den Augen nicht sehen,noch mit dem Herzen vernehmen, und sich bekeh-ren, und ich ihnen hülfe. 'Lians.io.

-41. Solches sagte Jesajas, da er seine Herr-lichkeit sah, und redete von ihm.

-42. Doch der Obersten glaubten viele an ihn;aber um der Pharisäer willen bekannten sie esnicht, daß sie nicht * in den Bann gethan würden.

* c. 9, 22.

-43. Denn sie * hatten lieber die Ehre bey denMenschen, denn die Ehre bey Gott. '«.^-»4.

- 4 - 4 . Jesus aber rief, und sprach: Wer an michglaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an' den, der mich gesandt hat. " i M. i, 21 .

- 4 Z. Und wer mich fiehet, der siehet den, dermich gesandt hat.

-46. Ich bin gekommen in die Welt ' ein Licht,auf daß, wer an mich glaubet, nicht in Finsternißbleibe. * c. 1 , 9 . c. 3 , 19 . e. 9 , L.

-47. Und wer meine Worte höret, und "glaubetnicht, den werde ich t nicht richten; denn ich binnicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern,daß ich die Welt selig mache.

* Mare. 16, 16. -j- Joh. 3, 17.

-48. Wer mich verachtet, und nimmt meineWorte nicht auf, der * hat schon, der ihn richtet;das Wort, welches ich geredet habe, das wirdihn richten am jüngsten Tage.

* c. 3, iS. «. s, 24.

-49. Denn ich habe nicht von mir selber geredet;sondern * der Vater, der mich gesandt hat, der hatmir ein Geboth gegeben, was ich thun und reden

soll. ' t. 8/ 26. c. 14/ IN.

50. Und ich weiß, daß sein Geboth ist das ewigeLeben. Darum, das ich rede, das rede ich also,wie mir -er Vater gesagt hat.

Das 13. Capitel.

Vom Fußwaschen. Geboth der Liebe. Judä Verrätherey. ChristiVerklärung. Petri Fall.

(Evangelium am grünen Donnerstage.)

1. Aor * dem Fest aber der Ostern, da Jesus^ erkannte, daß seine Zeit gekommen war,

daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wieer hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren,so liebte er sie bis ans Ende. * Mare. 14,1.

2. Und nach dem Abendessen, da schon der * Teu-fel hatte dem Juda Simonis Jscharioth ins Herzgegeben, daß er ihn verriethe, *r«e. 22 , 3 .

3. Wußte Jesus, daß ihm der * Vater hatteAlles in seine Hände gegeben, und daß er vonGott gekommen war, und zu Gott ging:

* Matth. 11, 27. c. 28, 18.

-4. Stand er vom Abendmahl auf, legte seineKleider ab, und nahm einen Schurz, und umgür-tete sich.

5. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hoban den Jüngern die Füße zu waschen, und trock-nete sie mit dem Schurz, damit er umgürtetwar.

6. Da kam er zu Simon Petro; und derselbigesprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füßewaschen?

7. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wasich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirstes aber hernach erfahren.

8. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollstdu mir die Füße waschen. Jesus antworteteihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast dukein Theil mit mir.

9. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nichtdie Füße allein, sondern auch die Hände unddas Haupt.

10. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist,

der darf nicht, denn die Füße waschen, sonderner ist ganz rein. Und ihr" seyd rein; aber nichtalle. " c s.

i i. Denn er " wußte seinen Verräther wohl;darum sprach er: Ihr seyd nicht alle rein.

* c. 6, 64.

12. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte,nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nie-der- und sprach abermahl zu ihnen: Wisset ihr,was ich euch gethan habe?

13. Ihr heisset mich "Meister und Herr, undsagt recht daran, denn ich bin es auch.

* Matth 23, 8. 10.

1-4. So NUN " ich, euer Herr und Meister,euch die Füße gewaschen habe; so sollt ihr aucheuch unter einander die Füße waschen. *««-. 22 , 27 .