86 Ungerechter Haushälter. ZUcas 16. der reiche Mann.
Das 16 . Capicel.
Mißbrauch beS ReichthumS.
(Evangelium am S. Sonntag nach Trinitatis.)
1. ^r aber sprach auch zu seinen Jüngern: Es^ war ein reicher Mann, der hatte einen
Haushälter; der ward vor ihm berüchtiget, alshätte er ihm seine Güter umgebracht.
2. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm:Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung vondeinem Haushalten; denn du kannst hinfort nichtmehr Haushalter seyn.
3 . Der Haushalter sprach Sey sich selbst: Wassoll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt vonmir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu
" betteln. * Sir. 40 , 29 . 32 .
Ich weiß wohl, was ich thun will, wennich nun von dem Amt gesetzt werde, daß siemich in ihre Häuser nehmen.
5 . Und er rief zu sich alle Schuldner seinesHerrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bistdu meinem Herrn schuldig?
6 . Er sprach: Hundert Tonnen Oehl. Und ersprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich,und schreib siugs fünfzig.
7 . Darnach sprach er zu dem andern: Duaber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hun-dert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm :Nimm deinen Brief, und schreib achtzig.
8 . Und der Herr lobte den ungerechten Haus-halter, daß er klüglich gethan hätte. Denn die* Kinder dieser Welt sind klüger denn die Kinderdes Lichts in ihrem Geschlecht.
* Eph. 3 , 8 . 1 Theff. 3 , 3 .
y. Und ich sage euch auch: * Macht euch Freundemit dem ungerechten Mammon, auf daß, wennihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigenHütten.) * Matth 6 , 20, c. 19, 21. 1 Tim. 6 , 19 .
i o. Wer im * Geringsten treu ist, der ist auchim Großen treu; und wer im Geringsten unrechtist, der ist auch im Großen unrecht. * r. 19,17.
11. So ihr nun in dem ungerechten Mammonnicht treu seyd, wer will euch das Wahrhaftigevertrauen?
12. Und so ihr in dem Fremden nicht treu seyd,wer will euch geben dasjenige, das euer ist?
13. * Kein Hausknecht kann zween Herren dienen:
Entweder er wird einen hassen, und den andernlieben; oder wird einem anhangen, und den andernverachten. Ihr könnet nicht Gott samt dem Mam-mon dienen. * Matth. 6 ,- 4 .
1^. Das alles höreten die Pharisäer auch, die' waren geitzig, und spotteten sein. 'MM. 23,14.
15. Und er sprach zu ihnen: Ihr seyd es,
die ihr euch * selbst rechtfertiget vor den Menschen,aber Gott -t kennet eure Herzen; denn was hochist unter den Menschen, das ist ein Greuel vorGott. ' c. 18, 9. -1 Ps 7 , 10.
16. Das * Gesetz und die Propheten weissagenbis auf Johannem; und von der Zeit an wirddas Reich Gottes durch das Evangelium gepredi-get, und Jedermann dringet mit Gewalt hinein.
* Matth. 11, 13 .
17 . Es ist aber leichter, daß "Himmel und Erdevergehen, dennn daß ein Titel vom Gesetz falle.
* c. 21, 33 Matth. 3 , 18.
1 8 . Wer' sich scheidet von seinem Weibe, und
freyet eine andere, der bricht die Ehe; und werdie Abgeschiedene von dem Manne freyet, derbricht auch die Ehe. 'Matth.-,31.
(Evangelium am i. Sonntage nach Trinitatis )
19.Es war aber ein reicher Mann, der kleidetesich mit Purpur und köstlicher Leinwand,und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
20. Es war aber * ein Armer, mit NahmenLazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären,
« Sir. 14 , i 4 .
21. Und begehrete sich zu sättigen von denBrosamen, die von des Reichen Tische sielen;doch kamen die Hunde, und leckten ihm seineSchwären.
22. Es begab sich aber, daß der Arme starb,und ward getragen von den Engeln in AbrahamsSchooß. Der Reiche aber starb auch, und wardbegraben.
23. Als er nun in der Hölle und in der Quaalwar, hob er seine Augen auf, und sah Abrahamvon ferne, und Lazarum in seinem Schooß,
2^i. Rief und sprach: Vater Abraham, erbarmedich meiner, und sende Lazarum, daß er dasAeußerfte seines Fingers ins Wasser tauche, undkühle meine Zunge, denn ich ' leide Pein in dieserFlamme. ' EA. 66 ,24.
25. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn,daß * du dein Gutes empfangen hast in deinemLeben, und Lazarus dagegen hat Böses empfan-gen; nun aber wird er getröstet, und du wirstgepeiniget. * Hiob 21, 13 . Matth. 6 , 16.
26. Und über das alles ist zwischen uns undeuch" eine große Kluft befestiget, daß die da woll-ten von hinnen hinabfahren zu euch, könnennicht, und auH nicht von dannen zu uns her-über fahren. "Ein. 3«,33.
27. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater,daß du ihn sendest in meines Vaters Haus: