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5 (1883) Nachahmung - Philologenverein
Entstehung
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Siadjahmung.

SJtann in folget Stellung feine Eigenheiten biefer 2lrt an fid) hat, b. lj. fidj non fotdbenSJlanieren, bie inan, im Unterfdjiebe con ©ewotmljeiten, Angewohnheiten nennt, freUhält, unb jeber Bon und tljut wof)f, fid> aud) in biefer fpecieden Vegieljung fetter fc^arfgu beobadjten, wie mir and) unferen grauen eS cieltneljr banfen, als übelnefjmen feilten,wenn fie und jeitig auf bergleidjen ©djwadj'heiten aufmerffam machen. Stimmt aberbei einem üungen biefeS Stadjatmien ben Eljarafter beS ©potteg, Ber Verhöhnung an,womit bie innere Adjtung unb Siebe nidit mehr gufammenbeftehen fann, bann mufffettftoerftänbltdj jebeS SSiittel angewenbet werben, um foldjem ©elüfte gegenüber wenig=ftenS bie äußere Ehrerbietung gu erzwingen; bamit wirb auch ber inneren wieber eherStaunt gemadjt.

2. E§ giebt aber weiter eine Steigung gur Stadjaljmung, womit eS bem Äinbecodfommener Ernft ift. 3 n einem Orte erfdjeint ein neuer Seljrer, ißrebiger tc., berihm imponirt; ber IDtunn hat g. V. eine eigentümliche §anbfdjrift: fie wirb nad;-gealjmt-, wie er feine Vüdjer hat binben taffen, mödjte ein -öunge, ber not faunt einTupenb Vüdier fein eigen nennen fann, fie aud) in Steil) unb ©lieb beifammen fe^en.2 Bie ber -Pfarrer caS Ecangeliunt lieft, baS Vater Unfer betet, baS fann einem jungenDljr fo neu fein unb fo wopl gefallen, baff fofort ebenfo gefefen unb gebetet wirb.äBaS in biefern gad gur Stad)al)mung reijt, ift tljeilg baS Sharafteriftifdje, Originalefdjon als foldjeS, tljeils bie Vereidjerung, ber gortfd)ritt über baS ©ewoljnte hinaus,ben ber ^nabe 3U tfjun glaubt. SBofern foldj eine Stad)ahmung nicht gur Ttjorljeitwirb, inbern 3. V. eine gute fpanbfdjrift baburd) oerborben ober ein übler hangeltenangenommen wirb (nidjt ade SStufter biefer Art finb ja muftergültig), fann man bieSiebhaberei gewähren taffen; ber fettftänbige ©cift wirb ftd) gu redjter 3 e ü fdwn wieberherausarbeiten. Sßeniger gu hoffen ift bieS festere in Dem galt, wenn in bjöheren 8epr=anftaften, namentltdj auf ber Unicerfität, ein ©d)üler ftdh guut Sehrer in foldje Ah=pangigfeit cerfefst, baß er beffen Anfidjten unbebingt wie ein Eoangelium fid) aneignet,baff er namentlidj bie Terminologie beSfetten gu feiner eigenen ©pradje macht unb nunmeint, weil er btefe 31t hanbf)aben cerftelje, fo fei er aßer SBeiSheit SSteifter. gür bieSBiffenfdjaft ift eS niemals erfprießlid), wenn ftd) 3. V. eine pljilofophifdje, eine theologifdje,eine mebicinifdje ©djule aus foldj btinben 9 !ad) 6 etern bittet, bie bann um fo fanatifdjereVarteimenfdjen werben, je weniger ©elbftänbigfeit fie fid) bewahrt ober wieber errungenhaben. Ebenfo hat eS ftd) immer gegeigt, baß, wenn ein junger S©b)eoIog, 3. V. bietprebigtmanier eines ÜDtanneS nadjaljmt, ber iljm als ein 3 beal erfdjeint, alSbann bieEopie gerabe bie fdjwadje ©eite beS Originals repräfentirt; wa§ bei biefem ber Au8=brud ber Coden ©ettftänbigfeit unb barum aus einem @ ift, baS befontmt mancom Stadjaljmer eben nur als Slbffatfd) unb in gepen 3U cernel)men. TeSljalb ftebjenScanner wie ©dffeiermadjer als Seljrer fo Ijodj, weil fie feine ©djule ftiften Wodtcn;con folgen güljrern gehen wol)I Träger ipreS ©eifteS, nicht aber ihres EoftümeS auS.

3 . Snblid) aber giebt eS Tinge, in Vegug auf welche bie Stadjahmung nidjt bemeignen Trieb beS ^öglingS überlaffen bleiben barf, fonbern gerabegu geforbert werbenmuß. ©aS ßeidjnen, ja fcfjon bie Elemente beS ©djreibenS lernt jeber nur burdjSEopiren con Vorlagen; ein SJtufiffdjüler muß bem Elacieranfdjlag, ben Vogenftridj erftfehen unb hören, um ihn 3U lernen, unb wirb weiterhin, wenn er bie Eompofitionftuoiren wid, bie fÖietljobe eines IDieifterS in einer guge, in ber fjmftrumentation u. f. w.nadjaljmen müffen, um gur freien §anbljabung ber Sunftmittel 3U gelangen. Unb wennwir eS aud) }e£t nidjt meljr als baS Senngeidjen ^öc^fter ©eleljrfamfeit anfeljen, baßman ein ciceronianifdjeS Satein fdjreiben, b. h- bie eingefernten fßljrafen gleichgültig gegenben Inhalt in möglidjft großer ÜUJenge probuciren fann, fo wirb ber ©djüler bo<h nidjtanberS gur tüdjtigen ^anbljabung einer ©prad)e gelangen, als baburdj, baß er fid), wo3. V. eine beutfdje Siebeweife in eine lateinifdje umgufe^en ift, foldjer ©teden in claffifdjenSSiuftern erinnert unc barum biefe fid) corper eingeprägt hat, in weldjen für einenähnlidjen ©ebanfen ein fpecififd) lateinifdjer AuSbrud iljm corgefommen ift. Audj in

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