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2 (1860) Director - Globus
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Frohsinn, Heiterkeit.

Früh aufstehen.

mindestens der Nahrungssorgen enthoben sein und nicht durch Privatstunden und sonstigeNebenarbeiten in die Nothwendigkeit versetzt werden, sich die frische Lehrkraft für dieSchule zu schwächen. Uebrigens thut es leibliches Wohlsein für sich allein auch nicht;der Schwerpunct der Heiterkeit liegt in der Freiheit des Gemüths. Die Arbeits- undBerufsfreudigkeit des Lehrers vermag auch körperliche Schwächen zu überwinden; sie istdie erwärmende und belebende Sonne, der sich die Schülerseelen freudig öffnen und inderen Strahl sie mit Lust auch das schwerste Werk vollbringen. Wir dürfen nicht ver-gessen, daß de> Frohsinn einerseits aus dem Gefühl der frei und frisch von Stattengehenden Thätigkeit Leibes und der Seelen entspringt, andrerseits auch wieder zumHebel wird für eben diese Thätigkeiten, daß die Freudigkeit des Gemüths alle Functionenunseres Organismus lebhafter, elastischer, wirksamer macht.

7) Wie verhält sich der jugendliche Frohsinn zum Ernst des christlichen Lebens?Es giebt zarte fromme Seelen, aber auch starre Rigoristen, die in einer finsteren Lebens-ansicht befangen in der Jugendlust, weil sie mitunter tobt und lärmt, etwas unstatt-haftes wo nicht sündlichesj erblicken, die auch dem Kinde schon das Sündenbekenntnisund den Bußernst der Erwachsenen zumuthen und sich nur abweisend und verbietendzur heiteren Lebhaftigkeit der Kinder verhalten.*) Diese übersehen ganz, daß sich dieJugend erst in die Welt hineinbilden, in der frohen Hingabe an das gegenständlicheSein den Geist entwickeln und stärken muß, damit er zu jener Kraft gelange, welchesich auch der Welt entgegenzusetzen und sie innerlich zu überwinden vermag. Den Froh-sinn der Jugend dämpfen oder gar tilgen wollen hieße ihre Werdelust hemmen, ihrenLebenssaft verstocken, ihre Federkraft abspannen. Wem die Heiterkeit der Jugend ge-trübt und vergällt wurde, dessen Gemüth wird für die ganze Lebenszeit etwas schweresund gedrücktes behalten es ist flügellahm geworden. Jeneunbefangene Glückselig-keit" (vgl. Rothe Ethik. III, S. 700) der Kinderjahre ist ein warmer Lebenshanch, dernoch im spätesten Alter sich spüren läßt und sich freundlich mit der Stimmung christ-licher Liebe eint, die, obwohl auf tiefstem Ernste ruhend, in ihrem Wesen doch durchund durch heiter ist. A. W. Grube.

Friihaufstehcn. Die Zeit des Aufstehens am Morgen bedingt die Eintheilungdes Tages. Es wurden im vierzehnten Jahrhundert in Paris alle Läden um 4 Uhrgeöffnet, jetzt um 7 Uhr. Damals dinirte Frankreichs König um 8 Uhr des Morgens,unter Heinrich VIII. wurde um 7 Uhr gefrühstückt und um 10 das Mittagsmahl ge-halten. Jetzt ist in vielen Städten 4, 5 oder 6 Nachmittags die Stunde des Mittag-essens und die Morgenstunde beginnt nach 7. Das ganze Geschäfts- und Familienlebenverschiebt sich nach der Zeit des Aufstehens. Das Frühaufsteher: der Kinder istdurch das der Eltern und deren Lebensweise bedingt. Da die letztere durch Ort undBerufsarbeit u. s. f. bestimmt wird, so eraiebt sich eine große Verschiedenheit der Lebens-weisen, wie denn schon ein Unterschied zwischen dem Stadt- und Landleben augenfälligist. Von dem Berufe und Stand der Eltern ist das Aufstehen zur Tagesarbeit abhängig,und davon wieder das Aufstehen der Kinder. Jedoch ist auch das Alter maßgebend.Ein Kind von 1 Jahre hat viel mehr Schlaf nöthig, als das von 6 Jahren; anderswird die Zeit sein für 6-, 12-, 16jährige Kinder. Außerdem ist zu beachten die Körper-beschasfenheit der Kinder selbst, ihre Nahrung, geistige und körperliche Anstrengung. Esläßt sich deshalb keine allgemeine Norm der Schlafzeit aufstellen. Ziehn wir die Zeitin Betracht, worin die Kinder schulpflichtig werden. Es ist sehr begreiflich, daß

*)Das viele Bußpredigen, das viele Reden von den Sünden "der Menschen im allgemeinengiebt nur einen hohläugigen widerlichen Ernst, dem es an Trübheit nicht fehlt, dem aber dieTiefe abgeht, der wohl sauer aber nicht reinigend ist. Man wolle nicht schon die Kinder dieSünden schmecken lassen, welche sie erst künftig begehen werden, und die vierjährigen Blüten-menschen nicht schon mit dem Herbst bekannt machen, der sie erwartet, nachdem sie vierzig Jahrin der Ehe gelebt haben." W. Harnisch, Frisches und Firnes III, S. 21 ff. vergl. den Art.Frömmigkeit.