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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fröbel.

lung der Menschheit wenig bekannt. Seine eigene Jugenderziehung war eine mangel-hafte. Bis zu seinem 10. Jahre besuchte er gar keine Schule und von dem 10. bis

zum 14. Jahre eine Bürgerschule; in ein Gymnasium ist er gar nicht gekommen. Erst

später, als ihm nach scheinbar planlosem Hin- und Herirren in den verschiedensten Be-rufsarten seine Bestimmung zum Lehrer aufgegangen war, studirte er methodisch die

Naturwissenschaften in Göttingen und in Berlin (1810 und 1811), weil er das Ent-

wicklungsgesetz des Naturlebens mit dem Entwicklungsgesetz des Geisteslebens für iden-tisch hielt und der Ansicht war, daß ein Pädagog das Naturleben aufs gründlichstekennen müße. *)

Der Hauptbegriff, der sich durch alle Schriften Fröbels hindurchzieht, ist der Be-griff des Lebens und seiner Organisation und Entwicklung: Die Kategorie des Lebensist eben so sehr eine Kategorie der Natur, als des Geistes des Menschen; ja selbst dieGottheit kann man als Leben bezeichnen. Der Begriff des Lebens offenbart sich aberin der Natur am mannigfaltigsten oder wenigstens am anschaulichsten und daher kannselbst ein Mensch von niedrigerer Bildung am leichtesten aus der Beobachtung der Natureine Vorstellung von der Idee des Lebens gewinnen. Die Formel, in welcher nunFröbel am häufigsten den Begriff des Lebens faßt, ist die Einheit in der Mannigfaltigkeitvon Einzelnheiten. Der lebendige Baum bildet ein Ganzes von vielen Theilen oder Einzeln-heilen, die sich aufs bestimmteste von einander unterscheiden und so eine reiche Mannig-faltigkeit bilden, aber eben so sehr von einer inneren Einheit zusammen gehalten werden,die ihr Wesen in der Mannigfaltigkeit kund giebt, ohne sich darin zu verlieren. DieEinheit ist das Ursprüngliche des Lebens, der Quell- und Haltpunct des Ganzen, sietreibt die Mannigfaltigkeit von Einzelnheiten aus sich heraus und giebt sich in ihneneine entsprechende Gestalt, wie umgekehrt jedes einzelne Glied des Organismus gleich-sam ein Strahl ist, in dem man die innere Einheit der allgemeinen Lebenssonne erkennenkann. Was ein Ding entwickeln soll, das muß seinem Wesen nach in ihm liegen undsoll ein Ding seine Einheit vollkommen entwickeln, so muß es eben alle seine Mannig-faltigkeit, die in ihm liegt, aus sich entwickeln. Je mannigfaltiger, je unbegrenzter inZeit und Raum die Einzelnheiten sind, in welchen eine Einheit heraustritt, um so voll-endeter und erschöpfender wird diese dargestellte Mannigfaltigkeit das Wesen der dar-stellenden Einheit aussprechen. Jeder einzelne Mensch, aber auch jedes einzelne Volk,ja zuletzt selbst die Menschheit ist eine solche innere Einheit, die sich eben so in räum-licher Organisation als in zeitlicher Entwicklung in entsprechender MannigfaltigkeitHerausstellen und darlegen soll. Die unsichtbare und über alle Mannigfaltigkeit undEinzelnheit übergreifende Einheit ist das Göttliche oder das von Gott Gesetzte undBedingte in den Dingen und in den Personen. Die Einheit, die also z. B. jeder ein-zelne Mensch als das in einer unendlich reichhaltigen Mannigfaltigkeit von Existenz-formen und Entwicklungsstufen räumlich und zeitlich realisiren soll, ist von Gott gegebenund bedingt, ist ein Punct in der unendlichen Offenbarung Gottes und greift in dieSphäre des göttlichen Wesens ein. Da es nun in der Erziehung darauf ankommt,die in dem Menschen liegende ewige Einheit zu einer sie vollkommen darstellendenMannigfaltigkeit zu entwickeln, so hat alle Erziehung ihrem tiefsten Grunde nach einenreligiösen Charakter; diejenigen also, welche Fröbeln die Religion absprechen, verstehenunter der Religion ohne Zweifel eine bestimmte Konfession; vielmehr aber Wad Fröbelein tief religiöser Mensch, wenn auch in seinem Gottesbegriff die Immanenz entschiedenerhervortritt als die Transscendenz, und in seinem Erziehungssystem ist die Religion eben

*) Eine ausführliche Lebensbeschreibung Fröbels existirt noch nicht. Die wichtigsten Notizenzu einer solchen findet man in Diesterwegs Jahrbuch vom Jahre 1851 , ferner in einer Schriftvon vr. Kühne: Fröbels Tod und Fortbestand seiner Lehre; endlich in einer Schrift von WichardLange: Zum Verständnisse Friedrich Fröbels. Hamburg 1850 . Besonders bemerkenswerth inFröbels Leben ist sein zweijähriger Aufenthalt bei Pestalozzi in Jfferten, wo seine pädagogischenIdeen zur Reise kamen.