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Ethik.
Exposition.
Beruf und durch Bewahrung des Leibes und der irdischen Güter zum Dienst der Seele;Selbsterbauung in ihrer Rückwirkung auf die Gemeinschaft; endlich: Ehe, Staat undKirche als Grundformen gottgeordneter Gemeinschaft nach ihrem Verhältnis zur Be-thätignnz christlicher Frömmigkeit (Har keß); die Tugend als Gesinnung (Weisheit undLiebe) und als Fertigkeit (Besonnenheit und Beharrlichkeit); die Pflicht als Rcchtspflicht,Bernfspflicht, Gewissenspflicht und Licbespflicht (Schleiermacher, Philos. Ethik.) —Die künstlerische Gestaltung des wissenschaftlichen Materials wird an diesem Puncteimmer eine mannigfache sein, die wesentlichen Momente aber, die in den verschiedenenVerhältnissen des innern und äußern Lebens liegen und die den Hauptcintheilungsgrundabgeben, sind stets dieselben. Palmer.
Evangelische Pädagogik, s. Pädagogik, ihre Richtungen.
Excistircil, s. Com Position.
Excnrsioiltll, natnrgeschichtliche, s. Naturaliensammlung.
Excrciticn, s. Composition.
Exposition nennt man die mündliche (auch Wohl schriftliche) Uebersetzung eines infremder Sprache vorliegenden Textes in die Muttersprache. Zum Zweck der (nicht bloßempirischen, sondern) rationellen und gründlichen Erlernung einer fremden Sprache istdiese Uebuug nicht minder wesentlich und unentbehrlich, als die Composition, ja sie gehtdieser der Zeit und in gewisser Beziehung auch dem Range nach vor. Die Aufgabeist, aus den fremden Worten durch Verknüpfung des Zusammengehörigen und Con-struction des Ganzen den Gedanken zu ermitteln, und es werden hiebei, um des Ein-zelnen und des Ganzen Meister zu werden, wesentlich die gleichen geistigen Operationenerfordert und die gleichen Geisteskräfte geübt, wie bei der Composition,*) Gedächtnis,Fassungskraft, Urtheil, Geschmack. — Wenn diese Uebung, indem sich für die fremdenWörter und Formen die entsprechenden der Muttersprache schneller darbieten, als um-gekehrt für die der Muttersprache die der fremden, .allmählich leichter wird, wenn siedemnach die Geistesthätigkeiten nicht in dem Grade mehr anstrengt und übt, als die Com-position, so wird sie dagegen als Mittel zur Kenntnis einer fremden Literatur um sowichtiger. ,
Versuchen wir es nun, das Geschäft, das bei der Exposition einerseits dem Schüler,andererseits dem Lehrer zukommt, genauer festzustellen, so ist von dem Grundsatz aus-zugehen, welcher mit dem Zweck der formalen Bildung gegeben ist, daß dem Schülerdasjenige selbständig zu leisten überlassen bleibe, was nach dem Grade seiner geistigenKraft von ihm selbständig geleistet werden kann. Wir setzen also von Seiten desSchülers eine Vorbereitung (s. das Nähere unter „Präparation") für die Expositions-stunde voraus und begreifen darunter Kenntnis der Wörter unv der Construction, darumauch die Fähigkeit, richtig zu übersetzen.
Demgemäß wird der Schüler, nachdem er einen Satz oder Abschnitt im Originalgelesen hat (bei größerer Leichtigkeit der betreffenden Schrift kann dies auch unterbleiben),die mündliche Uebersetzung geben, an welche nach verschiedenen Stufen die Forderungder Richtigkeit, des correcten und des guten Ausdrucks in der Muttersprache **) gestelltwerden muß. Mit dieser Uebersetzung giebt er eine Probe von der eingehenden Sorg-falt bei seiner Vorbereitung, wie andererseits die Uebersetzung ohne vorhergegangene Vor-
S. diesen Artikel. Eine specielle Nachweisung über die beim Exponiren (zunächst demLateinischen) und der Vorbereitung hiefür in Thätigkeit gesetzten Geisteskräfte giebt Fresse: Dasdeutsche Gymnasium nach den Bedürfnissen der Gegenwart 1845 S. IS f.
**) S. Beneke, Erziehung«- und Unterrichtslehre 1842 II. S. 467. „Die erste Grund-bedingung (um Musterformen für die eigenen Productionen in der Muttersprache zu gewinnen) istunstreitig, daß der Schüler der Vollkommenheit der ihm vorgelegten Sprachdarstellnng geistiginne werde; und das sicherste Zeugnis hievon wird er durch eine Uebertragnng in die Mutter-sprache ablegen, welche diese Vollkommenheit so entsprechend als möglich wiedergiebt."