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Ethik.
welche die positive oder die Weisheit ist, erreichen kann und soll unter Voraussetzungder absoluten weltbeherrschenden Weisheit Gottes und im Hinblick auf das Ziel voll-endeter Heiligkeit und Seligkeit"), seine Aufstellung der positiven Liebe als Princips,das in Gott wirklich ist und sein Correlat in der menschlichen Gegenliebe erzeugt(a. a. O. I. S. 88), seine Theorie des Bösen u. s. w. durchaus christlichen Geist beialler Strenge des Denkens; insbesondere aber geht der dritte Theil des Systems (II.S. 375 fs.) Hand in Hand mit Len christlichen Ideen, gemäß dem, was I. S. 309über die Nothwendigkeit gesagt war, daß die Ethik auf ihrer dritten und höchsten Stufezu einer religiösen und zwar christlichen werden müße. Von Marteusen stehe hierbloß eine Stelle aus dem Vorwort zu der genannten Schrift, wo er sich (S. XI. f.)über den fraglichen Punct so ausspricht: „Wenn die Philosophie nicht länger eine leereConstruction a priori ist, sondern Erkenntnis der Wirklichkeit, und wenn die positivenWissenschaften von der Methode der Philosophie sich durchdringen lassen, so muß deralte Gegensatz verschwinden. Eine otbioa naturakis zu schreiben, welche als eine andereArt von Moral neben der christlichen bestehen sollte, gehört zu den Versuchen, die manlängst aufgegeben hat. (Das freilich ist zu viel gesagt.) Eine Moralphilosophie, welchedas Christeuthum iguorirt, iguorirt auch die wirkliche Sittlichkeit und macht sich dadurchnur unpraktisch. Ist dagegen die Moral vom Princip des ChristenthnmS durchdrungen,so wird sie nicht unterlassen können, auf die religiösen Momente der Sittlichkeiteinzugehen, die man vordem ausschließlich der Theologie zueiguete." Im Weiterenwird dann der Unterschied beider so bestimmt, daß die philosophische Darstellungnur das Generelle ins Auge fasse, während die Theologie „mittelst der hingehörigenbiblischen, kirchengeschichtlichen und dogmatischen Momente den religiös-ethischen Punctenihre Ausbildung gebe," andererseits aber die philosophische Moral auch wieder eine all-gemeinere sei, sofern sie auch die nichtreligiösen, die weltlichen Momente der Sittlichkeit,wie Familie und Staat, umfasse, die von der theologischen Moral zwar selbstverständ-lich nicht ausgeschlossen, aber „durch religiöse, durch biblische Kategorieeu nicht erschöpftwerden können." — Während so unverkennbar die Philosophie, und zwar nicht etwabloß die einer einzigen Schule (Martensen z. B. geht von Hegel aus und Hegels eigeneDefinition, „die Pädagogik sei die Kunst, den Menschen sittlich zu machen; sie betrachteden Menschen als natürlich und zeige den Weg, ihn wiederzugebären, seine erste Naturin eine zweite, geistige umzuwandeln" jRechtsphil. S. 212) ist ein Analogon christlicherBegriffe, wie er auch sonst gerne von solcher Neugcburt redet, vergl. Thaulow,Hegel's Ansichten über Erz. u. Unt. I. S. 13), — sondern das philosophische Denkenüberhaupt auf Verständigung unv Ausgleichung mit den Ideen des Christenthums undseiner wirklichen Gestaltung in Form der Kirche (s. z. B. Chalybäus II. S. 446 ff.)hinstrebt und an seine wesentliche Einheit mit der christlichen Wahrheit glaubt: so hatihrerseits auch die neuere, gläubige Theologie ein elastisches Werk aufzuweisen, das aufphilosophische Basis gestellt und in philosophischem Geist ausgeführt ist, wir meinen die„Theologische Ethik" von Rothe. Mag man auch über die Art seines Speculirenchüber seine Grundansichten von der theologischen Ethik als einer (im Gegensätze zurDogmatist zur wissenschaftlichen Darstellung der kirchlichen Dogmen) wesentlich specula-tiven Wissenschaft, vom Wesen des Sittlichen selbst, sowie über eine Menge Einzel-heiten sich diesem geistvollen Theologen nicht conformiren: immer doch ist sein Werkin der neueren theologisch-ethischen Literatur das weitaus bedeutendste, und selbst solcheLeser, die sich durch die Dialektik des ersten Bandes schwer hindurcharbeitcn, denen csmehr um praktische Belehrung zu thun ist, finden im letzten Bande eine Fülle christ-licher Lebensweisheit, die sich bis ins Einzelnste erstreckt, ohne doch je kleinlich zuwerden; auch die in den Noten nebenherlaufende beständige Bezugnahme auf älteretheologische und philosophische Ethiker ist nicht gelehrter Citatenkram, sondern hat fürden Leser den vollen Werth einer Correspondenz, eines Ideenaustausches zwischen denersten Repräsentanten der betreffenden Wissenschaft. Aeltere, philosophisch-theologische