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2 (1860) Director - Globus
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Erziehungsanstalten.

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schulen beweisen das im kleinen. Die Macht der Persönlichkeit wirkt wie ein MagneteSie muß noch wirksamer sein da, wo Schule und Haus vereinigt sind. Während inHaus und Familie oft der in der Schule gelegte Grund sittlichen Lebens durch laxeGrundsätze und böses Beispiel wieder umgerissen wird, wirkt in einer tüchtig geleitetenAnstalt alles vereint darauf hin, alle Seiten des Zöglings, Geist, Gemüth und Leib,im Auge zu behalten und so die Harmonie aller Kräfte anzubahnen, die das Ergebniswahrer Bildung ist.

Treten, so gesehen, die Erziehungsanstalten als vollberechtigt ins Licht, so könnteman daran leicht wieder irre werden, wenn man die Bedenken vernimmt, die von ver-schiedenen zum Theil sehr achtbaren Seiten her (wir nennen z. B. A. H. Niemeyer,Grunds. H 511, und K. v. Raumer, Gesch. der Pädag. III. S. 16 f.) vorgebrachdwerden. Hören wir und wägen wir sogleich die wichtigsten derselben.

2) Schatten- und Lichtseiten. Man nennt als Schattenseiten zunächst ihreäußere Unsicherheit, das Ephemere ihrer Existenz. Diese kann aber einerseitsnatürliche Folge ihres Princips sein. Wenn die pädagogisch-didaktische Idee, für welcheeine Erziehungsanstalt eingetreten, sich geltend gemacht und das Bewährte und Ausführ-bare den Weg auch in die öffentlichen Schulen gefunden hat, wenn den Mängeln undEinseitigkeiten der öffentlichen Lehranstalten, gegen welche die Privatanstalt thatsächlichprotestirte, abgeholfen ist, so hat diese ihre Aufgabe in der Hauptsache gelöst; sie stirbtab. Aber war denn in diesem Falle das Ziel einer solchen Anstalt ein anderes, als —sich entbehrlich zu machen? Ihr Tod ist ihr Triumph, ihre Auflösung ihre Verklärung.Wer so stirbt, der stirbt wohl! Stetten im Nemsthal z. B., das im Jahr 1831 nament-lich im Sinne Klumpp's (Die gelehrten Schulen nach den Grunds, des wahren Huma-nismus Stuttg. 1829) für den Realismus dem einseitig humanistischen Princip gegenüberin die Schranken trat, löste sich nach 22jähriger Arbeit auf, als die wesentlichen Ele-mente des Realismus in die öffentlichen Gelehrtenschulen Württembergs, in den Lehr-plan der Gymnasien ausgenommen und vielfach Realschulen den Lateinschulen Württem-bergs an die Seite getreten waren.

Jene Unsicherheit ist aber auch Folge ihres privaten Charakters; auch wenn sieihre Aufgabe noch weit nicht gelöst haben, sagt man, hängt das Schwert immer überihrem Haupte. Jedes Wanken des Vertrauens von Seiten des Publicums, jede Acnde-rung in der Person des Gründers oder Leiters kann für ihre Existenz kritisch werden.Ist wahr. Aber diese Abhängigkeit vom Vertrauen des Publicums ist auch ein Sporn,durch tüchtige Leistungen diese Lebensbedingung sich zn wahren, während die öffentlicheSchule im Bewußtsein ihrer gesicherten Existenz dieses zwar nicht ideale, aber — wiedie Menschen sind — doch nicht unkräftige Mittel, wacker zu bleiben, entbehrt. Undwas den Wechsel der leitenden Person betrifft, so steht und fällt allerdings gar mancheAnstalt mit dem Mann, der so zu sagen ihre Seele gewesen. Aber was ists drum,ob auch die Anstalt sammt dem Mann stirbt? Hat sie wahres Leben in sich ge-habt, so ist das nicht verloren. Epamiuondas sprach sein „satis vixi!" — und dochlebt er. Hatte sie kein wahres Leben in sich, vann sterbe was sterben soll; besser Todals Scheinleben. — Auch öffentliche Anstalten sind übrigens nicht unempfindlich fürsolche Wechselfälle; nur haben sie allerdings in ihrer Stellung das Privilegium, daß jeund je auch uuter einem sterbenden Kaiser das Pferd, wie einst Rudolph's auf demWege nach Speyer, fortgeht.

Bedenklicher wäre die Sache, wenn in der Stellung des Directors selbstein innerer Wiederspruch läge, wie behauptet wird. Der Director soll, sagt man,Hausvater, Schulrector und Lehrer zugleich sein, aber von diesen Aemterntritt eines dem andern nicht selten in den Weg. Zudem lauft es nach Raumer (III.16) mit seiner Meinung, Hausvater zu sein, vielfach auf eine Selbsttäuschung hinaus.Er soll Hausvater sein und er muß seine Kinder als Masse behandeln; „welcherVater behandelt aber seine Kinder als Eine Masse?" und dem Rector wird von