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2 (1860) Director - Globus
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Englische Sprache.

anderer Sprachen bei ihrer Bildung auszuscheiden oder zu vermeiden Gelegenheit hatteund somit jene Vernunft zeigen konnte, welche I. Grimm als zweites Merkmalhervorhebt. Es giebt keine vernünftigere neuere Sprache als die englische und darumbietet sie dem Unterricht so viel Erleichterung. Schon das logische Princip, daß nur,was von der Natur männlich oder weiblich erschaffen, auch in der Sprache eine Ge-schlechtsbezeichnung erhalten kann und alles übrige, sei es concret oder abstract, säch-lich ist und daß der Artikel nicht mehr ein Geschlechtswort ist und als solches generischoder numerisch unterschieden zu werden braucht, räumt viele Schwierigkeiten hinweg, diez. B. in der französischen Sprache dem Anfänger hindernd entgegen treten, ohne einengroßen formalen Nutzen zu gewähren. Dasselbe findet Statt bei der unveränderlichen Beu-gung des Adjectivs, die nach der strengen Logik in der Sprache ganz überflüssig, weil ja ausLem Substantiv selbst Casus, Numerus und Genus ersichtlich ist. Ferner die regel-mäßige Stellung des attributiven Adjectivs vor dem Substantiv, die stete Abhängig-keitsstellung des regierten Pronomens unmittelbar nach dem Verbum, das Aufgeben derClassificirung des Verbums bei der schwachen Flexion, dessen ganze Konjugation durchdie vier Flexionen in st, s, eck und inA und durch Hülfszeitwörter bewerkstelligt wird,die Beschränkung der ganzen unregelmäßigen Konjugation auf den Vocalablaut desJmperfectums bei der starken und die Contraction oder Vocalverkürzung bei der zu-sammengezogenen Konjugation, der Wegfall aller Flexionsveränderungen für den Con-junctiv (so daß viele Grammatiker behaupten konnten, es gebe gar keinen Conjunctivim Engl.), die Verwischung des Formenunterschiedes zwischen Substantiv und Verbum— diese Beschränkung der Sprache auf die allereinfachsten logischen Kategorieen hatkeine andere Sprache aufzuweisen. Dasselbe logische Princip herrscht auch in derSyntax. Allgemeine Begriffe bedürfen keines Artikels, die ganze Satzfolge beruht aufder logischen Entwickelung des Gedankens selbst— zuerst was? dann erst wie? wann?«der wo? Nicht einmal das Adverbium darf das active Verbum von seinem Objecttrennen. Dann welche substantive Kraft, welche adjective Unterordnung herrscht in denreichen und mannigfaltigen Participialconstructionen, welche jede Auflösung durch Con-junctiv, jede Verflachung durch Relativnmschreibungen überflüssig machen! Und dennochstehen diesem gedrängten logisch gefugten Satzbau, der in dieser Rücksicht nicht einmalvon dem auf denselben Principien beruhenden französischen übertroffen wird, noch soviele Freiheiten in der gehobenen Sprache zu, daß weder die freieste Eloquenz nochdie höchste Poesie in ihrem Flusse oder ihrem Fluge gehemmt ist.

Der dritte Vortheil ist aber der engl. Sprache daraus erwachsen, daß sie die Spracheeines Volkes ist, welches zuerst isolirt dastehend, sich der kraftvollsten Entwickelungseiner inneren Verhältnisse widmen und sich von den Einflüssen fremder Bevormundungentfernt halten konnte. Dadurch ist das englische Volk frei, ruhig, verständig, praktisch,ja selbst kalt, zurückhaltend und selbststolz geworden, und dieser Charakter spiegelt sichin seiner Sprache aufs deutlichste ab. Schon Addison sagt, er danke Gott, daß er einEngländer sei und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil er einem Volke angehöre,Las mit seiner Rede sparsam sei und seine Zeit nicht mit Redseligkeit vergeude. ,Zeitist Geld' bewährt sich in der engl. Sprache wie im engl. Handel und Wandel. AlleLiese einsylbigen Wörter, die das germanische Princip in der engl. Sprache vertreten,alle die neueren Bestrebungen, mehrsylbige Wörter zu einsylbigen zu reduciren, selbstwenn der Wurzelbegriff dabei verloren geht (wie z. B. Zont für Zontlsmau, rviZ fürxorirvix, oab für oabriolot, bus für omuibus rc.), alle die Contractionen wie I'll für1 -will, vou't für voll not, vo'vs für cvo llavo, alle die elliptischen Redensarten, inLenen nicht nur einfache Partikeln, sondern selbst Relativa, Conjunctionen und Präpositio-nen ausgelassen werden können, die Umwandlung der Verbalsylbe stll in s, und so vieleandere Verkürzungen zeigen, wie praktisch der Engländer seine Sprache einzurichtensucht, während sein Selbstbewußtsein in dem großen I, in der Verwendung der per-sönlichen Fürwörter und seine handelnde Energie selbst in seiner Begrüßungsformel