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2 (1860) Director - Globus
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Elementarschule.

erst auf diese Beschreibung, welche zur bildenden Anschaunngs-, Denk- und Sprechübungwird, folgt die Forderung, den Buchstaben auf der Schiefertafel nachzubilden. Nebenhergehen Uebungen für das Ohr und die Sprachwerkzeuge durch Anhören, Auffassen undNachsprechen zuerst der Selbstlaute, dann der Mitlaute, endlich aller möglichen Laut-verbindnngen in zweikantigen Sylben. Hierauf werden für die sämmtlichen Laute nachund nach die geschriebenen und gedruckten Zeichen gegeben und theils durch Abschreiben,theils durch Dictiren, theils durch eigene Combination der Kinder Sylben gebildet.Vorausgesetzt wird, daß die augewendeten Wandlesetafeln wie die Handfibel einen lücken-losen Gang der Uebungen einhalten. Die Menge der Abtheilungen, die durch denEintritt neuer Schüler mit jedem Halbjahre, und durch den verschiedenartigen Fortschrittder Kinder hervorgerufen werden, ist hier weniger störend, da diese Stunden mehrArbeitsstunden als Lehrstunden sind. Jede Lehrstunde beginnt mit Besichtigung derhäuslichen Arbeit. Die vorgerückten Schüler werden durch Abschreiben von der Wand-tafel, durch Niederschreiben dictirter Sätze, Bibelsprüche re. beschäftigt, und besondereLeseübungen des später niederzuschreibcnden Stoffes gehen vorher. Nach Ablauf vonzwei Jahren ist der Stoff der Fibel und der Wandtafeln durchgearbeitet. Von nun anbietet das Lesebuch, das neue Testament, der Katechismus und das Gesangbuch den Lese-und Abschreibestoff dar, es tritt daher das Lesen und Schreiben bereits in den Dienstdes Religionsunterrichts und fördert namentlich die Gedächtnisübungen. Jetzt wird auchder Anfang mit dem Schreiben auf Papier gemacht, und die Schwierigkeit desselbennöthigt zu besonder» Uebungen, so daß hier Lesen und Schreiben aus der bisherigenengsten Verbindung heraustreten. Bei dem fortgesetzten Leseunterricht ist das Haupt-gewicht nun auf den im Lesestoff enthaltenen Gedanken zu legen. Nur Verstandeneskann gut gelesen werden. An inhaltsleerem Stoffe lernt kein Kind lesen und alle Kunst,Geist und Gemüth des Kindes, welches sich von dem Inhalte nicht unmittelbar ange-zogcn fühlt, zu fesseln, bleibt fruchtlos.

Der „verbundene Sach- und Sprachunterricht" kann, wie G. meint, keinenselbständigen Unterrichtsgegenstand in der Volksschule ausmachen, sondern er muß sichan den Lese- und Schreibunterricht anlehnen. Da es nämlich beim Lesen darauf an-kommt, daß der Inhalt aufgefaßt und das gewonnene Verständnis desselben hörbar dar-gestellt werde, so muß der Leseunterricht immer auf den Inhalt eingehen, muß also einSachuntcrricht sein, denn die bloße logische Form der Gedanken und deren grammatischerAusdruck ist kein Gegenstand für die Volksschule. Die Anschauungs-, Denk- und Sprech-übungen ohne bestimmten Inhalt sind daher verwerflich und fruchtlos. Schonvor ihrem Eintritt in die Schule haben die Kinder ihre erste Denk- und Sprachbildungdurch die Auffassung der Worte und Gedanken anderer erlangt; auf demselben Wegesollen sie durch Darreichung eines geeigneten Lesestoffes zu einer tüchtigen Denk- undSprachbildung weiter geführt und so allmählich zu selbständigem Nachdenken befähigtwerden. Da aber vie Kinder im Anfänge noch nicht lesen können, und die oben er-wähnten Sprechübungen, welche sich an die das Lesen und Schreiben vorbereitendenUebungen des Ohres und Auges, der Sprachwerkzeuge und der Hand anschließeu, nurauf die sinnliche Seite der Sprache, nicht auf den Gedankeninhalt derselben gerichtetsind, so bedarf es noch besonderer Vorübungen zum Lesen, welche den letzter» Zweckverfolgen. Diese bilden den verbundenen Sach- und Sprachunterricht, der wesentlichdarin besteht, den in einer sprachlichen Darstellung enthaltenen Gedanken aufzufassen,und mündlich wiederzugeben, andererseits aber für die eigenen Gedanken die richtigeBezeichnung zu finden. Diese Denk- und Sprechübungen dürfen nicht darauf ausgehen,die Erscheinungen zu classificiren, sondern, wie das Leben selbst in raschem Wechsel andem Menschen vorübergeht, so soll Lehrer und Kind aus der reichen Welt, die sie um-giebt, nach Herzenslust die Gegenstände der Betrachtung wählen. Die Wilke'schenBildertafclu werden zu Grunde gelegt. Bei Behandlung derselben kommt es nur dar-auf an, die Kenntnisse der Kinder von der Außenwelt zu berichtigen, ihre dunklen Vor-