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Elementarschule.
Unbekannten, vom Einfachen zum Zusammengesetzten, von der Sache zum Zeichen, vomLeichten zum Schweren (sie!) rc.", abgesehen von den großen Bedenken, die sich gegeneinzelne dieser Regeln erheben lassen, sämmtlich in der eben ausgesprochenen Forderungenthalten sind, sich nach der geistigen Kraft des Kindes zu richten. Wenn aber dannPalmer selbst doch ein solches psychologisches Schema für den Unterricht in der Volks-schule aufstellt, und als Grundformen des methodischen Fortschrittes drei Stufen unter-scheidet, von denen die erste das Concrete und Anschauliche, die zweite das Abstractere,die dritte die höhere Einheit von beiden (a. a. O. S. 362 ff.) behandeln soll; so kanndiese Unterscheidung nur so verstanden werden, daß ein gewisses relatives Ueberge-wicht der Anschauung auf der ersten, der Verstandesthätigkeit auf der zweiten Stufesichtbar werde. Keineswegs hat es der eigentliche Elementarunterricht vorzugsweise odermehr mit der Anschauung zu thun, als andere Unterrichtsgebiete; was die Uebung derAnschauung gerade hier so wichtig macht, ist das den Geist weckende, alles Denkenanregende Moment, welches ihr eigenthnmlich ist. Die Anschauung hat ihre Stelleda, wo irgend ein Anfang im Erkennen gemacht, ein Grund fürs Begreifen gelegtwerden soll, und jeder Unterricht, der diesen dem menschlichen Denken nothwendigenProceß von der Anschauung zum Begriffe außer Acht ließe, würde mehr oder wenigerzur geistigen Abrichtung herabsinken, weil er die Selbstthätigkeit des Schülers nicht zuwecken wüßte. Aber es darf nicht verkannt werden, daß es der Elementarunterricht ebenso sehr, wie mit der Anschauung, in jedem Augenblicke auch mit dem Verstände, mitder Bildung von Begriffen und Urtheilen, so einfach dieselben immer sein mögen, undnicht minder mit dem Gedächtnis und mit dem Gefühle zu thun hat. DieUebung des Verstandes wird von der einen Seite eben so bedenklich erachtet, wie diedes Gedächtnisses von der andern. Den elfteren ist leicht zu zeigen, daß aller Unter-richtsstoff, auch der edelste, keinen Segen stiften kann, wenn er nicht verstanden ist.Nicht ganz so leicht ist es, gegen die formalen Methodiker die Notwendigkeit einerUebung des Gedächtnisses auch in der Elementarschule zu erhärten. Mit gutem Rechtweisen sie auf die Sünde hin, die an der Seele des Kindes begangen wird, wenn ihmdas, was innerlich erlebt werden soll und nur durch die geistige That des Erkennenserworben werden kann, auf äußerliche Weise durch mechanische Gedächtnisübungen an-geeignet wird. Man kann dies immerhin anerkennen, man kann den Selbstbetrug einesso rohen materialistischen Treibens bedauern und es tief beklagen, wie hohl und leer dieSeele des Kindes bleiben muß, der man statt einer organischen Entwickelung ihrer gei-stigen Gestalt nur ein loses Gewand von Scheinkenntnissen gegeben hat, ja man kannnoch weiter gehen, jman kann den ganzen psychologischen Begriff vom Gedächtnis alsvon einem Magazin für das bunte Allerlei der verschiedenartigsten Eindrücke als einenganz unwissenschaftlichen verwerfen, und zugeben, daß das Behalten von der Klarheitdes Bewußtseins, von dem Grade des Interesses, von der Energie der Aufmerksamkeit,von der Intensität geistiger Selbstthätigkeit, mit welcher der Schüler einen Gegenstandaufgefaßt hat, abhängc (vgl. d. Art. Gedächtnis); man kann einräumen, daß Vergeß-lichkeit in den meisten Fällen ein Charakterfehler ist, und doch darf man deshalb vonPraktischem Gesichtspunct noch keineswegs zugeben, was Schleiermacher behauptet, daßeigentliches Memoriren in der Schule weder nöthig noch heilsam sei. Nicht alles, waseinmal erkannt ist, ist für alle Zeit erkannt. Es dauert lange—um an das Bildzu erinnern, mit welchem Schopenhauer so treffend das Wesen des Gedächtnisses be-zeichnet , che sich alle die Falten bilden, in welche das Gewand sich nach längerem Ge-brauche von selber legt. Es kommt fürs Leben und für die Wissenschaft auch daraufan, daß gewisse Dinge dem Geiste immer präsent sind, und nicht erst immer wiederdurch einen mühsamen Denkact neu erzeugt zu werden brauchen. Das hat wohlPestalozzi gewußt, von dem es bekannt ist, daß unter den eigenthümlichcn Uebungcn,die er mit den Kindern vornahm, nicht selten die war, ihnen eine Reihe schwierigerWorte vorzusprechen und darauf zu halten, daß sie dieselben behielten. Wenn hier die