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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Einflüstern.

Einübung.

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brechen. Was die Verantwortlichkeit dafür betrifft, so haben freilich Revisoren und Auf-sichtsbehörden die Macht der Tradition in Anschlag zu bringen, die in allem innerenSchulleben der Bemühung des einzelnen Lehrers einen zähen Widerstand entgegenzufetzenpflegt. Albert Lange.

Einheitstabelle, s. Rechenunterricht.

Einhelfen, s. Einflüstern.

Einladungsschriftcil, s. Programme.

Einsperren, s. Strafen.

Eintritt der Schüler, s. Aufnahme.

Einüben heißt etwas so üben, daß man es inne hat und als über einen freienBesitz darüber verfügen kann. Der Schreiblehrer zeigt dem kleinen Schüler die Be-standtheile eines Buchstabens und läßt ihn denselben nachmalen, aber es bedarf langerUebung, bis die den Griffel oder die Feder regierenden Finger dies Geschäft richtig,gut und ohne besondere Mühe vollziehen. Der Leseschüler hat in kurzer Zeit alle Buch-staben kennen gelernt, aber wie viele Mühe muß noch darauf gewandt werden, bis erdie Fertigkeit des Lesens so inne hat, daß er die einzelnen Buchstabenformen nicht mehrzu fixiren, sondern das ganze Wort und später einen ganzen Satz nur mit einem raschenBlick zu übersehen braucht, um den darin enthaltenen Gedanken in sich aufzunehmen.Den Laut des französischen j, e nachzubilden, tostet den deutschen Knaben Mühe, all-mählich aber bedarf weniger und am Ende keiner Aufmerksamkeit mehr, daß seineSprachorgane den richtigen Laut Hervorbringen. Der Lehrer einer fremden Sprache hateine Regel richtig und klar vorgetragen und der Schüler hat sie begriffen, aber es stehtnoch lange an, bis sie fehlerfrei angewandt wird d. h. bis sie genügend eingeübt ist.Eine mathematische Wahrheit kann von dem Schüler wohl verstanden sein, aber er sollz. B. einen geometrischen Satz an einer Figur in anderer Lage beweisen oder eine ein-fache Anwendung davon machen und nun stockt er, der Satz ist nicht gehörig eingeübt.Wenn die Wiederholung im allgemeinen zum Zweck hat das Gelernte zum völligenEigenthum des Geistes, zu einem Bestandtheil des Bewußtseins zu machen, das jedenAugenblick in demselben reproducirt werden kann, so gilt dasselbe auch von der Einübung,die nur eine Unterart der Wiederholung ist in Bezug auf Fertigkeiten von mehr oderweniger mechanischer Art,da das Kind wohl etwas schon kann begriffen haben, aberes ist ihm in Gedanken, Mund und Hand noch nicht so geläufig, daß es ohne Schwie-rigkeit ausgeführt werden kann; durch die beharrliche Wiederholung gewöhnen sich abersämmtliche in Anspruch genommene Kräfte daran und die Uebung macht den Meister."

a. Das Gebiet der Einübung bilden also vor allem diejenigen Thätigkeitsn, welchemehr over weniger unter Mitwirkung körperlicher Organe zu Stande kommen, und beiden Fertigkeiten im engeren Sinne zweifelt niemand, daß man sie sich nur durch Ein-üben aneignen kann. Auch die Prädicatemechanisch" undunbewußt" erregen beiihnen keinen Anstoß; denn jedermann will bei ihnen das erreichen, daß sie vor sichgehen ohne daß der Geist erst seine Aufmerksamkeit, der Wille seine Kraft darauf zulenken hat, sondern nach den Gesetzen, welche theils in der sich bethätigenden Krafttheils in dem Gegenstand der Thätigkeit selbst liegen; das Bewußtsein soll immer we-niger, am Ende gar nicht mehr dabei in Anspruch genommen werden. Der Klavier-spieler, der eine Beethoven'sche Sonate spielt, darf nicht mehr nöthig haben, sich erstdie Regeln seiner Kiuderclavierschule wieder vor die Seele zu rufen; die Finger fliegendie Tonleitern und Passagen auf und ab so mechanisch, wie die Füße Schritte undSprünge machen. Aehnliches gilt vom Lesen, Schreiben, Zeichnen, Singen u. dergl.Der theoretische Unterricht in diesen Dingen für die Elementarschule geht nahe zu-sammen, aber die Einübung nimmt lange Zeit, ja den größten Theil der Schulzeit inAnspruch und die Volksschule ist, wie Bormann (Unterrichtskunde S. 77) sagt,wesentlich Uebungsschule. Sie kann die Einübung dessen, was sie lehrt, nur zumgeringeren Theil der häuslichen Thätigkeit überlassen und darf sich von der Zeit nach