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2 (1860) Director - Globus
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Domschulen. Doppelunterricht. 21

Bemühungen für den Unterricht (die Glossen), ausgedehntere Beachtung der Classiker,Pflege der lateinischen Poesie. 3) Zeitalter der sächsischen Kaiser und der ersten Cape-tinger (Gerbert): Blüthezeit der Domschulen, besonders auch im nordwestlichen Deutsch-land (Utrecht, Hildesheim, Paderborn). 4) Zeitalter des Verfalls (seit der Mitte des11. Jahrhunderts): Auflösung der kanonischen Institute, Zerrüttung der Kirche durchden Kampf mit der weltlichen Macht, Entwickelung der Universitäten. 5) Zeitalter dergroßen Umgestaltungen: die Brüder vom gemeinsamen Leben, der Humanismus auchin den Domschulen (zu Münster), die Reformation re. (Von denjenigen Schulen desprotestantischen Deutschlands, welche den Namen Domschulen behalten haben (Magde-burg, Halberstadt) ist hier nicht zu reden.^) Die Einrichtung des Unterrichts inden Domschulen bestimmte sich, wie aller Unterricht des Mittelalters, nach den zweiLehrgängen des Trivinm (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und duaärivinm (Arithmetik,Geometrie, Astronomie, Musik), jener die allgemeine Bildung des Geistes erstrebend,dieser auf Unterweisung in den gegenständlichen Erkenntnissen gerichtet. Dabei Einfüh-rung in die Bibel und die Kirchenlehre, Anleitung zu liturgischen Leistungen. DasLeben der Zöglinge war ein klösterliches Zusammenleben, auch noch in späterer Zeit(Oisrisi solloiaros äs oamsra zum Unterschiede von solchen, die am Unterrichte derDomschule Theil nahmen, ohne im Domkloster zu wohnen). Zur Literatur:Tannoji äs solloiis osisbrioribus s. a 6aro1o 1l. s. xost snnäsm in Oooiäsntsinstanratis. Uar. 1672. Cramer Fortsetzung von Bossuets Einleitung in die Ge-schichte V. 2. 0 ran am Ta oiviUsation vllrstisnns ollsr iss Tranes. Tai. 1849.

Krabbe Gesch. Nachrichten über die höhern Lehranstalten in Münster. M. 1852.

Heinrich Kämmcl.

Doflpelunterricht. Eine der ersten Forderungen an jeden Unterricht ist, daß erindividuell sei, d. h. daß er sich möglichst genau an die geistige Kraft und Entwicklungs-stufe des Schülers anschließe und ihn in der dieser Individualität angemessenen Thä-tigkeit fortwährend erhalte. Dieser Forderung gehörig Rechnung zu tragen, gehörtunstreitig zu den schwierigsten Problemen des Schulunterrichtes, dessen Wesen gleich-zeitige und gemeinschaftliche Unterweisung einer größeren Anzahl von Schülern durcheinen Lehrer jener Forderung geradezu zu widersprechen scheint. Ihre Schwierig-keit wächst mit der Zahl der Schüler und der Verschiedenheit derselben nach Alter,Geschlecht und natürlicher Anlage und wird, wenn Zahl und Verschiedenheit zu großsind, endlich zur Unmöglichkeit. Es fragt sich, worin die Mittel zu ihrer Lösung ge-funden werden können? In der Unterrichtsmethode wohl nicht, denn eben sie ist es,die von dem Grundsätze ausgeht, jeden einzelnen Schüler in seiner Individualität zuergreifen, was offenbar den Widerspruch nicht zu lösen, sondern nur schärfer hervorzu-heben geeignet ist. In der Persönlichkeit des Lehrers allein auch nicht (abgesehen, daßdiese zu keiner allgemeinen Lösung des Problems führen würde); Leun wenn auch einLehrer durch persönliche Gewandtheit und Lebendigkeit die Aufmerksamkeit vieler Kindervon verschiedenem Alter und verschiedener Jnvidualität fesseln, wenn er in raschemWechsel sich bald den begabteren und vorangeschrittenen, bald den langsam nachfolgen-den widmen und accommodiren kann, so kann er doch nicht in derselben Zeit und mitdenselben Worten allen genügen. Es bleibt nur die Organisation der Elaste (Schul-einrichtnng) übrig. In der That ist die Lösung des Problems von jeher und vonallen Schulmännern in dem alten Grundsätze gesucht und versucht worden: viviäs stimxsra! (durch Theilung nur kann die Maste bewältigt werden.) Es fragt sich nur:Was soll man theilen? Und wie soll man thcilen? Natürlich kann nur von derTheilung der Schülerzahl oder der Schulzeit die Rede sein. Erstere Theilung führtzum Unterricht in Abtheilungen (Doppelunterricht), letztere zum Abtheilungsunterricht(Classenschule, Halbtagsschule). Letztere, die Theilung der Zeit (Abtheilungsunterricht),ist jedoch mehr eine Zerhauung des Knotens als eine Lösung; denn sic macht einfach