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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Württemberg, das höhere Schulwesen. Xenophon.

Belohnung wesentlich verbessert. Die Männer, welche diese Dinge in den höheren Instanzenordnen, haben ihre Dankbarkeit gegen die Anstalten, aus denen sie hervorgegangen sind,und zwar fast im ganzen deutschen Reich, bis jetzt mehr mit Worten, als mit der Thatkund gegeben. D. Red.

Xenophon und Jsokrates. Die pädagogische Würdigung dieser beiden Männer,welche als Schüler des Sokrates einander so nahe getreten sind und doch in ihremweiteren Lebensgange kaum jemals wieder sich berührt haben, kann unter einen Gestchts-punct gestellt werden, nach0velchem sie als innerlich sehr verwandte Geister erscheinen.Daß der eine ein Mann des Lebens und der Praxis, der andere ein Mann der Schuleund der Doctrin war, fällt weniger ins Gewicht, als man denken sollte. Wir habenaber bei solcher Würdigung auf die Grundsätze zurückzugehen, welche Sokrates in Bezugauf den Zweck und die Ordnung des Staates geltend^lgemacht und seinen Schülern zuweiterer Entwicklung hinterlassen hatte. Da ist nun anzuerkennen, daß der große Lehr-meister einerseits zwar, indem er eine Herrschaft der Wissenden forderte, für das Staats-leben ein neues Princip aufgestellt hat, aus welchem nachher Plato's Politeia und andereidealistische Slaatstheorien hervorgegangen sind, daß er jedoch, anstatt selbst aus diesemPrincip die möglichen Consequenzen zu ziehen, aus Scheu vor den auch die Grundlagendes Staats auflösenden Lehren der Sophisten, auf dem festen Boden des geschichtlichEntwickelten stehen geblieben ist und den durch demokratisches Unmaß aufgehobenen Zu-sammenhang des Ethischen und des Politischen wieder herzustellen gesucht hat. Ihmerschien Gehorsam gegen die Gesetze des Staates und Unterwerfung unter die für dasGemeinwohl nöthigen Einrichtungen als heilige Pflicht. Darum war ihm nun auchdie Sitte und Zucht des alten Athen so theuer (Xsn. Lloiu. III. 5, 14), und mit Be-wunderung blickte er auf die unwandelbare Ordnung des spartanischen Staates (ebd. IV.4,15, 8, 35). Gerade in dieser Beziehung aber sind Lenophon und Jsokrates recht

eigentlich Nachfolger des Sokrates geworden. Denn beide erstreben ja doch, ochlokratischemTreiben abgeneigt, eine auf sittlichem Fundamente durchzuführende und das Vorwaltcnder Besten zulassende Gestaltung des Staatslebens, wobei der eine mit besonderer Teil-nahme auf spartanische Institutionen blickt, der andere mit herzlichem Wohlgefallen dieältere Zeit des athenischen Volkes sich vergegenwärtigt. Beide verzichten übrigens auftheoretische Rechtfertigung ihrer Gedanken, halten sich vielmehr an dasjenige, was imLeben unmittelbare Anwendung finden und von allen ohne weiteres begriffen werdenkonnte. Von solchem Standpuncte aus sind nun beide auch zu pädagogischen Ansichtengekommen, die bei aller Verschiedenheit im einzelnen eine bemerkenswerthe Ueberem-stimmung im wesentlichen erkennen lasten und eine Vergleichung beider fast zu fordernscheinen. Wir fassen beide von dieser Seite jetzt etwas näher in's Auge.

Tenophon, 445 oder 444 zu Athen geboren, erhielt als Sohn eines wohlhabendenMannes eine edlere Bildung und gewann, nachdem er mit Sokrates in Verbindung ge-kommen war (0iv§. Imsrt. II. 6, 48), an diesem einen Führer, der auf seine Entwicklungden nachhaltigsten Einfluß übte, dasjenige aber, was er etwa von dem Sophisten Pro-dikus gelernt hatte (IRilostr. vitus Loxllist. I. 2), zu rechter Verwendung bringen ließ.Ob bei der von Strabo (IX. 2, 7) gegebenen Nachricht, daß Sokrates in der Schlachtbei Delium (424) seinen Schüler auf den Schultern aus dem Kampfe getragen, Xeno-phon und Alcibiades verwechselt worden, müßen wir dahin gestellt sein lassen. Ebensountersuchen wir an dieser Stelle nicht, ob die von Philostratus erwähnte GefangenschaftXenophons in Böotien mit den: Ueberfalle des von den Athenern occupirten Oropusdurch die Böotier in Verbindung zu bringen sei. Nachdem der peloponnesische Kriegin der unglücklichsten Weise für Athen zu Ende gegangen war, trieb es den thatkräftigen

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