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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Wagner.

seien sic auch noch so unvollkommen; nur die Richtungen der Flüsse, Gebirge, Meeres-grcnzcn werden gefordert. Wie in der Elcmentarclasse die eingeübte Orthographie da-durch am besten befestigt werden soll, daß man das Kind Aufsätze voll absichtlicher ortho-graphischer Fehler corrigiren läßt, so soll im Gymnasium der Lehrer die Genauigkeitder Schüler durch falsche Angaben üben, die er berichtigen läßt, indem er z. B. dictirt:Wenn man auf dem Po von Norden nach Süden schifft, kommt man an der Küste Coro-mandel vorbei, dann in die Themse, und auf dieser fährt man vollends in das schwarzeMeer (!§. 173). Die Länderkunde im Detail läßt der Lehrer von den Schülern schriftlichbearbeiten nach der Tetrade Erde (Boden), Producte, Einwohner, Himmel (Klima mitJahreszeiten, Winden, Witterung, Krankheiten). Im dritten Cursus folgt die Völker-kunde: Cultur, Staatsvcrhältnisse und Gesetze, Stände, Lebensweise; und der vierte istwelthistorisch, er zeigt, wie die Völker nach einander in die Weltgeschichte eintratcn. Hiererst kommen die politischen Grenzen zur Erkenntnis, und zugleich ist damit der Nebcr-gang und Anfang zur Geschichte selbst gemacht. Diese ist für das Gymnasium i»der That im Grunde nichts, als die Reihe der in der Zeitfolge dargestcllten Verände-rungen, welche die in den Schcmaten für Länder und Völkerkunde enthaltenen Momenteerlitten haben. Das Material selbst ist biographisch, topographisch u. s. f. zu erweitern;chronologische und synchronistische Tabellen sind von dem Schüler selbst anzufertigen.An die Geschichte schließt sich als viertes Fach die Staatslehre,als eine für denGymnasiumschüler passende Darlegung des Inhalts der Staatsform, wobei die An-schauung für jeden Begriff aus dem vaterländischen Staate genommen werden muß."Zuletzt ein Auszug aus den allgemeinen Gesetzen dieses Staats, deren Zweckmäßigkeitim einzelnen nachgcwicsen wird;dieser Unterricht muß zugleich die Tendenz haben,dem Schüler Liebe für seinen Staat cinzuflößen" (§. 181).

Die dritte oder naturwissenschaftliche Elaste geht von der Idee der Naturaus, welche dem Schüler entwickelt werden soll,daß sie ucmlich das All der blindenWirkungen und ihrer sichtbaren Producte sei" (H. 182). Zuerst ist sofort eine Total-anschauung von diesen, das Fach der Naturgeschichte durchzuarbeitcn. Forderungistmöglichst viele Anschauung von wirklichen Naturprodueten oder guten Modellen undAbbildungen;" und zufolge dieser Anschauung soll der Schüler ungehalten werden, ihreMerkmale zu erschöpfen, befriedigende Beschreibungen zu entwerfen, daher er mit dernaturhistorischen Kunstsprache bekannt gemacht werden soll (8- 185). In der Mine-ralogie wird die Krystallform als völlig allgemeiner Charakter der mineralischen Welterkannt, dann an die physische Geographie angcschlossen, von den Gcbirgsmaffen aus-gegangcn, die Gebirgsarten bestimmt, und ihr einzelner Inhalt als Metall, Stein, Erde,Salz. Als Probe des naturphilosophischen Schematismus wollen wir hier die Dar-legung anführen:Metall nennen wir den Erdstoff in seiner gedrängtesten Gediegen-heit; Stein nennen wir des Metalls nächste Verwandlung, wobei cs seine Cohäsionnoch nicht aufgiebt, obgleich eS die Dehnbarkeit nicht mehr hat; Erde nennen wir dieweitere Verwandlung (Verkalkung) des Erdstoffs, wobei er Staub (Asche) wird; undSalz nennen wir eben diesen Erdstoff, wenn er nach seiner Auflösung auf nassem odertrockenem Wege als Glas wieder zum Vorschein kommt, daher dann nach dieser Ansichtalles durchsichtig krystallinische in der Natur Salz heißt, der Demant also ebensowohlwie das Kochsalz" (§. 188). Die Botanik ist schon dem Elemcntarlehrcr als Beispiel-sammlung empfohlen, daher versteht der Gymnasiumsschüler die Stufen Kryptogamen(wie jede erste Stufe durch Fülle des Inhalts mit nicht geschiedener Einzclcnt-wicklung ausgezeichnet), Gräser (Stengelentwickluug, Blatt und Blüten sind zurück),Kräuter (Fülle der Blätter und Blüten), Bäume (vollständigster Ausdruck despflanzlichen Lebens, höchste Aufgabe ihres Jahrcslebens die Entwicklung der Frucht).Die Anschauungen sollen sehr genau durchgearbeitet werdenund hier kann derLehrer einen sehr interessanten Wetteifer einfachen, wenn er die Schüler dahin zubringen sucht, daß sie aus dem einzelnen, z. B. Samen, Blatt, Wurzel u. s. w. die