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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Wagner.

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stündlich die rohen griechischen Woric (Wörter) dictiren muß. Der Schüler erhält nieeine gedruckte griechische Grammatik, sein Heft mnß ihm zurcichcn. Höchstens dürfte ergedruckte Tabellen der Declinationcn und Conjugationen haben (§. 159). Nun beginntder zweite Curs mit Lesung von Autoren, die der Schüler zum Beweis seines Verstehensauch übersetzen muß. Hiefür genügt eine buchstäblich genaue und wörtliche Ucbcrsctzung,wie die Jnterlincarvcrsionen sind. Keine Chrestomathie soll gebraucht, sondern etwa mitCebcs' Gemälde oder Epiktet's Handbüchlcin begonnen, und der Autor erst durchctymc-logisirt werden, che er übersetzt wird. Die sogenannten unregelmäßigen Zeitwörter, dieeigentlich nur aus verschiedenen mangelhaft gewordenen Zeitwörtern zusammcngeflosscnsind (?), werden in diese zerlegt; ich verlange sogar, daß der Schüler angelcitet werde,diese mangelhaft gewordenen Zeitwörter regelmäßig durchzuconjugircn, als waren sie nochvollständig vorhanden. Auswendiglernen soll nur dem gestattet werden, der sich damithelfen müßte, weil cs ihm an Schärfe und Energie des Auffassens fehlt" (§. 163).Dann soll gleich zur Lectürc Homers übergegangen und der Schüler mit Ernst ange-halten werden, sich ein homerisches Etpmologicum ausznarbeitcn.Ist Homer dürch-gcarbeitct, so steht der Curs nach zwei Richtungen offen, durch Hestod, der sich zunächstan Homer anschlicßt, nach der poetischen Seite durch die Tragiker und Pindar; oderdurch Herodot zu den Prosaikern. Beide Wege muß der Jüngling einschlagen, aber derMann des Fachs nur vollenden." Einige Autoren aber sollen in syntaktischer undstilistischer Hinsicht so durchgearbeitet werden, wie Homer, und cs ist hiefür eine Phraseo-logie anzulegen, nebst einer Sammlung solcher Stellen, in welcher diese Autoren dieEigcnthümlichkeiten ihres Stils am bestimmtesten aussprcchcn. Dann soll der Lehrervon ihm ins Deutsche übertragene Stellen des behandelten Schriftstellers von denSchülern zurückubersetzcn und darauf mit dein Originale vergleichen lassen.StilistischeHebungen, welche sich an kein vorhandenes Original halten, müßcn wir in einer todtenSprache gänzlich verwerfen" (§. 166).

Nun erst erlauben wir dem Schüler, die römische Sprache zu lernen in gleichemGang, gleicher Methode. Römische Sprache und Literatur ist ein Appendix der griechischen.Wir können versichern, daß nach solcher Erlernung der griechischen Sprache die lateinischeungemein schnell erlernt werden wird" (H. 168).

Man sicht, wie vieles an Hamilton-Jacotot erinnert, bis auf die Versprechungenhinaus: und man wird wohl finden, daß cs nicht zu viel gesagt ist, wenn man WagnersRathschläge als auf dem praktischen Gebiete unausführbar bezeichnet. Der Grund, warumer die elastische Literatur in sein System des Unterrichts ausgenommen hat, liegt nachseiner ausdrücklichen Erklärung nicht in einer Anerkennung der alten Ansicht, nach welcherdiese Studien durch den Ehrennamen liumnnioru ausgezeichnet worden sind, sondern einzigin seiner Ansicht von den Sprachen des Alterthums als den tiefsten Depositären desGeistes der alten Welt und den wahren Schlüsseln zu seiner Weisheit (§. 169). Des-halb verlangt er auch,und wenn unsere Methode befolgt wird, bleibt gewiß Zeit dazu,"daß auch eine Sprache des Orients, vor der Hand dieebräische," auf dem Gymnasiumgelernt werde; und aus demselben Grunde auch die lebenden Sprachen mit selbständigerLiteratur, und zwar zuerst das Italienische,als noch am meisten lateinisch;" dann dasFranzösische; das Englische, als dem Deutschen am meisten verwandt, mache denSchluß (§. 170).

In dieser zweiten oder historischen Classe nehmen die Sprachen äußerlich genommendie Vorhalle des Tempels der Geschichte ein, tief und innerlich genommen sind sie dasAllerheiligste dieses Tempels, denn in ihnen liegt am gediegensten der Geist der Völkerund der Zeiten. Der Geschichte Boden und Terrain aber ist die Erdoberfläche, und ihrePhysiognomische Erkenntnis, die Geographie, bildet daher die nächste Lehraufgabe.(8- 171176). Die Grundlinien bildet die mathematische Geographie, als ersterCursus. Der zweite ist die physische Geographie. Nach den natürlichen Grenzen vonMeer und Land, Gcbirg, Fluß u. s. w. läßt der Lehrer die Schüler Karten zeichnen,