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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Wagner.

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einmal so schnell als die der ganzen;" und dies wird am Monochord gezeigt, als ob essich um eine physikalische Begründung handeln könnte bei Elementarschülern!); so treff-lich und wie Riehl sagen würde prophetisch sind die §. 118 123 über den Unterrichtin den Leibesübungen.

Der Organismus, welcher für die willkürliche Bewegung geschaffen ist, hat wie dieSinne seine zweifache Seite der Empfänglichkeit und der Selbstthätigkcit. DaS ersteist, daß die Bewegungsgliedcr kräftig dem Antrieb der ihnen zngetheiltcn Nerven gehor-chen, das zweite, daß sie dem Geiste unterthan unter seinem Befehl die Möglichkeitihrer Bewegungen erschöpfen und mit gemessener Haltung vollziehen. Die Bewegungdes Leibes ist in der Elementarschule zuvörderst als diätetisch und zum gesunkenWachsthnm unentbehrlich zu betrachten. Sodann aber verlangt die Idee der Mensch-heit, welche den Körper als Organ der Seele betrachtet, daß in diesem zarten Alter be-reits der Grund gelegt werde zu einer in den männlichen Jahren völlig freien Disposi-tion über Bewegung und Haltung der Glieder; dies ist die gymnastische Seite. Zuersthat der Lehrer dem Kinde ein Bewußtsein von den möglichen Verrichtungen seiner Glie-der zu verschaffen, ihm zu zeigen, welche verschiedene Stellungen es annehmen könne,und was es für sich allein und in Verbindung mit andern durch Kraftanstrengung zuleisten vermöge. Das zweite ist, daß die Glieder in stufenweiscr Steigerung der ihnennatürlichsten Verrichtungen, z. B. des Gehens, des Haltens u. s. w. Leichtigkeit der Be-wegungen lernen und zur Ausdauer gewöhnt werden. Zweckmäßig ist es dabei, den sichwiederholenden Bewegungen, z. B. den Schritten, ein Zeitmaß zu geben, nicht nur damitdie Kinder überhaupt in Haltung und Maß eingewvhnt werden, sondern auch darum,weil durch das den Bewegungen gesetzte und mehreren sich bewegenden Kindern gemein-same Zeitmaß das Bewußtsein jeder Bewegung in hohem Grade an Klarheit gewinnt." Eine letzte Rücksicht ist noch, daß so viel möglich dabei auch die Hebung der Sinneberücksichtigt werde. Dies gilt fast nur von dem Auge, in zweifacher Hinsicht, indem eSz. B. durch Werfen oder Schießen nach einem Ziel im scharfen Sehen geübt wird, undferner wenn es, an genaues Messen der Entfernung schon gewöhnt, durch zweckmäßigeHebungen vor dem Schwindel bewahrt wird, welcher bei sonst gesunden Menschen immernur dann entsteht, wenn das Auge das Maß für seine eigene Entfernung vom Bodenverliert.

Den Schüler, welcher von der Elementarclasse zur nächsthöhern Stufe übergeht,denkt sich Wagner etwa im zehnten oder zwölften Jahre stehend (S. 100).Ist derZögling durch die Dinglehre in der Elementarschule im Besitz des einen, was überallwiederkehrt, so mäßen ihm jetzt die Massen des vielen gezeigt werden, in welche sichjenes eine verwandelt, es muß sich also vor ihm das ganze Gebiet menschlicher Kennt-nisse aufthun. Darum heißt die Unterrichtsstufc, welche er jetzt betritt, Kenntnisschule;sonst heißt sie Gymnasium" (§. 125).*) Die Aufgabe des Gymnasialuntcrrichtesist demnach,in den Aggregaten menschlicher Kenntnisse dem Schüler die vielfachen For-men des menschlichen Treibens und außermenschlichcn Daseins bekannt werden zu lassen,so daß dabei auch sein eigenes Inneres sich vielfacher entwickle" (§. 126.). Es genügt,daß in Classcn zusammengestellt werde, was verwandt ist, und so ergeben sich die vierfolgenden Elasten, welche sich nicht als Stufen, sondern als Seiten zu einander verhal-ten: I. Elaste für allgemeine menschliche Bildung. Mathematik, Zeichnen, Musik, Gym-nastik. II. Elaste historischer Wissenschaften. Sprache, Geographie, Geschichte, Staats-lehre. III. Elaste der Naturwissenschaften. Naturgeschichte, Chemie, Physik, Technologie.IVt Elaste höchster menschlicher Bildung. Religionslehre.Es versteht sich, daß diesevier Classcn für jeden Schüler gleichzeitig sein können" (§. 127).

Von einer Volksschule ist nicht die Rede; und später, §. 179 in einer Anmerkung,wird nur kurz bemerkt, daß von Volksschulen, welche die Bildung an einem vom Staat zu be-stimmenden Pnncte abbrechen, und daher manches an eine andere Stelle setzen und abbrevirenwußen, hier nicht die Rede sein könne.