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Volksschullehrcrseminar.
zivks, für welchen das Seminar arbeitet, hicher. Die Schulkunde verbindet sich ambesten mit der Instruction für die Arbeit in der Seminarschnle und gehört darum derMittelstufe an; die Bekanntschaft mit der Schnlgcsehgebnng des Landes hatihre Stelle auf der Oberstufe. Die Geschichte des Unterrichts ist auf die Unterstufeund die Mittelstufe zu verweisen und auf der oberen noch durch die Lectüre zu fördern.
Es ist leicht, diesen Unterricht fruchtbar zu machen, wenn man nicht den nach den Vor-arbeiten bis jetzt noch unmöglichen Versuch macht, eine lückenlose Geschichte zu geben,sondern wenn man lcbcnsfrische Bilder der bedeutendsten Männer, der bewegtestenZeiten, der interessantesten oder folgenreichsten Einrichtungen giebt und wenn man dieseBilder durch statarische Lectüre aus den Meisterwerken der pädagogischen Literatur er- ^
gänzt, z. B. Luthers Sendschreiben von 1524 den Sermon von 1530, Amos ComcniusLchrkünst, Pestalozzi's Lienhard und Gertrud. Ich halte es für sehr Wohl möglich, dengestimmten theoretischen Unterricht in der Pädagogik einschließlich der Psychologie undder Logik, aber ausschließlich der Schulpraxis an solche Lectüre anzuknüpfen. Nurmüßten wir dazu ein besonderes Lesebuch haben, in der Art von Kcysers pädagogischenStudien. Dieses sehr gut gemeinte Buch selbst ist leider in der Ausführung verunglückt;auch Christoffels Pestalozzi ist, obwohl sehr viel besser, in der Auswahl nicht überallglücklich.
In Bezug auf die Vcrthcilung der Stunden auf die einzelnen Classcn ist bereitsvor einer Ueberladung gewarnt. — Ausschließlich der technischen und der facultativenFächer, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen, sollten der ersten Classe nicht mehr als12, den unteren nicht über 24 Lehrstunden in der Woche zugemuthet werden. Dabeisind diese für die Obcrclasse so zu legen, daß sie außerhalb des in der Ucbnngsschulcerthciltcu Unterrichts fallen. So selbstverständlich diese Einrichtung ist, so habe ich siedoch in Brombcrg und in Bunzlan erst neu eingeführt und es giebt Wohl noch An-stalten, wo nur in den Stunden des Directors sämmtliche Zöglinge der ersten Classeanwesend sind. Die preußische Lehrordnung trifft auch hierin Rcmedur.
In Internaten beschränken sich die Seminardirectoren und Lehrerkollegien mitihren Bemühungen um die geistige Förderung der Seminaristen nicht auf die Lehr-stunden. Es giebt da z. B. eine Sonnabend-Abendstunde zu freierem Verkehre; aneiner Stelle benützt sie der Dircctor, um aus dem gestammten Wochenpensum Einzelne»herauszugreifen und an dessen Besprechung zu sehen, wie weit die Sicherheit und be-sonders die Klarheit des Wissens erreicht sei; an anderer Stelle überläßt er es denSeminaristen, sich fragend an ihn zu wenden, um Aufklärung über die Dinge zu er-langen , die ihnen in der Lectüre oder im Verkehre mit anderen unverstanden gebliebensind; an dritter Stelle gehört die Stunde der Pädagogik, an vierter einem vom Semi-narunterricht ausgeschlossenen, den Zöglingen wissenswerthen Gegenstände. Wo Cante-ren und Organisten gebildet werden, erhalten die Seminaristen Gelegenheit, sich inwürdigem Verlesen von ernsten Sachen zu üben, damit sie einst einen Lesegottcsdienstabzuhalten verstehen. An mehreren preußischen Anstalten ist ihnen ein Abend zu ge-meinsamer Lectüre classischer Stücke freigegeben. Die Auswahl geschieht unter Beistanddes Sprachlehrers, der auch die Lectüre controlirt, aber ihr nicht regelmäßig beiwohnt,damit nicht eine Lernstunde daraus werde.
Aus welchen Kreisen sich das Lehrercollegium, dem dieser Unterricht anvertrautWerden solle, zu ergänzen habe, ergiebt sich wohl aus der Natur desselben von selbst.
Sie sind beide nöthig, sowohl die wissenschaftlich gebildeten, als die in den Seminarenvorgcbildcten Lehrer. Daß sie sich vorher in der Volksschulpraris bewährt haben, istbei beiden gleichmäßige Bedingung. Die seminaristisch gebildeten Lehrer haben in derRegel das besondere Zutrauen der Zöglinge und üben durch ihre Mitwirkung an derLehrarbeit einen bedeutenden erziehlichen Einfluß. Die Seminaristen sehen an ihrem I
Vorbilde, was sie ans dem ihnen vorgczeichneten Wege der Bildung nicht nur au j
äußerer Ehre, sondern auch an innerer Tüchtigkeit erlangen können. Die Lehrer des i