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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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171
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Volksschullehccrscminar. 171

i,. s. w. reichlich findet. (Vergl. Winkler, Methodik des geographischen Unterrichtes.Dresden 1872.)

Für den Geschichtsunterricht hat F. Stiehl neue Bahnen gebrochen. Der Verfasserdes Regulativs, dem noch an der Grenze des eignen Lernens ein bedeutender Wink ge-worden war, hat bereits 1842 in einer Monographieüber den vaterländischen Geschichts-unterricht in unfern Elementarschulen" sein Programm gegeben, das in Diesterwegs Weg-weiser II. 94101 Würdigung und warme Anerkennung gefunden hat (vgl. übrigens denganzen Prange'schen Aufsatz im Wegweiser II. 40251.) Von seiner späteren bedeutendenStellung ans hat er durch das bereits oben erwähnte Rescript von 1851 (Meine Stellung zuden Regulativen S. 1416) schon vor dem Erlaß der Regulative für eine Belebung des Ge-schichtsunterrichts gewirkt. Hat hier oder da dem nationalen Princip noch die Anerkennunggefehlt und hat etwa an einzelnen Stellen in Preußen sich Sprödigkeit gegen diedeutscheGeschichte" gezeigt, so haben die Erfahrungen der beiden letzten Jahre auch darüber hin-weggeholfen. Die deutsche Geschichte von ethischen und von nationalen Gcsichtspunctenaus betrachtet und in frischen Lebensbildern dargestellt, wird fortan den Hanptgegcnstandaus diesem Gebiete des Scminaruntcrrichts ausmachen. Bestritten ist dagegen die Stellungzur alten Geschichte. Das preußische Regulativ wollte die unentbehrlichsten Mitteilungenans ihr an die biblische Geschichte angereiht wissen, und nur der Lehrplan des Berliner-Seminars hat die alte Geschichte als Pensum der 3. Classe, während sonst in dieser inPreußen die Geschichte als Lehrgegenstand nicht vorkam. Die 1863 von oben her ge-gebene Anregung zur Erweiterung des betreffenden Unterrichts stieß bei Seminardircc-toren und Schulcollcgien auf Widerstand. Erneute Anregung hätte diesen schwerlichwieder gefunden. Die einfachen fast epischen Zustände der alten Welt, die Fülledes vorzüglich durchgearbeiteten Materials machen den Gegenstand zu einem vorzüg-lichen Mittel der sprachlichen und der sittlichen Bildung der Seminaristen auf derUnterstufe, und so ist er denn jetzt auch in Preußen eingebürgert. Daß überallda, wo dem Seminar das Vorrecht des Religionsunterrichts genommen ist, dieGeschichte des israelitischen Volkes das meiste Interesse in der vorchristlichen Zeitzu beanspruchen habe, hat Vernaleken überzeugend nachgewiesen. Die Hinein-nahme der cultnrgeschichtlichen Momente in den Unterricht stellte 1854 dem Lehrernoch eine schwierige Aufgabe. Seit Freitags Geschichtswerk vollendet ist und vonverschiedenen Seiten her werthvolle Ergänzungen erfahren hat, ist sie erleichtert.In der Lehrstunde trägt der Lehrer vor, und die Seminaristen recapituliren in zusam-menhängendem Vortrage; ab und zu Wohl auch aus ihrer Privatlectüre den Lehrstoff er-gänzend: doch muß diese Lectüre eng begrenzt sein, in unmittelbarer Verbindung mitdem Unterricht stehen und eine diesem untergeordnete Stelle einnchmen. Ich denke anBilder wie: Charakter Karl V. von Ranke, Luther von Schottmüller; Schlacht beiLützen von Schiller, bei Leuthen von Kutzen, bei Waterloo von Varnhagen; Stoy hates in Bielitz versucht, der Privatlectüre eine hervorragende Stelle zu geben, und hatz. B. für die Unterstufe Werke ausgewählt von Stacke, Friede, v. Raumer, Curtius,Köhnhorn, Wilhelm Fischer, Heeren (Ideen über die Politik), Droysen; Nägele(Studien) und Schwegler. Man hat die Sache bald nach seinem Weggange fallenlassen.

In immer enger gezogenen Kreisen sind wir nunmehr zu den drei Hauptlehrgcgcn-ständen der Volksschule gekommen: Rechnen, Muttersprache, Religion. In Rücksichtauf diese forderte das preußische Regulativ, daß zunächst die von allen Zöglingen zuerreichende Aufgabe festznstellcn sei, und daß die unbedingte Erreichung diesesZieles nicht in Frage gestellt werden dürfe. Die Volksschule, das ist der Sinndieser Bestimmung, diejenige, in welcher mehr als die Hälfte unsrer Schulkinder ihrenUnterricht empfangen, habe das nächste Anrecht an das Seminar; die Stadtschule erstdas entferntere. Darnach bestimmen sich Methode und Ziele zunächst für Rechnen undRaumlehre. Der Lehrer solle die Exempel schnell und sicher rechnen können, die im