Volksschullchrerscminar.
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zwar ward zunächst Geschichte, Aufgabe und Erfolg desselben, das Auftreten der hebräischenPropheten, besonders ihre hervorragendsten symbolischen Handlungen, die Offenbarungs-Weise Gottes an dieselben, namentlich die Visionen betrachtet, dann der Inhaltihrer Lehren dargelegt durch die Erklärung mehrerer ihrer wichtigsten Reden, meistnach inhaltlichen GcsichtSpnncten (Religiosität, Opfer, Sittlichkeit, Politik, Vorhcrver-kündigung geschichtlicher Einzelthatsachen, messianische Weissagungen) geordnet. Ver-hältnis von Weissagung, und Erfüllung nach 2. P. 1, 19. — Erklärung des Römcr-briefs, e. Die Aufgabe der Kirchengeschichte; die Heilsvorbereitung im Judcnthum undim classischen Hcidcnthum; die Quellen der christlichen Religion, die Missiousgeschichtevon der Zeit der Apostel bis zur Reformation; die Entwicklung der mittelalterlichenKirch'enverfassung bis 1215, die Lehr- und Cultus-Entwicklung bis 1517; der Einfluß desChristcuthums auf's sociale Leben und die Geschichte der mittelalterlichen Askese. Naheverwandt Gotha: in III. Bibelkunde im weitern Sinne des Wortes, in II. christlicheGlaubens- und Sittenlehre nach Or. K. Schwartz Leitfaden, in I. Kirchengeschichte, incl.Leben Jesu, Exegese des JohanniSevangeliums und des Römerbriefs, populäre Symbolik,die Union, kirchliche Zustände der Gegenwart, die innere Mission. Dagegen Bremen:in 3. die biblische Geschichte des Alten Testamentes und die zehn Gebote, in 2. diebiblische Geschichte des Neuen Testamentes. Verständnis derjenigen Erzählungen, welchein der Volksschule zur Verwendung kommen und Fertigkeit im guten Erzählen derselbenwird auf beiden Stufen gesucht; auf beiden wird an die Lectüre der Schrift angcknüpft,und eine zusammenhängende Geschichtsdarstellung angestrebt; in 3. werden Stucke ausden Lehrbüchern des Alten Testaments und die messiauischen Stellen, in 2. Bergpredigt,Gleichnisse, Vater unser genauer erklärt; in 1. treten hinzu christliche Neligionslehre imZusammenhänge und die Erklärung der apostolischen Briefe. Die erste Classe hat kate-chetische Hebungen. Karlsruhe giebt ebenfalls Bibelkunde und biblische Geschichte aufden beiden untern Stufen und verbindet mit ihnen Glaubens- und Sittenlchre, soweit siesich aus dem Inhalt ergeben; in der Oberclasse Uebersicht der biblischen Geschichte undeine an die Erklärung des Katechismus geknüpfte, zusammenhängende Lehrdarstellung.Abriß der Kirchengcschichte; Notizen über die Bekcnntnisschristen und die Hauptsachen ele-mentarer Katechetik kommen hinzu. In Küsnacht haben die beiden Unterclassen bzw.das alte und das neue Testament, die oberste System der christlichen Glaubens- undSittenlchre, dazwischen schiebt sich im dritten Jahre „Studium des alten undneuen Testamentes" und Kirchcngeschichte. In Usingen (preußische Provinz Hessen-Nassau) in 3. biblische Geschichte, Kirchenlied, Perikope; in 2. Katechismus, biblischeGeschichte, Perikope; und in 1. dasselbe, zu katechctischen Hebungen benützt. In Pr.Friedland in 3. biblische Geschichte mit Bibellesen und Bibelkunde, Perikopen,Psalmen und geistliche Lieder, in 2. wird der biblische Geschichtsunterricht fortgesetzt,ebenso die Auslegung von Perikopen, Psalmen und Liedern, hinzutritt der Katechismusund die praktische Hebung. In 1. Wiederholung und praktische Hebung. (Im Pr.Centralblatt Jahrgang 1866 S. 459 bis 498 ist der ganze Lehrplan abgedruckt.)*)Preußischer Lehrplan von 1872. In 3. Die biblische Geschichte des AltenTestamentes im Zusammenhänge. — Es werden hier wie in der zweiten Classe dieeinzelnen biblischen Geschichten nach ihrem religiösen und sittlichen Inhalt entwickeltund fruchtbar gemacht, um die Seminaristen in freier und würdiger Erzählung der bib-lischen Geschichte geübt zu machen. Psalmen und andere poetische Stücke des AltenTestamentes. Das Kirchenlied in seiner Entwicklung. Die in den Lehrplan der Schuleaufgenommenen geistlichen Lieder werden unter Hinzunahme der ihnen nach Form undInhalt nächststehcndcn in historischer Folge so erläutert, daß sich an ihnen die Geschichte
*) Außer diesem ist meines Wissens nur noch ein Lehrplan eines nach dem Regulativ vom1. October 1854 eingerichteten Preußischen Seminars durch den Druck veröffentlicht, der desBunzlaucr Seminars unter Stolzenbnrg. Bunzlan 1856, aber nach diesem wird nicht mehrunterrichtet.