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Volksschullchrerftminar.
je 8. Erfurt 11. 4. EiSlcben 6. Fricdrichstabt Dresden 3. 4. 4. Eßlingen 8.
7. 6. 3) Realien, d. h. Geschichte, Geographie, Naturbeschreibung, Naturlchrc. Al-ters 4. 4. Kaiserslautern 8. 8. Karlsruhe 5. 8. Idstein 4. 7. 2. Weimar 6. 6.Eisenach 6. 4. Schlüchtern 4. 8. Weißcnfels 5—6. 3—4. EiSlcben 6. Er-furt 7. 2. Friedrichstadt Dresden 4. 3. Eßlingen 7. 6. 6. 4) Schulkunde. Karls-ruhe 0. Mors 1. 3. Kaiserslautern nur in I. 6—8. Idstein 2. 2. 3, sodann 8 St.praktische Hebungen u. s. w. d. Die bczeichuetcn Hauptfächer zersplittern sich vielfachund treten unter den verschiedensten Bezeichnungen auf. Ter Religionsunterricht erscheintals allgemeine Neligionslchre in 2 Stunden neben einer Stunde confcssionellcrReligion in Idstein, sonst kommen vor: biblische Geschichte, Bibclkundc, Einleitung indie biblischen Bücher, Bibclcrklärnng, Sittcnlehrc, KaiechiSmuS, Christenlehre, Bibel- ^lehre, Religionslehre, Ncligionsgcschichtc, Kirchcngcschichte. — Der deutsche Sprachnnter- !richt thcilt sich in deutsche Sprache, Denkübungen, Satzbildung (in Karlsruhe, wo in !
derselben Classe außerdem Sprachlehre gelehrt wird); Aufsätze, Lesen, freies Erzählen, !
Declamiren, Orthographie, Stilistik und Stilübuugcn, Begrifsscrklärnng, Analysir- ;Übungen, Bekanntmachung mit VolkSschrifistcllcrn, Nccitiren mit dem Röthigen des Vers- ,baues, Logik, Denklehre. — Der Unterricht in der Schnlmeistcrkuude, wie sie Eiscnlohrnennt, erscheint als Pädagogik und Methodik, Taubstummenunterricht, Ccelcnlehre, An-thropologie, Schullchrerbcruf, Schnlmcistcrknnst, Psychologie (Fleischersches Seminar inDresden, und ebenda:) Anweisung zur Führung cincS Schulamtes. Die Gesammtzahlder Stunden in der Oberclasse schwankt zwischen 20 und 32 mit Ausschluß des prakti-schen Musikunterrichts. Die lateinische Sprache ist in'Weimar obligatorischer, in Dresdenwie die französische facultativer Lehrgegenstand.
Daß die Methoden des Unterrichtes noch viel weiter auseinander gegangen sind,ist selbstverständlich. Nicht einmal in äußern Dingen, wie in der Bestimmung des zurAufnahme nöthigcn Alters herrschte Uebcrciustimmuug. Natürlich gewann unter diesenUmständen allmählich diejenige Richtung das Uebergcwicht, welche den Semiuaruntcrrichtin der Menge der Gegenstände dem der neu aufkommcudcn Realschulen, in der Behand-lung derselben dem der Gymnasien möglichst näherte und unter den Zöglingen der Se-minare bildete sich immer mehr jene Selbstgefälligkeit und Selbstüberschätzung aus, die ^der Elementarlehrerstand beständig an sich zu bekämpfen hat, die, obgleich ziemlich harmlosen ^Ursprungs, ihn doch in weiten Kreisen unliebenSwürdig macht und sein Wirken hemmt. *)
6. Während nun die Seminare, ihre Lehrer und ihre Zöglinge auf den beschriebenen sWegen fröhlich weiter giengcn, zog sich ein Gewitter über ihnen zusammen, von dem sieselbst keine Ahnung hatten; es entstand eine sich allmählich bis zur Erbitterung steigerndeVerstimmung gegen diese Anstalten selbst. Ich bin fest überzeugt, daß Esters Recht hat, !wenn er schreibt: „Ich habe Ursache zu glauben, daß der Minister von Altcnst-nn schongeraume Zeit vor seinem Ableben die Unzweckmäßigkeit der Schullehrerscminarien in !
*) Die Genesis dieses ScIbstbcwuhtseinS ist sehr leicht erklärt. Zunächst liegt sie in derUeberschätzung der Bedeutung deö Schulamtes selbst (vgl. den Artikel Volksschule), welche kei- !neöwegs nur von Lehrern auSgegangcn ist. Die Erkenntnis, daß die Cchnlaibcit nnr ein und ^sogar nur ein bescheidener Factor der Volksbildung sei, ist neueren, vielleicht neuesten Datums, sDer andere Grund dafür, daß die Lehrer ihre Stellung überschätzen, liegt wieder in der Unter- -schätznng, die sie persönlich erfahren, in den Verhältnissen und Umgebungen, in die sie durchihre niedrige Besoldung herabgedrückt werden. Es ist eine alte Erfahrung, daß der Mann ge- srade dann recht stark zum Hochmnth versucht wird, wenn man ihm das bescheidene Maß derAnerkennung versagt, das ihm gebührt. Ein dritter Grund liegt häufig in der Ccminarcrziehnngund es b.darf vieler Erfahrung und sehr gründlicher Durchbildung der Seminarlehrer, um dieserichtig zu leiten. In der Gediegenheit und Vielseitigkeit der Bildung ihrer Lehrer, in der Achtung,mit der diese vor ihren Schülern von anderen Männern, auch wenn sie Gegner sind, und von ^den andern Faktoren der Volksbildung reden, liegt die sicherste Bewahrung der Seminaristen ^vor Dünkel.