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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullchrerseminar.

Katechisircn, 5) Lesen mit Declamation, 6) deutsche Spruche in Hinsicht auf Necht-schreibeu und sich grammatisch richtig auszudrücken, nebst 7) Ucbungcn, seine Gedankenmündlich und schriftlich vorzutragen, 8) Rechnen, 9) Vocalmusik, lO) Clavierspiel,11) Ansangsgründe der lateinischen Sprache, 12) praktische Beschäftigung in den niedernSchulclasscn, besonders zur Erlernung und Hebung der Methode, viele Kinder zusammen -zu unterrichten, 13) biblische Geschichte mit den nützlichsten Begebenheiten aus der all-gemeinen Welt- und besonders der vaterländischen Geschichte und den merkwürdigstenVeränderungen in der christlichen Religion, 14) Anweisung zur Gesundheit, zu sittlichemund gesetzlichem Verhalten mit Darstellung der von der Befolgung göttlicher und landes-herrlicher Gesetze abhnngcndcn zeitlichen Vortheilc und Strafen im Uebertretnngsfallc,nebst 15) den gemeinnützigen Kenntnissen aus der Erdbeschreibung, Naturlchre und all-gemeinen Hanshaltungswisscnschaft, 16) Schönschreiben, 17) Haudzeichncn, 18) einigeKenntnisse aus der Geometrie, Mechanik und Architektur, 19) Unterweisung in derBaumzucht, im Garten- und Seidenbau. Hierzu kam 1791 als Nr. 20: Anfang derfranzösischen Sprache. Diese wurde auch in die Scminarordnuug von 1820 wieder aus-genommen, um zu „bewirken, daß die Seminaristen nicht durch falsches AuSsprcchenfranzösischer Wörter und Namen sich lächerlich machten." „Lehrlinge" waren erst 12,später 24, zu Dintcrs Zeiten 40 und weiterhin sogar 50, und diese empfiengenwährend eines dreijährigen Lehrcursus und trotz des Umstandes, daß immerneue Zöglinge hinzutratcn, in ein und demselben Lehrzimmcr, ohne jede Classen-abtheilung nach Alter, Vorbildung, Leistungen, ein und denselben Unterricht.Nur die Hingabe der Lehrer vermochte cs durchzusetzcn, daß trotzdem viele tüchtigeund einzelne wirklich ausgezeichnete Lehrer in Dresden gebildet wurden. Schon1797 wurde eine öffentliche Schlußprüfung ungeordnet. Es durften nie mehrals 8 Zöglinge zugleich geprüft werden; die Prüfung bestand u) in einem Examenüber einen Artikel der christlichen NcligionSlehre, welches das jedesmalige theologischeMitglied der Commission mit allen 8 Examinanden zugleich hielt, 1>) in einem „Rech-nungsexempel," welches das jedesmalige politische Mitglied der Commission oder nachdessen Vorschrift der Director gleich nach dem Examen aufgab und auf der Stelle aus-rechncn ließ, o) in einem Choral nebst dazu gehörigem Vorspiel auf der Orgel, aucheinem Verse zu singen, worüber auf Ersuchen der Hoforganist beim evangelischen Hof-gottesdienste oder der Cautor an der Kreuzkirche oder ein anderer unparteiischer Musik-kcnuer die Anordnung machte, ä) in einer mit Kindern aus der Realschule anzustcllcndcnKatechisation über ein von dem theologischen Mitglied«: der Commission Tags zuvor ausdem Dresdener Katechismus aufgegebeues Pensum, o) in einem schriftlichen, am Abenddes Prüfungstages und am nächstfolgenden Vormittage zu fertigenden Aufsatze. Es istbezeichnend, daß diese Prüfungsordnung auS jenen 20 Lehrgcgenständen nur die 4 ele-mentarsten hervorhebt. Das Ergebnis des Examens wurde durch die drei Ccnsuren:„gut, vorzüglich, rühmlich" ausgedrückt.

1786 wurde das Seminar zu Ludwigslust in Mecklenburg-Schwerin gegründet; indemselben Jahre stiftete der Consistorialrath Petersen das Seminar in Toudern und fuudirtedasselbe durch ein beträchtliches Vermächtnis an liegenden Gütern und Capitalicn. DiesesInstitut scheint nur ein Convict gewesen zu sein. Die Mitglieder besuchten die Schulenzu Toudern 3 Jahre lang, empfiengen von dem dasigen Rector noch eine Nachstuude zurErlernung der Orthographie, und mußten zwei von dem Gründer der Anstalt verfaßteBücher innerhalb eines Tricnniums sicher memoriren. Nur hin und her hatten sie vorder Direktion ihre Pensa aufzusagen.

1787 folgt Altenburg, 1858 reorgauisirt, 1788 Oehringen im Hohenloheschcn, mitnur 3 Schülern in Verbindung mit dem Gymnasium (längst eingegangen), in demselben Jahrein Verbindung mit dem Gymnasium zu Baden-Baden die jetzt in Ettlingen bestehendeAnstalt; 1790 Magdeburg (reorgauisirt 1824, jetzt in Barby), Jönstrup auf Seeland,1791 Greifswald (jetzt in Franzburg), 1792 das schon erwähnte Petcrshagen, Dessau