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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullchrerseminar.

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Erst unter Waitz, dem vierten Di'rcctor des Seminars, wurde cs ermöglicht, demselbenein einigermaßen anständiges Local (in der alten Caserne) zu schassen. In neuester Zeitist ein eigenes Gebäude für die Anstalt aufgeführt und bezogen worden (vgl. den Art.Sachsen-Gotha von Kehr). Eine von Kehr beantragte Erweiterung der Anstalt, etwanach sächsischem Muster, ist an dem Widerspruche des Landtages gescheitert.

1781 (nach anderer Angabe 1783) folgte Kassel (jetzt in Homberg), >781 Kiel, gegr ündeauf Betrieb des Kanzlers Kramer. Die Reorganisation oder richtiger wohl der Anfangeiner Organisation für das Volksschulwcsen Schleswig-Holsteins ist auf Christian VI. undseine Schulordnung vom 11. Januar 1745 zurückzuführen; die erste Anregung zur Er-richtung eines förmlichen „SchulhalterscminarS" gab die von seinem Sohne Friedrich V.edirte Ordnung vom 31. Dec. 1747 in ihrem §. 14; die Ausführung der Sache abernahm viel Zeit in Anspruch, weil man vorsichtigerweise erst das nöthige Geld sammelnwollte, nnd weil man auch sehr lange über die Wahl des Ortes berieth. Und so geschahcs, daß die Gedanken, welche der Freund Egcde'S und Zinzcndorfs gegeben, von Rationalistcn in's Werk gesetzt wurden. Das Kieler Seminar, in der ersten Periode scincs-Bcstehens ein Internat, wurde mit der Universität in Verbindung gesetzt. Sein ersteRector war der Universitätsprofcssor Müller, einer der eifrigsten Vorkämpfer des vnl-^gären Rationalismus, aber ein Meister in der Katechese. „Wenn von einem Collcgiogesagt werden kann, daß cs zu unserer Zeit in sich hineingezogcn und unser einige wiecingetaucht und eingcweihet habe, so ist das die theoretische und praktische Katechetik beiProfessor Müller gewesen," sagt Claus Harms in seiner Selbslbiographie S. 59 (vglaber auch ebenda S. 70). Mit Müllers Abgang 1814 begann die Anstalt zu sinken,und 1823 erfolgte ihre unvermeidlich gewordene Auflösung (Wiedereröffnung 1839 inSegeberg). 1782 folgt Ncuklostcr, 1783 Eisenach urd Bückcburg. In demselben Jahrebegannen die Verhandlungen wegen der Errichtung des Seminars in Detmold, welches1789 eröffnet worden ist und noch heute besteht. 1784 wurde Stettin königliche An-stalt. In demselben Jahre wurden das 1806 durch die Franzosen aufgehobene und dannnach Soest verlegte Weselcr Seminar und das zu Weißenfels eröffnet. Im Jahre 1785Fricdrichöstadt-Trcsden.

DaS kurfürstliche Nescript an das Oberconsistorium, welches die Gründungdesselben nach langen Vorbereitungen endlich entschied, ist vom 10. November1783 und lautet also: „.. .Jnmittelst aber finden Wir allerdings für gut, daß eurem,in Rücksicht auf unser Nescript ck. ck. 10. Mai 1783 hiebei gcthanen Anträge nach imvoraus auf Anziehung brauchbarer Schullehrer für die niedcrn Schulen das Augenmerkgerichtet werde. Wir mögen auch daher geschehen lassen, daß dieserhalb bei der in hie-siger Friedrichsstadt errichteten neuen Schulaustalt ein Versuch, um fähige Subjccte zuSchullehrern auf dem Lande und Ilntcrlchrern in Bürgerschulen zu bilden, bei Gelegen-heit des in nurgcdachter Sckmlanftalt einer großen Menge von Kindern zu erthcrlendcnUnterrichts nach erfolgter planmäßiger Einrichtung und Anstellung des hierzu erforder-lichen Personales, insofern dazu dasige Fonds, ohne dem Hauptzweck Abbruch zu lhun,zureicheu, gemacht werde." — Die Eröffnung erfolgte Ostern 1785 mit 8 Zöglingen.Die ersten Einrichtungen waren dürftig und die Vereinigung, richtiger die AnlehnungdcS Seminars an die mit einer Arbeitsschule verbundene Armeuschulc und an die so-genannte Real- oder Bürgerschule schuf allerlei Verlegenheiten; so hatte z. B. der Di-rcctor seine Hauptarbeit am Seminar, seine Hauptbcsolduug von der Schule. Dergeniale Tinter, dessen Selbstbiographie eine sehr anschauliche Beschreibung der durch ihnberühmt gewordenen Anstalt giebt, sagt in Bezug hierauf: „Ich war ein dreiköpfigesThier wie der Höllcuhund; als Direclor des Seminars stand ich unter Reinhard undRädlcr, nachher Kühn; als Rector der Stadtschule unter Tittmann und dein PfarrerBürger, nachher Vogel; als Aufseher der ArbcilSschule unter dein Oberamtmann." Lchr-gegenstände waren: I) Anleitung zum verständlichen und erbaulichen Bibcllesen, 2) christl.Glaubens- und Sitteulehre, 3) Anweisung zum Katechismen, 4) Hebung im mündlichen