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Vocabellcrnen.
entwickelnden Bedeutungen analysirt werden. Etwaige versus memorialos, loci com-munes u. a. in mäßigem Umfange können als dankenswcrthe Zugaben der Vocabularienerscheinen; phraseologische Sammlungen bilden den nächsten nothwcndigen Anschluß andie Vocabularien.
Die mehrerwähnte Verfügung v. 10. April 1856 erkannte hinsichtlich der grie-chischen Sprache ein ähnliches Bedürfnis an, und schon im I. 1829 hatte das po-sen'sche Provincialschulcollegium verordnet: „Um die Schüler in den Besitz der nöthigencoxia voeabulorum zu setzen, sollen in alphabetischer Ordnung allmählich von den un-tersten Elasten ans im ganzen 3000 Stammwörter der griechischen Sprache auswendiggelernt und Hebungen angestellt werden, die Bedeutung von Wörtern, die von dengelernten abgeleitet sind, selbst zu finden." So sind auch griechische Vocabularien her-gestellt worden, um durch methodisches Erlernen griechischer Vocabcln das leichtere undpromptere Verständnis der Klassiker und eine größere Beherrschung der Sprache anzu-bahnen. In dem Vocabular von Tobt, 2. Ausl. Halle 1868, sind die Wörter nachihrem realen Zusammenhang gruppirt. Diese Anordnung, meint der Verfasser, erleichteredas Lernen am meisten, weil sie dem auf Erkenntnis und Gruppirung der Dingegerichteten Jngendalter am naturgemäßcstcn sei, weil sich ihr auf leichteste Weise jedesandere Moment unterordnen, und weil sich so die Einprägung des gesummten Sprach-stoffes in mündlichen und schriftlichen Hebungen am leichtesten bewerkstelligen lasse. Einesolche reale Zusammenstellung dürfe aber nicht die Substantiva allein umfasten, sondernalle Theile des zu lernenden Sprachschatzes müßten in sachlichen Hauptgruppen dar-geboten werden, und ein solches Vocabular müße auf das Nothweudigste beschränktwerden. Freilich sieht sich To dt in der Vorrede zur 2. Ausl, zu einer wesentlichenEinschränkung gedrungen, indem er sagt: „Es ist zwar ganz richtig, daß die realeGruppirung vollständig Lurchgeführt" (wie das bei einem Vocabularium möglich sei, istschwer zu begreifen), „die größten Vortheile beim Lernen bietet, aber die Autoren,welche die Schüler lesen sollen, verbreiten sich keineswegs gleichmäßig über alle Gebietedes real Seienden, sondern während einige derselben sehr stark angebaut sind, liegenandere fast brach und außerdem zieht sich durch die ganze griechische Prosa ein reicherGebrauch der Len eigentlichen Dingen am fernsten liegenden Ausdrücke, nemlich derBezeichnungen der Seelenthätigkeitcu und Zustände und der allgemeinsten Anschauungenvon Raum, Zeit und Zahl. Der Verfasser schickt eine Sammlung von 406 Dccli-nationsbcispiclen, geordnet nach Accenten, Endungen, Stämmen, zum Lernen für dieersten 10—15 Wochen bestimmt, voraus; dann erst beginnt der sachliche Thcil mit deinleiblichen Leben, geht dann auf das Zusammenleben und das Geistesleben über undschließt mit der unorganischen und organischen Natur. Ueberhaupt sind vier jährigeCurse unterschieden für IV, IIIb, lila, IId; die Lehrer sollen in IV und III dieschriftlichen Arbeiten mit steter Rücksicht auf die eben paragraphenweise gelernten Vo-cabeln selber zusammenstellen. Unter dem Texte stehen Composita einiger am häufigstenverkommenden Verba und Constructionsangaben. Zu nennen ist ferner Kübler, grie-chisches Vocabular, Berlin 1870, 5. Ausl., welches die Stamm- und abgeleiteten Wörterznsammenstellt, aber immerhin ein systematisches Betreiben der Hebungen von IV angestattet, gerade die auf der Schule am meisten gelesenen Schriftsteller, namentlichXenophon berücksichtigt und auf Unregelmäßigkeiten in der Flexion u. s. w. durch Citatcder Grammatik hinweist. Vgl. Langbein, Arch. XII. 10, 760.
Bei Erlernung der neuer n Sprachen tritt die Nothwendigkeit, bald möglichst einegrößere und umfassende Vocabelkenntnis zu gewinnen, um so entschiedener hervor, alsdabei die Absicht einer unmittelbaren mündlichen und schriftlichen Anwendung derSprache nahe liegt. Die Vocabeln, welche zu den behufs Einübung der Grammatiknöthigen Uebersetzungsaufgabcn gehören und mit den grammatischen Abschnitten inengster Verbindung stehen, müßen natürlich sicher gelernt und fleißig rcpetirt werden,obwohl dabei eine angemessene Beschränkung auf das zunächst Nothwendige und eine