Ueber die orthographischen Neuerungen. 415
„nehme WLrks'Me zübereitet; der unbarmherzige„Kupido doch, den annöthigsten Werkzeug da-„bcy, bis dise Stunde, alzulange, übel entzü-„gen, und v6renthalten. Nun müs deroselben»Ich, in so sngemerkter Sachen; das, darzü„dinliche eine, bey mir s'tehende, vordehm zwar„als Unrecht verschenkt, und izzo geraume Zeit„her ungebraucht erligende Werkzeug, zur An-„brennung neuen Libesopfers, vertraut, geheim„entdekken: welches Si denn also in s'chönsiänge-„häftverknipften Lides Grüß und Küß, zu Em-pfindung eitel sü'ffer Tage, äbzunehmen hat,„von düro ganzfertigem Diner und Knechte, dem„Verschwiegenen" u, s. f.
Zweyter Zeitraum der orthographischen Neuerrungen.
§. 8. Zwar gab es auch einige Bescheidenere,welche von Zesens Neuerungen nur etwas, baldmehr, bald weniger annahmen, wie z.B. Geb-hard Overheide in seiner teutschen Schreib-kllttst. Braunschweig, 1668, 8, und der Spa-te oder Caspar von Sticler, in seinem Sprach-schätze, Nürnberg, 1691, 4; sich auch wohleigene Wege bahnten, wie Isohann Grüwel inseiner Richtschnur der hochdeutschen Ortho-graphie, Ruppin, 1707, 8, der vornehmlichdie Dehnungszeichen verwarf; allein die Ausschwei-fungen des vorigen machten doch, im Ganzen ge-nommen, alle Neuerungen lächerlich, und mankehrte nach und nach wieder zu der gewöhnlichen