Ueber die orthographischen Neuerungen: «i e
klagt. Allein, es geschähe doch selbiges noch mitBescheidenheit und nur in einzelnen Theilen; da-her alle diese Neuerungen nichts sind gegen diejeni-gen, zu welchen der berüchtigte Philipp vonsesen das Signa! gab.
Philipp von ocsen und Consorten.
§. 6. Es ist merkwürdig, daß die ersten,welche sich durch vorzügliche Neuerungen in derOrthographie und Sprache auszeichneten, Schwär-mer und Fantasten waren. Philipp von Zesen,ihr Ahnherr, war es in jeder Bedeutung des Wor-tes. Er war zu Prirau imDeffauischen 1619 ge-boren, und studierte zu Wittenberg, wo er schon1640 anfing Grillen auszuhecken. Um dieseZeit geriet!) er auch auf pantheistische Träume,auf die Kabbala, Chiromantie, Alchymie undAstrologie, und glaubte, Gott und göttliche Ge-heimniffe in allen Dingen und selbst in den Wor-ten und Buchstaben zu finden. Mit diesen Thor-Heiken brachte er sein ganzes Leben auf der irren-den Ritterschaft zu, bettelte an den Höfen, undstarb endlich 1689 zu Amsterdam, dem Paradiesealler Schwärmer, standesmäßig in der bitterstenArmuth. Wie sehr die Einbildungskraft diesesMenschen verrückt war, erhellet unter andern ausseinem Rosenmohnd, d.l. in ZI Gesprächeneröffneren Munderschichre zum unerschätz-lichen Greine der Meisen, welcher zu Ham-bürg, i 6 ;i, in 13 heraus kam. Die Vorredefängt sich so an: „Lieber Leser, meine Liebe zu