V, Abschnitt. Orthographische Zeichen.
des Sprechenden haben. Diese ist hier nur vonacdovpcltcr Art, nehmlich die Gemüthsstcllung derFrage, und die Gemüihsstellung des lebhaften Af-fektes. Vevde unterscheiden sich in der lebendigenStimme sehr merklich von dem ruhigen erzählen-den oder belehrenden Tone; und da sehr viel dar-aus ankommt, diesen Ton in Ermangelung derlebendigen Stimme auch dem Auge vorzumahlen,so hat man zu dem Ende zwey Zeichen erfunden,das Fragezeichen? und das Ausrufungs-Zeichen ! von welchen das erste die Gemnthsstel-lzmg der Frage, das letztere aber eines jeden leb-haften Affectcs bezeichnet. Beyde werden zu Endedes Satzes oder des Ausdruckes gcsetzet, welchendie Gcmüthsstellung hervor bringet, u..d ihre rich-tige Anwendung ist sehr leicht, indem man nur dermerklichen Veränderung der Stimme auf demFuße folgen darf.
Gebrauch des Fragezeichens.
§. 2. Ließ voraus gesetzt, gebraucht man dasFragezeichen nie anders als in unmittelbaren Fra-gen: wer ist hier? wie heißt dein Freund?Soll denn des Himmels doppeltes Eigen,rhum verloren seyn ? Folglich auch, wenn mandie Worte eines andern in Gestalt einer Frage wie-derhohlet, wo das Zeichen desto nothwendiger ist,weil die natürliche Wortfolge alsdann bleibt, da-her die Frage dem Auge bloß durch das Zeichenmerklich gemacht werden kann: ich hätte VS ge-rhan? er sollte cs dir gejagt haben?