Druckschrift 
Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

r. Kapitel. Von zusammen gesetzten Wörtern. z»7

art hier lieber eine Umschreibung nicbt dauern läßt,ein Viertel einer Elle, drcy Vssonarh ». s. f.

Wenn der bestimmende Thcil seine gewöhn-lichen Biegungszeichen behält; ein sicherer Beweis,daß hier keine Zusammensetzung Statt finden kannund soll; die schon oben angeführten Umstandswör-ter ausgenommen, wo aber die elliptische Bedeu-tung des Ganzen die Zusammensetzung rechtfertigt.Im gemeinen Leben hat man viele solcher irrigenZusammensetzungen, welche sich auch wohl in dieSchrift cinschlcichen, ja von manchen Sprachleh-rern wohl gar als Ausnahmen gebilliget werden:Langeweile, Jungemagd, Gehcimerrath,2>ra»semün;e, der Hohepr iester, hast Hohe/lied, Allerheiligen, Allerseelen, widrigen-falls , folgendergestalc, gewissermaßen,größrenchcrlo u. s. f. welche schlechterdings ge-thcilc werden müssen, weil sie als Zusammensetzun-gen betrachtet, nicht mehr als alles wider sich haben.Man sagt der Hohepriester, das Hohelied,Allerheiligen und Allerseelen habe der Kirchcn-sryi geheiliget; allein ich sehe noch nicht ein, waöfür ein Recht die Kirche hat, Sprachfehler zu hei-ligen. Am verwerflichsten wird die Zusammcn-zichung, wenn die erste Hälfte ein Adjectiv ist,welches folglich dcclinirct werden muß, des Ho-henpriesters, die Iungenmägde, aus Lan--gcrweile u. s. f. Eben so fehlerhaft ist es, dasWort Mahl mit seinem Zahlworte zusammen zuziehen, zweymahk, drcymahl, zum erstcn-mahle, zum zweytenmahle, weil hier die ge-wöhnliche Verbindung eines Adjectivi mit seinem