Kapitel. Zusammen gezogene Sylbcn. 237
weggcworfen werden: BlafebaiI, Speisezim-nxr Lescarc, nicht Lesart, welches die Aus-sprache verändert; daher auch lcscbar, oder höch-stens les'bar, richtiger ist als lesbar.
Und des tonlosen e in der Biegung.
§. 5. Noch häufiger kann und muß das un-betonte e in der Biegung weggeworfcn werden, be-sonders, wenn zu viel tonlose Snlbcn auf einan-der folgen sollten: geliebt, ein Geliebter derschönste, der längste, für geliebct, Gelie-berer, fchöneste, längeste. Wenn und wiedas geschehen kann, gehöret in dis Sprachlehre,mid läßt sich auch da nicht nach Regeln bestimmen,weil hier alles auf den Wohlklang und ein feines,richtiges Gehör ankommt. Hier kommt es wie-der nur auf diejenigen Fälle an, welche einige Be-denklichkeit im Schreiben verursachen können, unddiese betreffen denn eigentlich nur den Sausclaut,der bey seinen verschiedenen Arten und Zeichen oftAnstoß machen kann. Es ist nothwendig, die drcyGrade der Scharfe desselben zu unterscheiden.
i. Das gelinde s blcibt bey der Verlängerungdes Wortes jederzeit gelinde; daher sollte auch dasfolgende e eigentlich nicht weggeworfcn werden,weil sonst das s, wenn es an das Ende der Sylbezu stehen kommt, hart wird, und die Ausspracheverändert: du liesest, erliefet, er rastte, esblaset. Sollte aber doch eine Zusammenziehungnöthig befunden werden, besonders bey zwey ton-losen e, sie speiftten, reiferen, raferen: so ist