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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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»-Kapitel. Von de»Dehnungszeichen. »77

geschriebenen oder gedruckten Wortes vorstellenkann *).

Ist man mit dieser Art von Klarheit nicht zu»frieden, so ist kein anderes Mittel übrig, als seineZuflucht zu der Definition zu nehmen, von dereneinzelnen Theilen doch wieder das vorige gilt. Un-sere ganze gelehrte Kenntniß bestehet also eigentlichin einer Sammlung von Wortfiguren, welche indem Verstände aufbehalten werden, und in dengewöhnlichen Fällen den nöthigen Grad von Klar-heit gewähren. Diese Wortbildcr haben sich unsnun mit allen ihren einzelnen Theilen einmahl ein»gepräget, und nun sichet man von selbst, was füreine Zerrüttung in denselben erfolgen muß, wennman durch sehr merkliche Veränderungen die Ge-stalten aller oder nur vieler Wörter andern will.Der ?eser, der nur irgend.,mit Verstand und Auf-merksamkeit liefet, muß sich die Worte, die er fin-det, immer erst in Gedanken in das gewöhnlicheBild übertragen, wenn er sie sich nur ein wenigklirr machen will. Ich gebe gern zu, daß cs flüch-

*) Dieser Unterschied unter den klaren Vorstellungen ge-lehrter und ungelehrter Personen ist, so viel ich weiß,noch nicht bemerket worden, verdienet aber doch unter-sucht zu werde». Unter Gelehrten verstehe ich hier imweitesten Verstände solche, welche lesen können; diesekönnen sich einen abstrakten Begriff vermittelst der Fi-gur des Wortes klar machen. Jene bedürfen dafür einsinnliches Bild, oder begnügen sich höchstens mit demSchalle des gesprochenen Wortes. Wie denkt sich zumBeyspiel ein Ungelehrter, welcher nicht lesen kann, dieBegriffe Größe, Raum, Gort, Geist? Gewiß an-ders, als der, welcher lesen kann, und an der FigurderWörter ein Etwas Hut, woran ec den Begriff knüpfen,und ihn zu einiger Klarheit erheben kann.