-7» III. Abschnitt. Von den Sylben.
nach immer mehr Allgemeinheit und Festigkeit, undzwar so sehr, daß auch einige spätere Glieder derfruchtbringenden Gesellschaft, welche darin nichtsals Dehnungszeichen erblickten, dadurch zu ihrenseltsamen Neuerungen verleitet wurden, indem sieselbige überall anbringcn wollten, wo sie nur einengedehnten Vocal antrafen; doch davon in demAnhänge.
Ob sie bcpbehalten zu werden verdienen.
ö. 2g. Aber, könnte man fragen, und hatman mehr als Einmahl gefragt, ist denn die Un-terscheidung der wichtigem und unwichtiger,: Re-Lctheile durch die Schrift nothwendig und nützlich?Ist sie nicht vielmehr eine Grille, an welche mannicht länger gebunden styn darf? Sündiget dennunnütze Verlängerung nicht wider das Gesetz derSparsamkeit, und füllet die Schrift mit einerMenge Buchstaben an, die den Platz nur ohneNoch einnehmen? Und könnte man sie nicht so gutentbehren, als andere Nationen, welche in ihrenSprachen nichts davon wissen? Da hier verschie-dene Einwürfe zusammen kommen, so ist nothwen--Lig, sie stückweise zu beantworten.
i. Da der Gebrauch der Verlangerungszeichenkein Werk eines müßigen Wortkünstlers, sonderndes edelsten Theiles einer ganzen aufgeklärten Na-tion ist, der dabey nicht anders als nach dem dun-kclcn Gefühle des Schicklichen verfahren konnte, soläßt schon das vermuthen, daß diese Erscheinungmehr als eine bloße Grille ist. Was auf solche