«.Kapitel. Von den Consonanten. 19-
fir Westphalen waren, weiche den OberdeutschenZischer nicht kannte», sondern ihn wie sg ausspra-chen. Wie hätten sie sonst auf den wunderbarenEinfall kommen können, ihn durch sci) auszudrucken,welches keine Aehnlichkeit mit demselben hat?Was dieses noch mehr beweiset, ist daß sie ihn inden ältesten Zeiten nicht durch sh, sondern nurdurch sc und ausdruckten, wieOttfriedslcribgn,icirm, scaü, schall, soll, sci», Schein, bilcoh scono/?rcn!iis§.i eungu; oft aber nur durch s, wie wirsichen, sprechen, siuosto», Luoboricsti. In derFolge, als sie sich unter den Alamannen verloren,und auch diese schreiben lernten, ward der volleZischer mit diesem Zeichen verbunden, und dasselbenach und nach in sch abgeändert.
Gebrauch desselben.
§. z o. Da, wo nun dieser Laut im Hochdeutschenbeybehalten ist, bezeichnet man ihn auf gedoppelteAct: l. Durch bas bloße s in den wenigen schon §.24angezeigtcn Fällen vor dem p und t; und 2. durchsein eigenes Zeichen sih, in allen übrigen Fällen.
Ob nun gleich dieses eigentlich dreifach ist, soist doch der saut, welchen es bezeichnet, nur cin.^fach, weil er mit einem einzigen Drucke des Mun-des hervor gebracht wird. Er stehet so wohl zuAnfänge, eines Wortes, schlagen, schieben,schreiben , als auch in der Mitte und am Ende,waschen, Mensch. Da er nur em einfacherLaut ist, so kann er hier so wohl nach Doppellautenund gedehnten Vocalen, als nach geschärften stehen-