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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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I. Kapitel. Von den Vocalm und Doppellauten.' ir§

pflegt man die erftern gern Selbstlaute, die letz-tcrn aber ^l utlaure zu nennen. Allein ich habebereits in meinem Lehrgebäude gezeiget, daßdiese Nahmen unschicklich und bloße Uebersetzungender Lateinischen Benennungen flnd, auch einen fal-schen Vcgriffgewähren, undhabe daher, aus Grün-den, welche ich hier nicht wiederhohlen kann, fürdie Consonanten den Nahmen Hauptlauce, undfür die Vocale den Ausdruck Hülfölaure vorge-schlagen. Wenn der Mund von einer Oeffnungohne Absatz zur andern übergehet, so entstehet einDiphthonge oder Doppellaut, und wenn erohne Absatz zu drei) verschiedenen Oeffnungen über»gehet, ein Triphthonge oder Dreylauc. Dieletzter» kennet die Deutsche Sprache nicht, denndaß au, ay undey dafür nicht gelten können, wirdaus dem folgenden erhellen.

Anzahl der Deutschen Vocale.

§. 2. Da jede bloße und einfache Oeffnungdes Mundes, so bald sie hörbar wird, einen Vocalausmacht, so folget daraus, daß es so viele Vo-cale gibt, als tönende Oeffnungen des Mundesvon der größten bis zur kleinsten möglich sind.Allein, man gebraucht sie nicht alle in der Spra-che, und wenn man deren in dem mündlichen Aus-drucke auch mehrere gebraucht, so bezeichnet mansie doch nicht alle durch die Schrift, sondern schränktsich auf die merklichsten und am deutlichsten voneinander unterschiedenen Laute ein. Die ältestenRömer unterschieden nicht mehr als fünf Oeffnun-Anweis. j.Orchograph. I